Soziales Projekt: Schüler zu Besuch im Seniorenstift Aerzen

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Im Rahmen eines Projekts besuchen 13 Schüler der Schule im Hummetal regelmäßig die Bewohner des Seniorenstifts Aerzen (mit Katharina Oppermann, stellv. Pflegedienstleitung (v.li.), Susanne Thom vom Begleitenden Dienst des Stifts und Ira Köhler, Lehrerin der Schule). Foto: Miriam Kopf

13 Schüler der Schule im Hummetal haben sich für den Wahlpflichtkurs „Gesundheit und Soziales“ entschieden, der sie in regelmäßigen Abständen (circa alle zwei Wochen) zu ihrem Kooperationspartner, dem Seniorenstift Aerzen des DRK-Kreisverbands Weserbergland, führt.

Es geht um Theorieblöcke wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Ernährung im Alter. Vor allem aber geht es um den persönlichen Kontakt mit den Senioren, das Kennenlernen und Ausprobieren.

Bei einem Treffen im Februar mischten sich drei Schüler unter die Damen und Herren der Hausgemeinschaft Heinz Rühmann: Einige der dementiell Erkrankten spielen mit ihrer Betreuungsperson Bingo. Der Kontakt zwischen Jung und Alt ist ohne Berührungsängste – die Schüler lesen ihrem Nachbarn die Zahl vor, lächeln aufmunternd und lernen nebenbei einiges über den Umgang mit Menschen, die ihre Erinnerung verlieren.

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Beim Bingo helfen drei Schüler ihren demenziell erkrankten Nachbarn ohne Berührungsängste. Foto: Miriam Kopf

Lehrerin Ira Köhler und Susanne Thom, vom Begleitenden Dienst, seitens des Stifts verantwortlich für die Zusammenarbeit, sind begeistert, wie gut das neue gemeinsame Projekt von den Schülern angenommen und umgesetzt wird. Besonders in den Erfahrungsberichten und der Nachbereitung eines jeden Besuchs merke Köhler, wie die im Schnitt 15- bis 16-Jährigen sich mit den Thematiken rund um das Thema „Pflege und Betreuung im Alter, Alltag mit alten Menschen“ beschäftigen.

  • Tischlerei Schirmag
  • Brillen Bühne

Auch Lucas und Tom, Schüler des zehnten Jahrgangs, starteten einen Selbstversuch. In einem Aufenthaltsraum des Seniorenstifts Aerzen lernten sie wie eine Mahlzeit im Seniorenstift aussehen kann: Der eine ist mit Lätzchen, Teller und Löffel ausgestattet. Der andere macht unsicher den Mund auf, als ihm der mit püriertem Etwas befüllte Löffel Richtung Mund geführt wird. Diese Erfahrung finden beide „komisch“. Die Konsistenz des Essens – selbst das Fleisch ist püriert – sei nicht schön. Mit geschlossenen Augen werde es noch schlimmer. Die beiden Jungen und ihre Mitstreiter im Praxisteil „Essen anreichen“ verstehen, welche hoch sensible Beziehung Pflegekraft und Bewohner allein bei einer Mahlzeit eingehen müssen.

Bis zu den Sommerferien stehen noch einige Besuche an. Thom und Köhler sind optimistisch, dass dieses für alle Seiten interessante und lehrreiche Projekt im neuen Schuljahr weitergeführt wird.

(red)