“Es ist nun wirklich noch nicht lange her, dass ich Ihnen zuletzt von dieser Stelle aus ĂŒber den Stand der PandemiebekĂ€mpfung in Niedersachsen berichtet habe, genau genommen sind es gerade etwas mehr als drei Wochen. Und trotzdem ist schon wieder jede Menge passiert, so dass kein Mangel an Stoff fĂŒr eine aktuelle Berichterstattung besteht.

Da ist zunĂ€chst einmal eine durchaus widersprĂŒchliche Entwicklung bei den Infektionen. In Deutschland insgesamt verzeichnen wir einen sehr erfreulichen RĂŒckgang der Inzidenzwerte. Allerdings bietet sich uns in Niedersachsen ein durchaus gemischtes Bild. Es gibt inzwischen weite Teile unseres Landes, die eine durchaus geringe Belastung verzeichnen. 23 der 45 niedersĂ€chsischen GesundheitsĂ€mter melden heute einen Inzidenzwert unter 50, 11 sogar unter 35. Auf der anderen Seite haben wir aber auch nach wie vor Hotspots mit Werten zum Teil ĂŒber 100. Von 14,0 in der Stadt Emden bis 215,6 im LK Wesermarsch reicht insgesamt die Spannbreite. Deswegen haben wir auch bei den Landeswerten im Vergleich zur Bundesentwicklung nur einen unterdurchschnittlichen RĂŒckgang der Infektionszahlen. In den letzten Tagen treten wir sogar auf der Stelle, und das kann uns nicht zufrieden stellen.

Wir analysieren genau die Ursachen fĂŒr diese lokalen AusbrĂŒche und haben die Zusammenarbeit mit den besonders belasteten Gebieten auf dieser Grundlage noch einmal intensiviert, damit wir auch dort die Fortschritte erzielen, die anschließend dann dem ganzen Land zugutekommen.

Aus unseren KrankenhÀusern gibt es dagegen derzeit gute Nachrichten
Die Zahl der Intensivbehandlungen sinkt und endlich auch die der TodesfĂ€lle. Das freut mich vor allem auch fĂŒr diejenigen, die sich in den letzten Monaten hingebungsvoll um ihre Patienten gekĂŒmmert haben und weiter kĂŒmmern. Dasselbe gilt fĂŒr die BeschĂ€ftigten in der Altenpflege, die auf eine schlimme Zeit zurĂŒckblicken. Danke fĂŒr diesen Einsatz!

Es gibt auch noch eine andere Seite der Medaille, die bislang noch weitgehend unsichtbar verlĂ€uft. Mutationen des Virus haben einen immer grĂ¶ĂŸeren Anteil an den Infektionen und werden bald dominant sein. Diese Mutationen haben auch ein deutlich höheres Ansteckungsrisiko. Deswegen dĂŒrfen wir uns von sinkenden Infektionszahlen insgesamt nicht tĂ€uschen lassen. KĂ€me es jetzt zu einer neuen breiten Infektionswelle, dĂŒrften die Auswirkungen noch einmal viel grĂ¶ĂŸer sein, als unsere bisherigen Erfahrungen. Das TĂŒckische an der aktuellen Lage ist, dass die Statistiken uns dieses Risiko nicht zeigen. Unser Vorteil ist aber auch, dass wir aus den Erfahrungen anderer LĂ€nder lernen können. Wir sind „gewahr”, wie wir in Niedersachsen sagen.

Deswegen haben Bund und LĂ€nder vor einer Woche beschlossen, den Lockdown mindestens bis zum 7. MĂ€rz fortzusetzen. Wir mĂŒssen das Infektionsniveau noch einmal deutlich absenken, um all unsere bisherigen Fortschritte nicht zu verspielen. Das macht niemand von uns gerne, und das war fĂŒr viele Betroffene in unserer Gesellschaft eine richtig schlechte Nachricht. Aber es ist nach meiner Überzeugung die absolut richtige Entscheidung: Niemand hat einen Vorteil davon, nach einer kurzen Phase von Lockerungen ruckzuck wieder eine dritte Welle der Infektion zu erleben. Ein solcher Jo-Jo-Effekt wĂ€re das Schlechteste fĂŒr uns alle – fĂŒr die Gesellschaft, fĂŒr die Wirtschaft und fĂŒr uns in der Politik.
Das ist nicht leicht zu kommunizieren, das weiß ich wohl. Aber wir mĂŒssen allen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern klarmachen, warum wir konsequent bleiben mĂŒssen und nicht lockerlassen dĂŒrfen. Dabei bitte ich Sie alle sehr herzlich um Ihre UnterstĂŒtzung – es ist derzeit der beste Weg, den wir gehen können!

