Drei in Russland vermisste deutsche Soldaten wurden gefunden und identifiziert. Damit sind drei deutsche Schicksale endlich aufgeklÀrt. Dies geschah bei der Aktion der Russischen MilitÀrhistorischen Gesellschaft, die bei Rshev an der Wolga nach gefallenen sowjetischen Soldaten suchte.

An dieser Aktion beteiligte sich auch der Vorsitzende des Volksbundes Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge aus Bad Pyrmont, Helmut Eichmann, als Gast im russischen MilitĂ€rlager. Dies geschah auf Einladung durch den Vorsitzenden der deutsch-russischen Gesellschaft aus Chimki (Moskauer Gebiet) Vladimir Anzukov und durch Vermittlung von Dr. Walter Friesen (deutsch-russische Gesellschaft Ethos in Dortmund). Die Unterbringung und Verpflegung der rund 500 Personen war in einem Camp der russischen Armee.

“Am Anfang glaubte ich eine Skepsis zu spĂŒren, weil ich Deutscher war”, berichtet Eichmann von seinem Aufenthalt, “Doch am zweiten Tag kam der Leiter fĂŒr die Exhumierung deutscher Soldaten in Russland Denis Deryabkin ins Lager. Abends war eine PrĂ€sentation in einem Zelt und circa 60 Menschen waren versammelt. Plötzlich kam er zu mir und fragte, ob ich Herr Eichmann sei. Als ich das bestĂ€tigte, sagte er, es sei festgestellt worden, dass ein Deutscher anwesend wĂ€re. Ich sollte nach vorne kommen und mich vorstellen. Ich informierte ĂŒber meine ehrenamtliche Volkstrauer- und Friedensarbeit und erhielt großen Applaus.” Von da an seien ihm viele Teilnehmer sehr freundlich begegnet. Wie Eichmann mitteilt, begrĂŒĂŸten ihn die Frauen bei der Essensausgabe sogar auf Deutsch.

Das Ziel der Arbeit war, sowjetische Gefallene zu finden. In Eichmanns Arbeitsgruppe bei dem Dorf Tolstirkowa wurden sie auch fĂŒndig, aber die Identifizierungskapsel hatte im Inneren die Daten auf Papier und das war nicht mehr leserlich. Deutsche Identifizierungsmarken sind dagegen aus Stahl und ĂŒberdauern die Zeit.

Vladimir Anzukov fuhr mit Eichmann zur Deutschen Schule auf dem BotschaftsgelĂ€nde in Moskau. Dort fand abends eine Podiumsdiskussion statt. Bei einem anschließenden Imbiss sprach der Vorsitzende des Volksbundes in Russland Hermann Krause den Bad Pyrmonter Helmut Eichmann an und sie unterhielten sich ĂŒber die Exhumierung deutscher Soldaten.

“Es war abenteuerlich und ein sehr wichtiger Beitrag zur VölkerverstĂ€ndigung”, resĂŒmiert Eichmann.

(red)