Am besten gelingt Einkaufen ohne VerpackungsmĂŒll mit einem vollen Korb leerer BehĂ€ltnisse aus eigenen BestĂ€nden. Es ist das Prinzip der Unverpackt-LĂ€den, die seit einigen Jahren in jeder grĂ¶ĂŸeren Stadt zu finden sind. Auch in Aerzen wird im FrĂŒhjahr ein solches GeschĂ€ft eröffnet. Aktuell wird noch per Crowdfunding fĂŒr das Projekt gesammelt.

Verpackungen mitbringen

Mit der Milchkanne zum Bauern, mit dem Korb zum Wochenmarkt, einkaufen im Tante-Emma-LĂ€dchen, wo es fĂŒr die Kids Kirschlutscher direkt aus dem Glas auf die Hand gab. Wer in den 1970er Jahren groß geworden ist, kennt das Prinzip des frischen und regionalen Einkaufs mit eigenen BehĂ€ltern gut. Eine Besorgung auf diese Art muss geplant werden. Mitzubringen sind feste Dosen fĂŒr empfindliche Ware, Netze fĂŒr loses Obst, GlasbehĂ€lter, wiederverwendbare PlastikgefĂ€ĂŸe.

Vom Traum zum Ziel

Mit ihrem Unverpackt-Laden „Loses GlĂŒck“ erfĂŒllt sich fĂŒr Jaqueline Hein ein Lebenstraum. Die 27-jĂ€hrige sieht in Aerzen mit seinem Einzugsgebiet und den Pendlern ein gutes Potenzial. Eröffnet wird im Mai, das anvisierte Ladenlokal ist barrierefrei, liegt zentral, bietet ParkplĂ€tze und ist mit dem Bus gut erreichbar. Im vorderen Teil ist ein CafĂ© geplant, mit dem Startup-Geld könnte eine Spielecke verwirklicht werden. Das RĂ€tsel um den Standort bleibt.

Hein: „Ich bin ĂŒberzeugt, wenn viele Menschen kleine Gewohnheiten Ă€ndern, fĂŒhrt dies global zu einer großen VerĂ€nderung.“

Die 27-jĂ€hrige Kauffrau Hein möchte nicht missionieren, sondern die Menschen ermutigen, „Schritt fĂŒr Schritt kleine Wege“ zu gehen. Ihr Standardsortiment enthĂ€lt Bio-Lebensmittel, Drogerieartikel wie Seifen oder Shampoos und Dinge des tĂ€glichen Bedarfs wie Reinigungsmittel. 40 bis 50 Glasspender sind bereits geordert, kleinere Dosen fĂŒr Kaffee, Tee und GewĂŒrze auch. Regionale Landwirte sollen frische Angebote wie Eier, GemĂŒse und Obst liefern. Kunden, die keine Zeit fĂŒr einen unverpackten Einkauf haben, können Einkaufslisten schicken und/oder BehĂ€lter vorab abgeben. Ihren Einkauf brauchen sie dann nur noch abholen.

Unverpackt einkaufen ist zeitgemĂ€ĂŸ

Im Unverpackt-Laden in Detmold haben sie und ihre Partnerin Virginia Hein sich schlau gemacht und fĂŒr sich selbst den sinnlichen Einkauf mit eigenen Verpackungen entdeckt. Wenn Nudeln in die wiederverwendbaren GefĂ€ĂŸe prasseln, haben nicht nur Kinder Spaß beim Einkaufen. „Back to the Roots“ mit persönlicher Betreuung im Tante-Emma-Laden, lautet das Motto fĂŒr Aerzen, es ist eine Herausforderung fĂŒr den Flecken und die Betreiberin.

Das Crowdfunding fĂŒr ein erweitertes Grundsortiment lĂ€uft noch bis zum 15. MĂ€rz. Mit Stand 5. MĂ€rz sind seit 14. Februar bereits 5888 Euro der angepeilten 8000 Euro zusammengekommen. Wer sich beteiligen möchte, findet unter https://www.startnext.com/losesglueck-unverpackt-laden alle Informationen zum Unverpackt-Projekt.

Weitere Unverpackt-Projekte im Landkreis

FĂŒr Kunden im Ostkreis besteht bereits seit August 2019 ein Unverpackt-Angebot der „Kornkiste“ in Bisperode. Absalom Aufdemkampe und Olivia Keussen verkaufen ihr breites Sortiment an Waren auch im Internet, verschickt werden diese mit wiederverwendbaren Verpackungen.

Auf dem Hamelner Wochenmarkt will der 23-jĂ€hrige Max-Ferdinand Heinke im April mit einem Unverpackt-Marktstand starten und anschließend die MĂ€rkte der Umgebung abfahren. Auch er wird, wie Hein, Nahrungsmittel des tĂ€glichen Bedarfs wie Nudeln, Reis oder MĂŒsli, zum AbfĂŒllen anbieten. Dinge, die in jeder KĂŒche alltĂ€glich gebraucht werden und die es nicht auf dem Markt gibt. (gla)