Wie soll es eigentlich weitergehen?
Wir sind der Mutation nicht schutzlos ausgeliefert, aber wir mĂŒssen in den ganzen nĂ€chsten Monaten vorsichtig bleiben. Umso wichtiger ist es, eine Frage zu beantworten, die sich viele BĂŒrgerinnen und BĂŒrger stellen: Wie soll es eigentlich weitergehen? Der Bund-LĂ€nder-Beschluss von der vergangenen Woche ersetzt ja keine Strategie. Nach bald einem Vierteljahr Lockdown ist die Frage der Perspektive sehr berechtigt. Die Landesregierung hat vor zwei Wochen vorgestellt, wie wir uns das weitere Vorgehen vorstellen können.

Unser Vorschlag fĂŒr einen Stufenplan 2.0 beruht auf einigen wenigen GrundsĂ€tzen:
– Niemand gibt uns eine Garantie, dass es ab jetzt nur noch besser werden kann. Wir mĂŒssen vorbereitet sein fĂŒr gute wie auch fĂŒr schlechtere Phasen, fĂŒr Lockerungen ebenso wie fĂŒr VerschĂ€rfungen.
– Die Erfahrungen der vergangenen Monate sollten uns eines lehren: Wir mĂŒssen frĂŒher und konsequenter einsteigen, wenn die Infektionszahlen wieder steigen.
– Und noch etwas mĂŒssen wir im Kopf haben: Wenn sich eine dynamische Entwicklung bei den Infektionen abzeichnet, muss diese Dynamik sofort gebrochen werden.

Auf dieser Grundlage haben wir ein erweitertes Ampelsystem vorgeschlagen und zur Diskussion gestellt. Ich freue mich, dass die Aufnahme dieses Vorschlags innerhalb unseres Landes durchaus wohlwollend gewesen ist und verstehe natĂŒrlich, dass alle Gruppen fĂŒr sich selbst schnellere Fortschritte wĂŒnschen. Unser Vorschlag hat viel Beachtung auch außerhalb Niedersachsens gefunden und eine Reihe anderer LĂ€nder, die zwischenzeitlich ebenfalls ihre Position festgelegt haben, beziehen sich in ihrem Ausgangspunkt auf das niedersĂ€chsische Modell.

Viel Bewegung aber bisher keine bundesweite Lösung
Es ist also viel Bewegung in der Diskussion, aber wir haben noch keine bundesweite Lösung. Ich hĂ€tte mir sehr gewĂŒnscht, dass es schon in der vergangenen Woche hierzu einen gemeinsamen Stufenplan gegeben hĂ€tte. Immerhin haben wir aber sehr intensiv die weiteren Perspektiven diskutiert und jetzt wohl alle das gemeinsame VerstĂ€ndnis, dass wir eine mittelfristige Strategie dringend brauchen. Meine klare Erwartung ist, dass in der nĂ€chsten Bund-LĂ€nder-Runde am 3. MĂ€rz dazu ein substantieller Vorschlag auf dem Tisch liegt. Die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger erwarten eine klare Orientierung gerade auch in unsicheren Zeiten. Die NiedersĂ€chsische Landesregierung jedenfalls wird an dieser Stelle sehr hartnĂ€ckig bleiben!

Warum erst einem Inzidenzwert von 35?
Bis dahin gilt jedenfalls eine wichtige VerstĂ€ndigung zwischen Bund und LĂ€ndern: Wesentliche Lockerungen sollen erst möglich sein, wenn ein Inzidenzwert von 35 erreicht ist. Davon sind wir derzeit um einiges entfernt, dennoch ist diese Aussage natĂŒrlich erklĂ€rungsbedĂŒrftig. Die BegrĂŒndung ergibt sich aus meinen Hinweisen auf die derzeitige Lage. Wenn wir wissen, dass wir es bei den Virusmutationen mit einem neuen Gegner und einem grĂ¶ĂŸeren Infektionsrisiko zu tun haben, mĂŒssen wir noch einmal vorsichtiger sein. Wir mĂŒssen frĂŒher intervenieren oder spĂ€ter lockern. Und wir mĂŒssen unbedingt eine Situation vermeiden, von der aus die Zahlen dann stark ansteigen und die Kontaktnachverfolgung kaum noch möglich ist.

