„Ich habe großes VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass die Nachricht, wonach die Mitarbeitenden des Hamelner Jugendamtes die Aussage vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss (PUA) in DĂŒsseldorf am Montag verweigern wollen, in der Öffentlichkeit fĂŒr ein aufgeregtes Echo gesorgt hat. Daher ist es mir als neuer Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont umso wichtiger, deutlich zu machen, dass auch ich sehr großes Interesse daran habe, die AufklĂ€rung der MissbrauchsfĂ€lle von LĂŒgde mit allen mir zu VerfĂŒgung stehenden Mitteln zu unterstĂŒtzen.

Bereits so, wie der Landkreis Hameln-Pyrmont die Arbeit der Staatsanwaltschaft Detmold unterstĂŒtzt hat, kann auch der PUA auf die UnterstĂŒtzung meines Hauses zĂ€hlen“, erklĂ€rt Landrat Dirk Adomat.

Der nordrhein-westfĂ€lische Landtag hat dem Untersuchungsausschuss die Aufgabe ĂŒbertragen, Fehlverhalten auf allen mit dem Missbrauchsfall befassten Ebenen aufzuklĂ€ren. Insbesondere drei Themenbereiche sollen dabei behandelt werden:

  1. Ermittlungen der Polizei und der Staatsanwaltschaft im Missbrauchsfall
  2. Das Handeln der JugendÀmter und Kommunikation mit anderen Behörden
  3. Umgang der Landesregierung des Landes Nordrhein-Westfalen mit dem Fall ab Oktober 2018

„Mit Blick auf die persönlichen Entscheidungen meiner Mitarbeitenden, die Aussage vor dem PUA ggf. zu verweigern, darf jedoch nicht der Eindruck entstehen, dass der Landkreis Hameln-Pyrmont bzw. ich darauf hĂ€tte Einfluss nehmen können“, betont der Landrat.

Es verhĂ€lt sich juristisch vielmehr so, dass den Betroffenen diese Möglichkeit nach geltendem Recht offen steht.  Eine Entscheidung, die niemanden zum Vorwurf gemacht werden darf. Auch nicht von den Mitgliedern des PUA.

„Ich habe großen Respekt vor der sehr intensiven Arbeit des nordrhein-westfĂ€lischen PUA, der bestrebt ist, fĂŒr eine Aufarbeitung der schrecklichen MissbrauchsfĂ€lle zu sorgen. Diese Chance zur AufklĂ€rung trĂ€gt am Ende hoffentlich dazu bei, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen – zum Schutz aller Kinder“, so Adomat abschließend.