13 SchĂŒler der Schule im Hummetal haben sich fĂŒr den Wahlpflichtkurs „Gesundheit und Soziales“ entschieden, der sie in regelmĂ€ĂŸigen AbstĂ€nden (circa alle zwei Wochen) zu ihrem Kooperationspartner, dem Seniorenstift Aerzen des DRK-Kreisverbands Weserbergland, fĂŒhrt.

Es geht um Theorieblöcke wie PatientenverfĂŒgung, Vorsorgevollmacht oder ErnĂ€hrung im Alter. Vor allem aber geht es um den persönlichen Kontakt mit den Senioren, das Kennenlernen und Ausprobieren.

Bei einem Treffen im Februar mischten sich drei SchĂŒler unter die Damen und Herren der Hausgemeinschaft Heinz RĂŒhmann: Einige der dementiell Erkrankten spielen mit ihrer Betreuungsperson Bingo. Der Kontakt zwischen Jung und Alt ist ohne BerĂŒhrungsĂ€ngste – die SchĂŒler lesen ihrem Nachbarn die Zahl vor, lĂ€cheln aufmunternd und lernen nebenbei einiges ĂŒber den Umgang mit Menschen, die ihre Erinnerung verlieren.

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Beim Bingo helfen drei SchĂŒler ihren demenziell erkrankten Nachbarn ohne BerĂŒhrungsĂ€ngste. Foto: Miriam Kopf

Lehrerin Ira Köhler und Susanne Thom, vom Begleitenden Dienst, seitens des Stifts verantwortlich fĂŒr die Zusammenarbeit, sind begeistert, wie gut das neue gemeinsame Projekt von den SchĂŒlern angenommen und umgesetzt wird. Besonders in den Erfahrungsberichten und der Nachbereitung eines jeden Besuchs merke Köhler, wie die im Schnitt 15- bis 16-JĂ€hrigen sich mit den Thematiken rund um das Thema “Pflege und Betreuung im Alter, Alltag mit alten Menschen” beschĂ€ftigen.

Auch Lucas und Tom, SchĂŒler des zehnten Jahrgangs, starteten einen Selbstversuch. In einem Aufenthaltsraum des Seniorenstifts Aerzen lernten sie wie eine Mahlzeit im Seniorenstift aussehen kann: Der eine ist mit LĂ€tzchen, Teller und Löffel ausgestattet. Der andere macht unsicher den Mund auf, als ihm der mit pĂŒriertem Etwas befĂŒllte Löffel Richtung Mund gefĂŒhrt wird. Diese Erfahrung finden beide „komisch“. Die Konsistenz des Essens – selbst das Fleisch ist pĂŒriert – sei nicht schön. Mit geschlossenen Augen werde es noch schlimmer. Die beiden Jungen und ihre Mitstreiter im Praxisteil „Essen anreichen“ verstehen, welche hoch sensible Beziehung Pflegekraft und Bewohner allein bei einer Mahlzeit eingehen mĂŒssen.

Bis zu den Sommerferien stehen noch einige Besuche an. Thom und Köhler sind optimistisch, dass dieses fĂŒr alle Seiten interessante und lehrreiche Projekt im neuen Schuljahr weitergefĂŒhrt wird.

(red)