Noch einmal: Das ist keine gute Nachricht fĂŒr viele Bereiche unserer Gesellschaft. Ich verstehe auch die EnttĂ€uschung darĂŒber, dass wir die GeschĂ€fte und vieles andere mehr immer noch nicht wieder öffnen können. Aber auch die Betroffenen werden einrĂ€umen mĂŒssen, dass eine dritte Welle auch fĂŒr sie die schlechteste Option wĂ€re. Das darf nun wirklich nicht geschehen!

Am 3. MĂ€rz geht’s weiter
Unter diesen Voraussetzungen blicke ich gespannt auf die Fortsetzung unserer Beratungen auf Bundesebene am 3. MĂ€rz. Im Anschluss an die MinisterprĂ€sidentenkonferenz mit der Bundeskanzlerin werden wir dann innerhalb der Landesregierung das Ergebnis und unsere landesinterne Diskussion auswerten und ĂŒber den Stufenplan in Niedersachsen entscheiden. Ich bin sicher, dazu wird es zuvor auch eine parlamentarische Beratung geben und die Landesregierung steht dafĂŒr sehr gerne zur VerfĂŒgung.

Die InfektionsbekÀmpfung, kurz- und mittelfristig, ist das eine, die Vorbeugung das andere.

Die Impfungen in Niedersachsen gehen von Tag zu Tag voran
Inzwischen haben ĂŒber 233.000 Menschen eine Erstimpfung erhalten, mehr als 127.000 auch die notwendige Zweitimpfung. Besonders deutlich sind die Fortschritte in den Alten- und Pflegeheimen: In 90 Prozent der Pflegeheime wurde das erste Mal und etwa 60 Prozent das zweite Mal geimpft. Schon dieser Zwischenstand bringt spĂŒrbar mehr Sicherheit in unser System und reduziert die TodesfĂ€lle spĂŒrbar.

Nach den stationÀren Einrichtungen werden jetzt auch immer mehr Einrichtungen des betreuten Wohnens durch die mobilen Impfteams versorgt.
Und schließlich werden Tag fĂŒr Tag in den 50 Impfzentren ĂŒberall im Land Seniorinnen und Senioren ĂŒber 80 Jahren geimpft.
Der Schutz unserer Ă€ltesten MitbĂŒrgerinnen und MitbĂŒrger war bislang unsere grĂ¶ĂŸte Schwachstelle. Ich bin wirklich froh darĂŒber, dass wir sie jetzt wesentlich besser schĂŒtzen können!

Die Impfungen gehen also deutlich voran, aber gehen sie auch schnell genug voran?
Wir hatten in den letzten Wochen noch kein ausreichendes Vertrauen in die ZuverlĂ€ssigkeit der angekĂŒndigten Lieferungen und deswegen konsequent fĂŒr jede Dosis der Erstimpfung eine zweite Dosis fĂŒr die zweite Impfung beiseitegelegt. Andere LĂ€nder haben dabei zum Teil andere Anteile gewĂ€hlt und das erklĂ€rt die Unterschiede. Nach den Erfahrungen der vergangenen Wochen gab es allerdings gute GrĂŒnde fĂŒr unser Vorgehen.

Inzwischen können wir aber mehr Vertrauen in die Lieferzusagen haben. Seit Anfang der Woche geht bereits ein deutlich höherer Anteil des Impfstoffs in die anstehenden Erstimpfungen, die damit mehr Tempo aufnehmen. Diesen Anteil können wir jetzt nach den neuen Empfehlungen des Bundes noch einmal deutlich erhöhen. Das Impf-Tempo wird sich dadurch in den nĂ€chsten Tagen spĂŒrbar beschleunigen, da bin ich sicher.

