Draußen wird noch gehĂ€mmert, im GebĂ€ude gibt es letzte GesprĂ€che zu Sicherheit und AblĂ€ufen, ansonsten mĂŒssen nur noch ein paar Möbel aufgestellt und die Technik installiert werden: Das Impfzentrum des Landkreises Holzminden in der Holzmindener Zeppelinstraße 6 ist praktisch fertig.

Dank einer pragmatischen und gelungenen Hand-in-Hand-Aktion des Vermieters, den Johannitern als kĂŒnftigen Betreibern und den zustĂ€ndigen Verwaltungen von Kreis und Stadt ist innerhalb von drei Wochen ein betriebsbereites Zentrum mit vier Impfstrecken aus dem Boden gestampft worden. Bei einer letzten Begehung konnte sich Landrat Michael SchĂŒnemann davon ĂŒberzeugen, dass es losgehen kann – wenn die Bundesregierung und das Land eine Regelung fĂŒr die Ă€rztlichen Dienste gefunden hat.

Im Eiltempo hat Vermieter Carl-Otto KĂŒnnecke neben vielen anderen baulichen Vorbereitungen zwei TĂŒren einbauen lassen und entsprechende Strom- bzw. InternetanschlĂŒsse gelegt. Nachdem die Johanniter in einem Schnellvergabeverfahren als Betreiber feststanden, hatten sie die Messebaufirma Weber aus Delligsen mit der Gestaltung der InnenrĂ€ume beauftragt. Die Umsetzung erfolgte in kĂŒrzester Zeit. Jetzt stehen neben dem Empfang und einer Registrierung auch genĂŒgend RĂ€ume fĂŒr den Wartbereich vor und nach der Impfung, fĂŒr Ärzte und Personal sowie fĂŒr die Impfung selbst fest. Sebastian Multhoff, Dienststellenleiter der Johanniter Unfallhilfe des Ortverbandes Holzminden ist sehr zufrieden. „Wir sind außerordentlich dankbar fĂŒr die schnellen und unbĂŒrokratischen Entscheidungswege, mithilfe derer wir das hier in Rekordzeit auf die Beine haben stellen können“, erklĂ€rt Multhoff. Neben den zustĂ€ndigen Bereichen der Kreisverwaltung lobt Multhoff auch Polizei und das stĂ€dtische Bauamt sowie den Brandschutz. „Das ging alles Hand in Hand, so dass es eigentlich nur noch Kleinigkeiten in Bezug auf den Bau zu klĂ€ren gibt“, ergĂ€nzt er.

18 Personen sind schon gefunden
Als Personal sind mittlerweile auch schon 18 Personen gefunden worden, hauptsĂ€chlich im Verwaltungsbereich. Weitere acht vor allem fĂŒr den medizinischen werden noch benötigt. „Was derzeit fehlt, sind noch weitere Notfall- oder Rettungsassistenten, die auch impfen können“, ergĂ€nzt Anja Mundhenke, Holzmindener Rettungswachenleiterin und kĂŒnftige Leiterin des Zentrums. Betrieben werden soll das Impfzentrum in zwei Schichten, was die AblĂ€ufe betrifft, sind schon die ersten Schulungen angelaufen und auch der Einsatz des mobilen Teams fĂŒr Impfungen in Seniorenheimen und bei PflegebedĂŒrftigen wird bereits geplant.

Ein letzter Knackpunkt ist noch die Besetzung des Ă€rztlichen Leiters und der fĂŒr die ImpfvorgĂ€nge verantwortlichen Ärzte. Bisher ungeklĂ€rt ist dazu bisher, ob deren Verpflichtung auf Honorarbasis oder als sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigte erfolgen soll. Letzteres wĂŒrde die Suche nach entsprechenden KrĂ€ften wohl erheblich erschweren, weil weder schon pensionierte noch Ärzte mit einer eigenen Praxis dann noch fĂŒr eine Rekrutierung in Frage kĂ€men. „Die Vertreter der Landkreise haben in diesem Zusammenhang schon eindeutig ĂŒber den NiedersĂ€chsischen Landkreistag Stellung bezogen und auf eine schnelle Entscheidung gedrungen“, stellt Landrat Michael SchĂŒnemann dazu klar. Die Koppelung mit der Sozialversicherungspflicht wĂŒrde auch in Holzminden deutliche Probleme aufwerfen, obwohl sich auch hier einige pensionierte Ärzte sofort gemeldet hatten. FĂŒr eine weitere schnelle Umsetzung sei allerdings ĂŒberhaupt eine klare Entscheidung notwendig.          


Anmeldung und Terminvergabe

Anmeldung und Terminvergaben werden nach Zulassung des Impfstoffes ĂŒbrigens zentral vom Land gesteuert, weder der Landkreis noch die Leitung des Impfzentrums wird das in irgendeiner Weise beeinflussen können. Das bedeutet, dass nur wer ein Schreiben vom Land vorweisen kann, auch geimpft wird. „Es ist möglich, dass sich in den gesamten AblĂ€ufen dann in den ersten Wochen noch einiges einruckeln muss“, sind sich die Vertreter der Johanniter und der Landrat bei der Begehung einig. Doch das dĂŒrfte nur ein vorĂŒbergehendes Problem darstellen.