Eine 86-jährige Frau aus Aerzen erhielt am Mittwoch, 22. April, einen Anruf von einer männlichen Person, die sich als ihr Enkel ausgab. Der “Enkel” gab an, einen Unfall gehabt zu haben, aufgrund dessen er umgehend eine größere Bargeldsumme benötige.

Da die 86-Jährige die geforderte fünfstellige Summe nicht zu Hause hatte, bestellte der Anrufer der Dame ein Taxi, welches sie zu ihrer Bank fahren sollte.

Glücklicherweise kam die Seniorin mit der 62-jähigen Taxifahrerin ins Gespräch. Die Insassin erzählte ihr von dem Anruf und dem Grund für ihre Fahrt zur Bank. Die 62-Jährige schöpfte Verdacht, dass es sich um einen sogenannten Enkeltrick handeln könnte und informierte umgehend die Polizei.

Der aufmerksamen Taxifahrerin ist es zu verdanken, dass die Seniorin nicht um ihr Erspartes gebracht wurde.

Die Polizei rät in Fällen wie diesen:

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Anrufer am Telefon nicht selber mit Namen melden. Raten Sie nicht, wer anruft, sondern fordern Sie Anrufer grundsätzlich dazu auf, ihren Namen selbst zu nennen.

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben, die Sie als solche nicht erkennen. Erfragen Sie beim Anrufer Dinge, die nur der richtige Verwandte/Bekannte wissen kann.

– Geben Sie keine Details zu Ihren familiären und finanziellen Verhältnissen preis.

– Lassen Sie sich nicht drängen und unter Druck setzen. Nehmen Sie sich Zeit, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Rufen Sie die jeweilige Person unter der Ihnen lange bekannten Nummer an und lassen Sie sich den Sachverhalt bestätigen.

– Wenn ein Anrufer Geld oder andere Wertsachen von Ihnen fordert: Besprechen Sie dies mit Familienangehörige oder anderen Ihnen nahestehende Personen.

– Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen wie Schmuck an unbekannte Personen.

– Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110.

– Sind Sie bereits Opfer eines Enkeltricks geworden, zeigen Sie die Tat unbedingt bei der Polizei an. Dies kann der Polizei helfen, Zusammenhänge zu erkennen, andere Personen entsprechend zu sensibilisieren und die Täter zu überführen.

– Lassen Sie Ihren Vornamen im Telefonbuch abkürzen (aus Herta Schmidt wird beispielsweise H. Schmidt). So können die Täter Sie gar nicht mehr ausfindig machen. Zum Ändern eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an die Telekom.

(red)