Dass der Auftakt der Impfkampagne in den Impfzentren leider mit einigen MĂ€ngeln behaftet gewesen ist, liegt offen zu Tage und ist auch nicht zu beschönigen. Es tut uns allen sehr leid, dass gerade hochbetagte Menschen mit den TĂŒcken einer ĂŒberlasteten Hotline zu kĂ€mpfen hatten. Inzwischen wird die Warteliste konsequent abgearbeitet, zur Zeit sind dort noch 222.987 Namen registriert, die der Reihenfolge nach in den nĂ€chsten Wochen ihre Impftermine erhalten werden, und zwar aus den genannten GrĂŒnden deutlich schneller als bisher.

Das Grundproblem der letzten Wochen hĂ€ngt allerdings nicht mit Organisationsfragen zusammen. Erfreulicherweise haben wir in Niedersachsen eine riesige Impfbereitschaft bei vielen hochbetagten Menschen – und bedauerlicherweise haben wir dafĂŒr viel zu wenig Impfstoff. Dieses europaweite Problem ist ausgiebig diskutiert worden und muss hier nicht vertieft werden. Es gibt eine nĂŒchterne Schlussfolgerung daraus zu ziehen: Vor allem im ersten Quartal werden alle Beteiligten noch eine ganze Menge Geduld aufbringen mĂŒssen. Das bedauern wir alle, aber es ist leider so.

Wie soll es auf dieser Grundlage weitergehen?
Die Hersteller haben fĂŒr das zweite Quartal einen starken Anstieg der Liefermengen zugesagt. Obendrein werden weitere Zulassungen fĂŒr neue Impfstoffe erwartet. Kurzum: Es wird wesentlich mehr Impfstoff fĂŒr wesentlich mehr Menschen zur VerfĂŒgung stehen.
Die Impfzahlen dĂŒrften also um einiges steigen. Deswegen haben wir die Impfzentren in der letzten Woche aufgefordert, ihre KapazitĂ€ten von jetzt 120 Impfteams auf 200 Impfteams aufzustocken.

Wir haben zusammen mit den Landkreisen und kreisfreien StÀdten in Niedersachsen ein leistungsfÀhiges System aufgebaut. Der Spitzenwert liegt mittlerweile bei gut 18.000 Impfungen am Tag. Und es sollen mehr werden, die weiteren Planungen laufen.

Wir wollen und können mit den Impfzentren, mit den mobilen Teams und auch mit den Arztpraxen mittelfristig bei einem deutlichen Anstieg der Impfstofflieferungen noch viel mehr schaffen. Es gibt also gute GrĂŒnde fĂŒr Zuversicht, dass die Impfungen in Niedersachsen sehr zĂŒgig weitergefĂŒhrt und ausgebaut werden.

Was heißt das bezogen auf den Verlauf des weiteren Jahres?
ZunĂ€chst einmal gibt es so etwas wie eine zweite Impfspur. Sie wissen, dass der Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca in Deutschland nur fĂŒr Menschen bis 65 Jahre zugelassen worden ist. Daraus folgt: Die bislang zugelassenen Impfstoffe werden konzentriert auf Menschen ĂŒber 80 Jahre, und der neue Impfstoff soll vor allem fĂŒr die BeschĂ€ftigten im Gesundheitswesen zur VerfĂŒgung stehen.

Wenn diese erste PrioritĂ€tsgruppe dann geimpft ist, werden weitere Gruppen an die Reihe kommen, insbesondere auch BĂŒrgerinnen und BĂŒrger mit Vorerkrankungen und chronischen Krankheiten. In der zweiten Stufe sind dann auch erstmals Polizeibeamte und Soldaten vorgesehen. Dazu mĂŒssen meines Erachtens unbedingt auch Lehrerinnen und Lehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher gehören. Erfreulicherweise hat es in dieser Hinsicht jetzt offenbar einen Sinneswandel bei der Bundesregierung gegeben und es muss dazu keinen Streit geben.

Damit aber nicht wieder zu große Erwartungen entstehen: Diese zweite PrioritĂ€tsgruppe dĂŒrfte erst im zweiten Quartal nach und nach Impfangebote erhalten, bis dahin werden die Hochbetagten im Vordergrund stehen.

