Wildparks, Tiergärten und Zoos haben wie viele andere Unternehmen im Rahmen der Corona-Pandemie bereits unter dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 gelitten, leben sie doch im Wesentlichen von den Besuchereinnahmen. Die erneute Schließung seit dem 4. November 2020 hat die finanzielle Situation weiterhin verschärft. Während viele Tiergärten in anderen Bundesländern bereits geöffnet haben, gilt dies noch nicht für die niedersächsischen Parks.

Aus diesem Grund fand am Montag, 22.02.2021 auf Einladung des Deutschen Wildgehege-Verbandes e.V. eine Videokonferenz mit Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann statt. Neben dem Landtagsabgeordneten Thomas Ehbrecht (CDU), der seit Monaten die Tiergärten politisch unterstützt, war das Wirtschaftsministerium durch Herrn Wagner (Referat Mittelstand im MW) vertreten. Für die Tiergärten sprachen Eckhard Wiesenthal (1. Vorsitzender DWV e.V.), Arne Vaubel (Geschäftsführer Wildpark Schwarze Berge), Andreas Busemann (Geschäftsführer Zoo Osnabrück), Andreas Casdorff (Geschäftsführer Zoo Hannover) und Karl Görnhardt (Geschäftsführer DWV e.V.).

 Wildkatzen sehen wie in Springe.
Foto: Wisentgehege Springe

Tiergärten sicherer als Naherholungsgebiete
Minister Althusmann stellt die große Herausforderung im Umgang mit der Pandemie dar und wies auf die politischen Sorgen um eine weitere Welle durch mutierte Virusformen hin. Dem gegenüber steht die hohe psychische Belastung der Bevölkerung durch die notwendigen Einschränkungen in ihrer Lebensqualität insbesondere für Familien mit Kindern. Das erste Vorfrühlingswochenende belegte aber auch, wie groß der Drang der Menschen in die Natur ist, und wie schwierig es ist, hier alle Hygienegebote und Abstandsregeln einzuhalten.

“Unsere Tiergärten sind wesentlich sicherer als die meisten Naherholungsgebiete, in denen sich die Menschen derzeit insbesondere an den Wochenenden drängen. Denn im Gegensatz zur Natur gibt es in Wildparks und Zoos gewissenhafte Sicherheitsvorkehrungen, und es wird darauf geachtet, dass die Mindestabstände eingehalten werden, so Andreas Busemann vom Zoo OsnabrĂĽck. FĂĽr ein mögliches Ă–ffnungsszenario ist es dem 1. Vorsitzenden des DWV Eckhard Wiesenthal besonders wichtig, dass Tiergärten weder mit klassischen Freizeitparks noch mit Museen in einer Kategorie vereint werden.

Sehr intensive bundesweite Umfragen im vergangenen Jahr haben ergeben, dass auch in den Bundesländern, in denen Zoos und Tierparks dauerhaft öffnen durften, kein signifikantes Infektionsgeschehen zu beobachten ist, das auf Tiergärten zurückzuführen wäre, so Wiesenthal.

Die Wildparks verfügen über großzügige Freiflächen und Wegenetze, entlang derer ihre Tiere zu sehen sind. In den Tierparks und Zoos bleiben die Tierhäuser i.d.R. geschlossen, so dass auch hier der Besuch an der frischen Luft möglich bleibt. Über verschiedene Regelungen ist es möglich, den Besucheransturm zu entzerren, so dass ein Qualitätsbewusstsein erhalten bleiben kann. Dazu benötigen Tiergärten dringend einen Stufenplan, um sich noch weit vor den Ostertagen organisieren und vorbereiten zu können. Auch die Anpassung an ein regionales Infektionsgeschehen sollte Beachtung finden, wenn es um die Möglichkeit der Öffnung unserer Einrichtungen geht, so Wiesenthal.

Frischlinge im Wisentgehege Springe.
Foto: PR

Minister Althusmann unterstĂĽtzt die Forderungen
Diese Darstellungen wurden von Minister Althusmann ausdrücklich unterstützt und sollen in zukünftigen politischen Entscheidungen nach Möglichkeit Beachtung finden. Gemeinsam wurde die enge und gute Zusammenarbeit zwischen den Tiergärten, der Politik und der Verwaltung in Niedersachsen als eine Vorbildfunktion wahrgenommen, die zu steigendem Verständnis zwischen Entscheidungen und Umsetzungsmöglichkeiten führen kann. Dafür dankten die Tiergärten und der Deutsche Wildgehege-Verband der Politik und Verwaltung gleichermaßen sehr herzlich.

Wir verstehen uns auch durch unsere besondere Form der informellen Bildungsarbeit als Partner unserer Politik, die bei ihren rd. 5 Mio Gästen allein in Niedersachsen mit Spaß und Freude dennoch für viel Verantwortungsgefühl bei jedem einzelnen Gast werben wird, sagte Wiesenthal zum Abschluss.