Sonderausstellung ‚ÄěDie Schrecken des Krieges‚Äú im Museum im Schloss Bad Pyrmont bis zum 29. August 2021

 Nach dem langen Lockdown √∂ffnet das Museum im Schloss an diesem Wochenende endlich wieder seine Pforten. Pr√§sentiert wird eine Sonderausstellung, die das Herz aller Kunstfreunde h√∂herschlagen l√§sst. Und auch die Schlossinsel l√§dt dann wieder zu einem Spaziergang ein.

Francisco de Goya (1746‚Äď1828) ist einer der faszinierendsten K√ľnstler der Kunstgeschichte: Einerseits gilt er als Wegbereiter der Moderne und Erfinder r√§tselhafter Bildwelten, andererseits war Goya einer der letzten gro√üen Hofk√ľnstler und Autor eindr√ľcklicher Portraits.

1820 fertigte Goya die Serie ‚ÄěDie Schrecken des Krieges‚Äú. Die 80 Aquatinta-Radierungen entstanden als Reaktion auf die napoleonische Besatzung in Spanien ‚Äď eine Invasion, die 1807 begann und bis 1814 andauerte und deren verh√§ngnisvolle und blutige Folgen Goya eindr√ľcklich festhielt. In seinen Bildern ergreift er keine Partei, sondern veranschaulicht die menschliche Brutalit√§t in archetypischer Form. Somit stehen diese existenziellen Szenen stellvertretend f√ľr alle Kriege und erscheinen in ihrer darstellerischen Kraft nahezu zeitlos und beklemmend aktuell. Sie zeigen abgr√ľndige Verhaltensmuster menschlichen Handelns in extremen Situationen.

Die Ver√∂ffentlichung von derart ersch√ľtternden Arbeiten war im Klima dieser Zeit f√ľr den K√ľnstler zu gef√§hrlich. So wurde die erste Auflage der Radierungen erst 35 Jahre nach Goyas Tod im Jahr 1863 von der San-Fernando-Akademie in Madrid unter dem Titel ‚ÄěLos Desastres de la Guerra‚Äú gedruckt. Zu Lebzeiten fertigte Goya einen vollst√§ndigen Satz nummerierter Abz√ľge an, die er seinem Freund Ce√°n Berm√ļdez zukommen lie√ü. Diese Abz√ľge enthielten mit Bleistift eingef√ľgte Beschriftungen, die zum integralen Bestandteil der Bilder wurden. Heute befinden sich die Originaldruckplatten, von denen auch die im Museum im Schloss Bad Pyrmont ausgestellten Radierungen stammen, in der Calcograf√≠a Nacional in Madrid.

Traurige Vorahnung dessen was geschehen ist.
Foto: Museum Bad Pyrmont

Neben dem kompletten Satz der Serie werden exemplarische Radierungen aus den ‚ÄěLos Caprichos‚Äú gezeigt. Die gesellschaftskritischen satirischen Stiche gingen dem Zyklus ‚ÄěDie Schrecken des Krieges‚Äú voran. In ihnen verschmelzen Tr√§ume, Fantasien und Realit√§ts-bez√ľge.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Fabry-Museum Hilden.

Begleitend zu Ihrem Museumsbesuch erhalten Sie eine kostenlose Brosch√ľre mit den wichtigsten Details zu den ausgestellten Bildern.

Die langfristige Planung eines Begleitprogramms ist coronabedingt leider nicht m√∂glich. Aktuelle Informationen und Termine erfahren Sie auf unserer Homepage www.museum-pyrmont.de, auf Facebook und Instagram sowie √ľber die lokale Presse.

Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 im Landkreis Hameln-Pyrmont ist der Besuch des Museums nur mit vorheriger telefonischer Anmeldung möglich: 05281 606771