Wenn wir auf das ganze Jahr blicken, können wir den Impfkalender ganz grob wie folgt einteilen:
– Im ersten Quartal mĂŒssen wir auch fĂŒr den noch verbleibenden Rest mit einer Mangelverwaltung rechnen. Es wird nicht genug Impfstoff geben, um alleine die WĂŒnsche aus der ersten PrioritĂ€tsgruppe schnell und grĂŒndlich abzuarbeiten.

– Im zweiten Quartal wird sich das aller Voraussicht nach deutlich Ă€ndern. Wenn alles gut geht, können wir im zweiten Quartal allen impfwilligen Menschen in den drei Priorisierungsgruppen Impfungen anbieten. Schon in dieser zweiten Phase möchten wir die niedergelassenen Ärzte mit in den Impfprozess einbeziehen.

– Im dritten Quartal wird sich womöglich eine ganz andere Lage darstellen: Es gibt dann jede Menge Impfstoff, vor allem gibt es dann auch genug Impfstoff, damit die HausĂ€rzte ĂŒberall in Niedersachsen Impfangebote machen können. Das wĂ€re wirklich ein echter Durchbruch und die Grundlage dafĂŒr, die Pandemie endlich in den Griff zu bekommen.
BestÀtigen sich diese Planungen, dann bleibt unser Ziel realistisch: Alle impfwilligen Menschen in Deutschland sollen bis zum Ende des dritten Quartals ein Impfangebot erhalten! Wenn das gelingt, haben wir es hoffentlich geschafft.

ZurĂŒck zur Gegenwart
Regeln zum Infektionsschutz und Impfungen sind SĂ€ulen unseres Vorgehens, Schutzkonzepte fĂŒr einzelne Bereiche sind es nicht minder. Auch diese Schutzkonzepte wollen wir weiter ausbauen.

Das betrifft zunĂ€chst die Masken. Wir wollen als Land vor allen Dingen besonders exponierten LandesbeschĂ€ftigten einen zusĂ€tzlichen Schutz bieten, also den Lehrerinnen und Lehrern, Polizeivollzugsbeamten und den BeschĂ€ftigten im Justiz- und Maßregelvollzug.
Hierzu werden zunÀchst 15 Millionen FFP2- und sieben Millionen OP-Masken zur Verteilung freigegeben.

FĂŒr die BeschĂ€ftigten in Schulen und den KindertagesstĂ€tten gibt es jetzt darĂŒber hinaus ein freiwilliges Testangebot. Bis zu den Osterferien können sich die ĂŒber 100.000 LehrkrĂ€fte und Schulleitungen, die pĂ€dagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch die kommunalen BeschĂ€ftigten in den Schulen einmal pro Woche testen lassen. Dieselbe Möglichkeit soll es auch fĂŒr die rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege geben. Handelt es sich bei diesen Personen zwar nicht um Landesbedienstete, ĂŒbernimmt das Land dennoch die HĂ€lfte der Kosten, sofern die andere HĂ€lfte der jeweilige örtliche TrĂ€ger der Einrichtung trĂ€gt. Auch in anderen Bereichen mit unvermeidbaren Kontakten wie der Polizei, Landesaufnahmebehörde, Justiz- und Maßregelvollzug wird es freiwillige Testangebote geben fĂŒr die BeschĂ€ftigten des Landes.

Bei einer vollstĂ€ndigen Inanspruchnahme dieser Angebote werden dafĂŒr ĂŒbrigens ca. 40 Millionen Euro Kosten entstehen.

Neuer Corona-Schnelltest
In wenigen Wochen erwarten wir dann auch die Zulassung von neuen Schnelltests. Wie wir es ja auch wĂ€hrend dieser Sitzungsperiode erleben, sind die bisherigen Verfahren nicht ohne Aufwand und auch nicht sonderlich angenehm. Das soll sich Ă€ndern, es werden Schnelltests erwartet, bei denen schon ein Abstrich im unteren Nasenbereich oder in der Wange genĂŒgt. Obendrein soll der Preis fĂŒr diese Tests deutlich niedriger sein.

Sobald diese Möglichkeit besteht, werden wir wiederum mit großen Mengen diese Chance nutzen, im Bildungswesen und anderen geeigneten Bereichen mehr Sicherheit durch mehr Tests zu schaffen. Auch in vielen Unternehmen und im privaten Bereich gibt es damit die Chance oft zu testen.
Meine Forderung an den Bund ist: Schnelle Zulassung der Tests und eine ambitionierte, möglichst bundesweite Teststrategie.

