Lenze zieht Bilanz: So war das Geschäftsjahr 2017/2018

44
Lenze_Geschäftsbericht
In diesem Jahr steht der Geschäftsbericht von Lenze unter dem Motto „Growing.Stronger.Better.Together“. Foto: Lenze

Die Lenze-Gruppe, mit Hauptsitz in Groß Berkel, hat ihren strategischen Wachstumskurs, wie sie mitteilt, im Geschäftsjahr 2017/2018 erfolgreich fortgesetzt und ihre finanziellen Kernziele sogar übertroffen.

Der Konzernumsatz erhöhte sich im Berichtsjahr um 9,2 Prozent auf 741 Millionen Euro und lag damit über den Erwartungen. Das organische, also das um Währungseffekte bereinigte Umsatzwachstum betrug sogar 11,2 Prozent. Eine Bestmarke erreichte auch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), das sich um 12,3 Prozent auf 65,7 Millionen Euro erhöhte. Die EBIT-Marge stieg auf 8,9 Prozent. Der Jahresüberschuss ist um 21 Prozent gewachsen. Grund dafür sei insbesondere eine sich günstig entwickelnde Steuerquote. Lenze bekräftigt zudem, bis zum Jahr 2020/2021 seinen Umsatz auf 850 Millionen Euro steigern zu wollen. Mit den Chancen der Digitalisierung peilt der Automatisierungsspezialist in den kommenden Jahren die Milliarde an.

Unter dem Strich hat die Lenze-Gruppe einen Brutto-Cashflow aus operativer Tätigkeit von 62,3 Millionen Euro (Vorjahr: 56,1 Millionen Euro) erwirtschaftet. Damit hat das Unternehmen ausreichend Spielraum für Investitionen. Am Standort Extertal in Nordrhein-Westfalen entsteht derzeit beispielsweise mit dem Mechatronic Competence Campus (MCC) ein wichtiges Zukunftsprojekt für Lenze. Insgesamt investiert das Unternehmen bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Mechatronik-Campus im Jahr 2020 insgesamt rund 50 Millionen Euro in den Standort.

Auch das Eigenkapital wurde gestärkt. Bei einer Bilanzsumme von 483,1 Millionen Euro betrug das Eigenkapital 321,3 Millionen Euro (Vorjahr: 299 Millionen Euro). Das entspricht einer Eigenkapitalquote von 66,5 Prozent gegenüber 64,1 Prozent im Vorjahr. Zusätzlich verfügt die Lenze-Gruppe über ein Nettofinanzvermögen in Höhe von 63 Millionen Euro (Vorjahr: 59,4 Millionen Euro).

Optimistisch in die Zukunft

Der Vorstand sieht Lenze für die Zukunft strategisch und finanziell sehr gut aufgestellt und positioniert sich selbstbewusst: „Wir wollen nicht weniger als den Takt in der weltweiten Fabrikautomation vorgeben und den digitalen Wandel ganz vorne mitgestalten“, so der Vorstandsvorsitzende Christian Wendler. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 rechnet er mit einem moderaten Umsatz- und Ergebniswachstum. „Wir verfolgen unsere Wachstumsstrategie und investieren überproportional in unsere Vertriebskanäle, in Forschung und Entwicklung sowie in das Dienstleistungsangebot im Bereich digitaler Services.“

  • WDH Geschäftsdrucksachen
  • Brillen Bühne

Digitale Zukunftsthemen, neue Produkte und verstärkter Vertrieb sind für Lenze Wachstumstreiber. „Auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Mechatronik aufbauend stärkt Lenze im Rahmen der Umsetzung seiner Strategie 2020+ gezielt seine Position als weltweiter Systempartner für die gesamte Maschinenautomatisierung. Dank skalierbarer Hard- und modularer Software nimmt Lenze hier zunehmend eine führende Rolle ein“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Von der Wachstumsdynamik des Unternehmens profitierten die strategischen Sparten Mechatronics und Automation Systems gleichermaßen. Auch der Umsatz in der Zukunftssparte Digital entwickelte sich im Berichtsjahr positiv. Als Taktgeber in der weltweiten Fabrikautomation verfügt Lenze nach eigenen Angaben mit seinen zwei Tochtergesellschaften, dem Bremer CPQ-Spezialisten encoway und dem Sindelfinger Software-Unternehmen logicline, über einen maßgeblichen Wettbewerbsvorteil, der es ermöglicht, digitale Services und Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus einer Hand anzubieten. Dazu zählen vor allem zentrale Zukunftsthemen rund um Industrie 4.0 und das Internet of Things (IoT).

Auch in den Ausbau des weltweiten Vertriebs hat Lenze erneut investiert und fokussiert seine Vertriebsaktivitäten gezielt auf fünf wachstumsstarke Branchen: Automotive, Consumer Goods, Converting & Printing, Intralogistic und Textile. In diesen Fokusindustrien könne das Unternehmen seine Anwendungs- und Marktkompetenz in hoch automatisierten Produktionsprozessen optimal einbringen, heißt es von Lenze. Mehr als 1.000 Kundenprojekten wurden im vergangenen Geschäftsjahr realisiert.

In der Produktentwicklung verfolgt das Unternehmen seit zwei Jahren eine Plattformstrategie, die sowohl Innovationszyklen als auch Marktdurchdringung beschleunigt und sich positiv auf die Kosten in einer schlanken Produktion auswirkt. Die verstärkten Vertriebsaktivitäten wirkten sich auch regional aus. Den größten absoluten Umsatzanstieg erzielte Lenze in Europa. Asien verzeichnete mit 18,6 Prozent den größten prozentualen Anstieg und der Umsatz in Amerika bewegte sich weiterhin auf hohem Niveau.

(red)