Aktuell ist es stiller geworden um die MissbrauchsfĂ€lle von LĂŒgde. In der jĂŒngsten Sitzung des Jugendhilfeausschuss berichtete der Landkreis erneut ĂŒber die nĂ€chsten Schritte. Es sollen VerĂ€nderungen im Jugendamt selbst stattfinden. So werden beispielsweise bestehende Standards und Vereinbarungen aufgefrischt oder neue Verfahren standardisiert. Es soll Workshops zum Thema „Dokumentation“ geben und das Konzept des Krisendienstes werde ĂŒberarbeitet.

Zudem kĂŒndigte der Landrat in einer der Pressekonferenzen zum Fall aus LĂŒgde an, ein PrĂ€ventionsprojekt zu starten. „Am PrĂ€ventionskonzept wird konzentriert gearbeitet: die Arbeitsgruppe des PrĂ€ventionsprojektes „sexualisierte Gewalt“ hat sich bereits mehrmals getroffen“, erklĂ€rt Pressesprecherin des Landkreises Sandra Lummitsch. Mit diesem Projekt will der Landkreis Kinder und Eltern stĂ€rken, die Gesellschaft fĂŒr das Thema sensibilisieren und FachkrĂ€ften mehr Handlungsspielraum geben. Es soll aber auch TĂ€terprĂ€vention betrieben werden. „Es wird zudem geprĂŒft, ob das Projekt als Modellprojekt bzw. wir als Modellregion im Rahmen des Bundesprogrammes „Wir vor Ort gegen sexuelle Gewalt“ angemeldet werden kann. Zu der Arbeitsgruppe gehören neben Mitarbeitenden des Jugendamtes Vertreter von DRK, Ev.-luth. Kita Verband, Grundschule am Rosenbusch Hessisch Oldendorf, Impuls-SAM, Kreisjugendring, Dt. Kinderschutzbund und Initiative Kinder von LĂŒgde“, ergĂ€nzt Lummitsch.

Am 1. Juli wird zudem die neue Jugendamtsleiterin ihren Dienst antreten. Außerdem bleibt abzuwarten, was die PrĂŒfung der Kommission ergibt.

Was war geschehen: Auf einem Campingplatz in Elbrinxen/LĂŒgde sollen drei MĂ€nner ĂŒber Jahre hinweg zahlreiche Kinder sexuell schwer missbraucht haben. Nach derzeitigem Stand soll es 31 Opfer gegeben haben. Der bisher erste nachgewiesene Missbrauchsfall soll im Jahr 2008 stattgefunden haben. Die verdĂ€chtigen MĂ€nner sollen mehr als 1000 Einzeltaten begangen haben.

Bei dem hauptverdĂ€chtigen Mann, der auf dem Campingplatz in LĂŒgde wohnt, hat ein MĂ€dchen gelebt, fĂŒr das das Jugendamt Hameln-Pyrmont zustĂ€ndig ist. Auch an ihr sollen sich die MĂ€nner immer wieder vergangen haben. Der HauptverdĂ€chtige sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft. In der Akte des Jugendamtes, die von der Staatsanwaltschaft Detmold untersucht wurde, gab es ein paar Unstimmigkeiten. Die Kreispolitik will den Fall genau untersuchen und reflektieren. Der Landkreis informiert regelmĂ€ĂŸig im Jugendhilfeausschuss.

(lbr)