Die Bunderegierung hat am heutigen Mittwoch zwei Milliarden Euro freigeben, um die coronabedingten sozialen und kognitiven Defizite bei Kindern und Jugendlichen auszugleichen.

Nach Königssteiner SchlĂŒssel kann das Land Niedersachsen rund 200 Millionen Euro aus dem „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona” erwarten. Das Kultus- und das Sozialministerium begrĂŒĂŸen die Initiative und stehen in den Startlöchern, um den Kindern und Jugendlichen hier im Land passgenaue Angebote machen zu können, wie Minister Grant Hendrik Tonne und Ministern Daniela Behrens betonen.

Kultusminister Grant Hendrik Tonne sagte dazu: “Ich begrĂŒĂŸe ausdrĂŒcklich, dass sich der Bund einbringt und das vielfĂ€ltige Engagement der LĂ€nder unterstĂŒtzt. Ein spezielles Bundesprogramm fĂŒr Kinder und Jugendliche habe ich schon vor Monaten Zeit gefordert, weil die negativen Effekte von KontaktbeschrĂ€nkungen, das Wegfallen von Hobbys, Sport und das Treffen mit Freunden absehbar waren. Das gesamtgesellschaftliche Signal an die Kinder und Jugendlichen muss sein, dass diese Leistung anerkannt wird und sich jetzt alle gemeinsam anstrengen, Kinder und Jugendliche bevorzugt zu unterstĂŒtzen, entstandene LĂŒcken sollen geschlossen werden.

Gleichzeitig wollen wir den Kindern und Jugendlichen bei der Aufarbeitung ihrer Erfahrungen helfen und die hinzu gewonnenen Kompetenzen fördern und wĂŒrdigen.
Gemeinsam mit dem Sozialministerium entwickeln wir derzeit einen abgestimmten Katalog, um fĂŒr die Bereiche Kita, Schule und Jugendhilfe ein umfassendes niedersĂ€chsisches Kinder- und Jugendprogramm schnell auf den Weg zu bringen.
Dabei wird es um LernrĂŒckstĂ€nde gehen, darf sich aber keinesfalls auf das Aufholen von Lernstoff beschrĂ€nken.

Im Mittelpunkt darf nicht das Pauken um jeden Preis stehen, im Fokus steht die Förderung von emotionalen und sozialen Kompetenzen und PersönlichkeitsstĂ€rkung durch Partizipation. Im schulischen Kontext können wir hier auch auf bewĂ€hrte Programme zurĂŒckgreifen wie das Buddy-Programm oder Lions Quest. Wichtig ist, auch Ferien- und Freizeitangebote zu schaffen, das soziale Interagieren zu stĂ€rken und UnterstĂŒtzung fĂŒr alle Kinder und Jugendlichen zu ermöglichen. Die Kinder und Jugendlichen mĂŒssen ganzheitlich in ihrer Persönlichkeit gestĂ€rkt werden. Zudem mĂŒssen Förderung und UnterstĂŒtzung entlang der gesamten Bildungskette erfolgen. Daher finde ich es auch sehr richtig, dass der frĂŒhkindliche Bereich durch die StĂ€rkung der „Sprach-Kitas” gestĂ€rkt wird. Auch die Kita-Kinder sind von den Schließungen der letzten Wochen und Monate in ihrer sprachlichen und sozialen Entwicklung stark beeintrĂ€chtigt worden.

Bei der UnterstĂŒtzung zum Nachholen von konkreten Lerninhalten werden wir uns neben der Konzentration auf die Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechen auch konzentrieren auch ganzheitliches Lernen und die ganzheitliche Entwicklung der Kinder und Jugendlichen unterstĂŒtzen.

Wir geben ein klares Versprechen ab: Kein SchĂŒler und keine SchĂŒlerin muss Angst oder Sorgen vor dem nĂ€chsten Schuljahr haben. Schule wird in jedem Jahrgang dieses besondere Corona-Schuljahr angemessen berĂŒcksichtigen. Wir setzen auf nachhaltiges Lernen. Zudem werden wir unsere starken vorhandenen Strukturen in der Schulsozialarbeit, bei „Schule PLUS” oder „Lesen macht stark” nutzen. Die „LernRĂ€ume” haben sich sehr bewĂ€hrt und sollen weiter ausgebaut und verstetigt werden. Hier kann auch insbesondere in den Ferien ein hochwertiges ergĂ€nzendes UnterstĂŒtzungsangebot gemacht werden. Schulische und außerschulische Angebote in Niedersachsen sollen verbunden werden.

Wir verhandeln jetzt Details mit dem Bund. Es muss um eine schlanke Verwaltungsvereinbarung gehen, damit das Geld zĂŒgig fließen kann. FĂŒr ĂŒberbordende BĂŒrokratie haben die Kinder und Jugendlichen keine Zeit!”

Sozialministerin Daniela Behrens sagte dazu:” Aus Sicht der Kinder und Jugendlichen waren die letzten Monate eine sehr harte Zeit. Es ist zwingend notwendig, dass wir ihre BedĂŒrfnisse jetzt zĂŒgig in den Mittelpunkt rĂŒcken. Das Aktionsprogramm des Bundes ist hierbei eine wichtige ErgĂ€nzung der BemĂŒhungen des Landes Niedersachsen und seiner Kommunen ĂŒber die Jugendhilfe.
Vor allem die Fördermöglichkeiten fĂŒr Familien wie der Kinderfreizeitbonus, die UnterstĂŒtzung der FamilienferienstĂ€tten oder auch der MehrgenerationenhĂ€user stehen fĂŒr einen breiten Ansatz. Das unterstĂŒtze ich ausdrĂŒcklich, weil wir es mit differenzierten Problemlagen zu tun haben, auf die wir unterschiedliche und passgenaue Antworten geben mĂŒssen. Hierzu gehört auch, dass das bĂŒrgerschaftliche und ehrenamtliche Engagement breit gestĂ€rkt werden soll.

Wir verfĂŒgen ĂŒber eine starke Vernetzung mit den kommunalen Initiativen. Diese mĂŒssen und diese werden wir nutzen, um zu schnellen aber auch hochwertigen Angeboten zu kommen. Viele Einrichtungen und Akteure warten darauf, den Kinder und Jugendliche Angebote zu machen, sie aufzufangen und zu unterstĂŒtzen. Da werden wir anknĂŒpfen, um zu schnellen Hilfen und guten Projekten zu kommen.”