Traumberuf Hebamme: Brigitte und Karin Hillen berichten

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Hebamme Hillen Kolibri Einbeckhausen
Brigitte und Karin Hillen berichten aus ihrem Arbeitsalltag als Hebamme. Foto: Brümmer

Nachdem Brigitte Hillen selbst vier Kinder bekommen hatte, wollte sie sich beruflich neu orientieren. Die gelernte Bürokauffrau suchte nach einer neuen Herausforderung und wurde dabei von ihrer eigenen Hebamme inspiriert. Im Alter von 34 Jahren entschied sie sich daher, die Ausbildung zur Hebamme zu absolvieren.

Nach drei Jahren machte sie sich im Jahr 1999 als Hebamme selbstständig und eröffnete schließlich 2013 die Praxis KOLIBRI in Eimbeckhausen. Ein Jahr später stieg ihre jüngste Tochter Karin nach der Ausbildung ebenfalls als Hebamme in die Praxis ein. „Ich wollte bereits von klein auf Hebamme werden, da mich die Arbeit meiner Mutter begeisterte“, berichtet Karin Hillen. Nun arbeiten Mutter und Tochter Hand in Hand in ihrem Traumberuf.

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Die beiden Hebammen begleiten Familien in einer der wichtigsten Phasen, nämlich dann, wenn Paare zu Eltern werden. Eine Hebamme begleitet die Familien während und nach der Schwangerschaft und wird im Grunde eine Stütze in einem neuen Lebensabschnitt. Eine angemessene Betreuung beginnt in den ersten Wochen der Schwangerschaft und dauert mindestens bis zum Ende der Stillzeit. „Man wird nie vergessen und immer mit dieser wunderbaren Zeit in Verbindung gebracht. Ich freue mich stets, wenn ich die Kinder später wiedertreffe, oder auch beim zweiten oder dritten Kind dabei sein darf“, berichtet Brigitte Hillen. „Es ist immer abwechslungsreich und jeder Tag ist anders. Das ist spannend“, ergänzt ihre Tochter. Zu ihren Aufgaben gehört neben regelmäßigen Hausbesuchen auch das Leiten von Kursen, wie beispielsweise Geburtsvorbereitung oder Rückbildungsgymnastik.

Ein besonderes Erlebnis hatte Brigitte Hillen vor ein paar Jahren mit einer 15-jährigen Mutter. Es waren nicht die besten Voraussetzungen, berichtet die Hebamme. Mit der Schule, Freunden und dem Erwachsenwerden haben Teenager schon genügend zu tun, ein Baby ist da fast undenkbar. Doch die 15-Jährige wuchs in ihre Mutterrolle toll hinein. „Sie meisterte es und war eine ganz bezaubernde Mama. Diese Entwicklung war ganz toll anzusehen und hat mich sehr gefreut“, erzählt sie. Dies ist eine der vielen positiven Geschichten des Berufes, doch es gibt auch negative Erlebnisse.

Karin Hillen habe schon öfters die Erfahrung gemacht, dass Familien in unserer schnelllebigen Zeit vergessen, einfach mal zu genießen und bewusst dem Alltag fern zu bleiben. Paare würden heiraten, ein Haus bauen und Kinder bekommen. Das sei der klassische Weg, doch viele Mütter machten sich verrückt, versuchten alles unter einen Hut zu bekommen und vergäßen dabei wahrzunehmen, was gerade in ihrem Leben passiert ist. Im Alltag geht die Familienzeit oftmals unter. „Es gehört zu den schönsten Zeiten im Leben. Jede Familie sollte sich bewusst machen, was da gerade passiert und diese besondere Zeit genießen. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt, sie sind jetzt ein Familienmitglied mehr. Da ist es egal, ob der Haushalt mal nicht zu 100 Prozent erledigt ist“, so Karin Hillen. Sie rät, diese Zeit zu genießen und auszukosten. Sich das kleine Wunder bewusst zu machen und glücklich zu sein.

Hebammen werden meist an Krankenhäusern oder Geburtskliniken mit einer Hebammenschule ausgebildet. Die Ausbildung dauert drei Jahre und umfasst sowohl Theorie als auch einen großen praktischen Teil. Dieser umfasst Einsätze im Kreißsaal, auf der Wochenstation, Neugeborenenstation, operativen und nichtoperativen Pflegestation, Operationssaal, Kinderklinik und in einer freien Praxis. Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung. Ab 2020 wird die Ausbildung der Hebamme an die Hochschulen verlagert und somit akademisiert, die theoretischen Inhalte werden in Vorlesungen gelehrt und praktisches Arbeiten lernen die Studierenden weiterhin in der Klinik.