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Den Tagen mehr Leben geben – Palliativstützpunkt Hameln-Pyrmont

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Palliativstützpunkt
Das Team des Palliativstützpunktes mit Michael W. Scheider, Claudia Getschmann, Ina Maihöfer, Ina Heinzelmann, Ute Watzlaw- Schmidt, Barbara Mengerßen, Stefanie Thiedke und Dr. Frank. Heithecker.

Die meisten todkranken Menschen wünschen sich, in Würde zu Hause zu sterben. Denn dort, wo sie ihre Angehörigen in der Nähe, wo sie viele Erinnerungen an vergangene Erlebnisse und glückliche Zeiten haben, fällt der letzte Lebensabschnitt leichter als in der anonymen Umgebung eines Pflegeheimes oder Krankenhauses. Der Palliativstützpunkt Hameln-Pyrmont hilft, diesen Wunsch zu erfüllen. Er arbeitet mit derzeit 21 Pflegediensten und 16 Ärzten im Landkreis zusammen, koordiniert ein Team von Ärzten, Krankenschwestern, Physiotherapeuten, Pflegekräften und Psychologen und lässt somit die letzte Zeit des Lebens so angenehm wie nur möglich werden.

Die englische Ärztin Cicely Saunders gilt als Mutter der modernen Palliativmedizin. „ Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben“, hat sie als Leitspruch ausgegeben und damit wunderbar verdeutlicht, was Palliativmedizin soll: unheilbar Kranke dabei unterstützen, den Lebensabend mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu erleben, selbstbestimmt und ohne unnötiges Leid. Um so jeden der letzten Tage mehr Leben zu geben. Palliativmedizin geht dabei weit über das hinaus, was Ärzte traditionell leisten.

Die Hamelner Palliativmedizinerin Ute Watzlaw-Schmidt, Michael Scheider und Frank Heithecker schlossen sich vor zehn Jahren mit einer Gruppe von Hamlen-Pyrmonter Palliativärzten zusammen und gründeten den Palliativstützpunkt Hameln-Pyrmont. 2007 erteilte ihm die Landesregierung die Anerkennung, und seit 2008 wird er über das Landesamt für Soziales, Jugend und Familie gefördert.  Zuvor in der Süntelstraße beheimatet, hat er seit September seinen Sitz in der Wehrberger Str. 59. Von hier koordiniert er die palliative Betreuung von jährlich rund 450 Patienten im Landkreis.
Wird ein Patient palliativ betreut, kann er sich entscheiden, ob er zu Hause oder in ein Hospiz bleiben möchte. „ Wir können ihm den Krankenhausaufenthalt ersparen“, sagt Michael Scheider, der gemeinsam mit Dr. Frank Heithecker und Ute Watzlaw-Schmidt als Geschäfsführer des Stützpunktes fungiert. „Der Vorteil ist, dass der Patient bis zuletzt autonom bleibt. Er kann selbst entscheiden, welche Behandlung gemacht werden“, macht Heithacker deutlich. „ Mit dem ersten Besuch beim Patienten beginnt unsere Hilfe“, erklärt Koordinatorin Claudia Getschmann. Notwendige Hilfsmittel wie Pflegebetten, besondere Ernährung und mehr werden organisiert, ein Palliativmediziner stellt eine auf den Patienten abgestimmte Therapie zusammen und ein Pflegedienst wird mit der täglichen Betreuung beauftragt. 24 Stunden an 365 Tagen ist das Stützpunkt-Team erreichbar. „Durch eine Hotline die von den Hospiz Bad Pyrmont und Bad Münder betreut wird, kann in Notfällen sofort reagiert werden und schnelle Hilfe organisiert werden“.