Tarifreform 2017: Öffis ziehen erste Zwischenbilanz und planen Fahrgasterhebung

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Öffis Landkreis Hameln-Pyrmont
Symbolbild. Foto: Archiv

Nach der Tarifreform vom 1. Januar folgte am 1. Februar die kreisweite Fahrplanausweitung um rund 15 Prozent. Anlässlich der ersten Gesellschafterversammlungen der Öffis in diesem Jahr wurde eine erste Zwischenbilanz gezogen.

Ein Plus bei Monatskarten und Abo

Im Bereich Monatskarten und Abo haben sich die abgesetzen Karten, nach Aussage Carsten Vetter, 1. Kreisrat, Landkreis Hameln-Pyrmont, im Januar um mehr als das Dreifache erhöht. Arne Behrens, Geschäftsführer der Öffis berichtet zusammenfassend: „Zurzeit gehen wir aufgrund von Befragungen unserer Mitarbeiter von rund 20 Prozent Neukunden aus. Monatskarten und Abo haben nicht nur hinsichtlich der Stückzahl, sondern auch bei den Einnahmen deutlich zulegen können. Es handelt sich mindestens um eine Verdopplung der geplanten Einnahmen. Wenn sich die Entwicklung so fortsetzt, haben wir bei Monatskarten und Abo die Chance, die 1 Millionen-Euro-Marke zu knacken“. In der Planung 2017 seien für Monatskarten und Abo noch rund 450.000 Euro angesetzt worden.

Als Vorteile der Verlagerung auf Monatskarten und Abo gibt das Unternehmen an, dass die Busfahrer sich mehr auf das Busfahren als auf das Abkassieren von Fahrgeldern konzentrieren können. Zudem werde der Fahrplan durch weniger Kaufprozesse besser eingehalten und die Kosten der Geldlogistik sinken. Nachteil sei jedoch, dass es durch die überproportional starke Nachfrage nach hochrabattierten Monatskarten und dem Abo bei gleichzeitig starkem Rückgang der „Bartarife“, beispielsweise Einzelfahrschein, 4er-Karte,  schwieriger werde, die Einnahmeziele insgesamt zu erreichen.

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Arne Behrens steht der zukünftigen Entwicklung positiv gegenüber: „Wir sehen uns sowohl Nachfrage- als auch Einnahmeentwicklung genau an. Um zusätzliche Einnahmen zu erzielen, laufen zurzeit zusätzliche Vertriebsmaßnahmen an.“ Er sei zuversichtlich, dass sie die Einnahmenplanung zum 31. Dezember 2017 erfüllen werden.

Constantin Grosch, Aufsichtsratsvorsitzender der Verkehrsgesellschaft Hameln-Pyrmont (VHP), ist ebenfalls positiv gestimmt: „Die Fahrplanumstellung hat zum 1. Februar gut geklappt. Dieses Mal sind sowohl Wünsche von Fahrgästen als auch Erfahrungen von Busfahrern eingeflossen.“ Größere Beschwerden von Kunden habe es bisher nicht gegeben und durch den Einsatz von Gelenkbussen habe Kapazitätsengpässen vorgebeugt werden können.

Fahrgasterhebung bei den Öffis

Die Öffis starten in der kommenden Woche mit einer umfassenden Marktforschung, um zusätzliche Erkenntnisse zur Verbesserung von Verkehrsangebot und Kundenzufriedenheit hinzugewinnen zu können, wie Geschäftsführer Arne Behrens bekannt gibt.

Die Firma Gesellschaft für Verkehrsberatung und Systemplanung (GVS) aus Hannover wurde nun beauftragt, eine Zählung und Befragung der Fahrgäste im Nahverkehr Hameln-Pyrmont durchzuführen. Dazu werden Mitarbeiter der GVS die Fahrgäste nach ihrem Weg, der genutzten Fahrkarte sowie des Fahrtzweckes befragen. Sie können sich entsprechend ausweisen. Die gewonnen Informationen über das Nutzungsverhalten der Fahrgäste werden nach Angabe der Öffis anonym behandelt und ausgewertet.

Ziel dieser Verkehrserhebung sei die Schaffung einer aussagekräftigen Datengrundlage für die Gestaltung des Fahrplans, daher werde um Verständnis und Unterstützung der Fahrgäste gebeten.