Last but not least, auch wissenschaftlich ist vieles in Bewegung
Ich war jedenfalls sehr beeindruckt davon, wie SpĂŒrhunde eine Corona-Infektion identifizieren können. Die TierĂ€rztliche Hochschule in Hannover hat jetzt einen entsprechenden Nachweis erbracht und wir wollen in Machbarkeitsstudien klĂ€ren, ob auch auf diese Weise die Sicherheit in allen sensiblen Bereichen weiter verstĂ€rkt werden kann.

Es tut sich also ausgesprochen viel und auch das wird seinen Beitrag dazu leisten, mehr Sicherheit in unsere Gesellschaft hineinzubringen.

Bis wir die Infektionszahlen dauerhaft reduziert haben und bis insbesondere auch alle Wirtschaftsbranchen wieder ihre Arbeit aufnehmen können, wird weiter eine sehr aktive UnterstĂŒtzung nötig sein. Ja, sie wird sogar umso wichtiger, je lĂ€nger Handel, Gastronomie und andere Bereiche stillgelegt sind.

Bislang sind in Niedersachsen 95 Prozent der AntrĂ€ge auf die Novemberhilfe und 64 Prozent auf die sogenannte Dezemberhilfe ausgezahlt worden. Bis MĂ€rz sollen alle AntrĂ€ge abschließend bewilligt sein.

Jetzt steht allerdings eine vielleicht noch grĂ¶ĂŸere Herausforderung ins Haus
In der vergangenen Woche hat die Bundesregierung endlich die Möglichkeit eröffnet, online AntrĂ€ge auf eine ÜberbrĂŒckungshilfe 3 zu stellen, die die Umsatzeinbußen in diesem Jahr entschĂ€digen soll.
Wir hoffen darauf, dass AbschlĂ€ge auf entsprechende AntrĂ€ge sehr schnell vom Bund ausgezahlt werden, danach erfolgt die endgĂŒltige Bearbeitung auf Landesebene und zwar durch die NBank. Da das Verfahren keineswegs trivial ist und viele, viele AntrĂ€ge zu erwarten sind, handelt es sich dabei um eine Herausforderung, die allen Beteiligten viel abverlangen wird. Wir messen einer zĂŒgigen Auszahlung der Wirtschaftshilfen eine große Bedeutung zu.

Damit bin ich am Ende meines aktuellen Berichts angelangt
Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Die BekÀmpfung dieser Pandemie ist zÀh und sie verlangt allen Beteiligten ungeheuer viel ab. Zwei Monate Lockdown und viele alltÀgliche EinschrÀnkungen hinterlassen ihre Spuren, von den riesigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen SchÀden der letzten Monate einmal ganz zu schweigen.
Unsere ganze Gesellschaft steht unter Stress und sehnt sich nach einem Ende dieser Belastungen. An dieser Stimmung ist nichts zu deuteln und ich kann den Frust jeder und jedes einzelnen gut verstehen. Dennoch: Auch die Fortschritte sind unĂŒbersehbar, die wir gemeinsam schaffen. Das gilt fĂŒr die Infektionen, das gilt fĂŒr die Impfungen, das gilt fĂŒr Schutzkonzepte und UnterstĂŒtzung. Nichts davon ist perfekt, ĂŒberall könnten wir es uns noch besser vorstellen. Aber noch einmal: Die Fortschritte sind unĂŒbersehbar und ermutigend.

Sagen wir das ĂŒberall auch laut und deutlich. Die PandemiebekĂ€mpfung bleibt auch weiterhin kein Spaziergang, die PandemiebekĂ€mpfung ist tatsĂ€chlich ein langwieriger und zĂ€her Kampf mit einem sehr unangenehmen Gegner.

DafĂŒr braucht es immer wieder auch Ermutigung und eines können wir mit Fug und Recht allen BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg, mag er auch noch lang und steinig sein. Wir sind auf dem richtigen Weg, wir kommen voran – lassen Sie uns diesen Weg deswegen bitte gemeinsam weitergehen!”

Ihr Stephan Weil