Landrat Tjark Bartels r├Ąumte in einer weiteren Pressekonferenz am Dienstag, 19. Februar, zu den Missbrauchsf├Ąllen in L├╝gde, Fehler ein. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes habe einen nachtr├Ąglichen Vermerk in die Akte des Pflegekindes geschrieben und zur├╝ckdatiert. Der Mitarbeiter ist derzeit freigestellt. Zudem sprach Bartels von einer Betreuungsl├╝cke ├╝ber circa acht Wochen, aufgrund eines Wechsels der w├Âchentlichen Betreuung.

Was war geschehen: Auf einem Campingplatz in Elbrinxen/L├╝gde sollen drei M├Ąnner ├╝ber Jahre hinweg zahlreiche Kinder sexuell schwer missbraucht haben. Nach derzeitigem Stand soll es 31 Opfer gegeben haben. Der bisher erste nachgewiesene Missbrauchsfall soll im Jahr 2008 stattgefunden haben. Die verd├Ąchtigen M├Ąnner sollen mehr als 1000 Einzeltaten begangen haben.

Bei dem hauptverd├Ąchtigen Mann, der auf dem Campingplatz in L├╝gde wohnt, hat ein M├Ądchen gelebt, f├╝r das das Jugendamt Hameln-Pyrmont zust├Ąndig ist. Auch an ihr sollen sich die M├Ąnner immer wieder vergangen haben. Der Hauptverd├Ąchtige sitzt seit Dezember in Untersuchungshaft.

Die Akte des Jugendamtes liegt derzeit bei der Staatsanwaltschaft, sie wurde Ende Dezember eingezogen. Nun habe eine F├╝hrungsperson des Jugendamtes am vergangenen Freitag dem Landrat gestanden, dass ein Aktenvermerk im Dezember nachgetragen und zur├╝ckdatiert wurde. Es sei nichts Falsches oder Verf├Ąlschendes gewesen, eher eine Art Zusammenfassung, damit sich die Akte besser lesen lasse. “Eine R├╝ckdatierung wird zum Problem, wenn ich sie mit Wissen vornehme, das ich zur Zeit der Erstellung nicht gehabt habe und damit eine Zielsetzung verfolge”, erkl├Ąrt Bartels. Daraufhin wurde der Mitarbeiter zun├Ąchst freigestellt.

Zudem sprach Bartels von einer Betreuungsl├╝cke von circa acht Wochen. Die Kraft des Betreuungsdienstes habe keinen guten Draht zum Pflegevater gehabt und daher wurde in der Zeit nach einem Nachfolger gesucht. Die Besuche haben in den acht Wochen nicht regelm├Ą├čig stattgefunden.

Auf das Jugendamt prasseln viele Vorw├╝rfe ein. Viele fragen sich wie dieses Verbrechen solange unerkannt bleiben konnte. Bei unangek├╝ndigten Besuchen h├Ątte man doch etwas merken m├╝ssen, doch Bartels h├Ąlt dagegen: ÔÇ×Ich glaube nicht, dass der Missbrauch h├Ątte erkannt werden k├Ânnen. Wenn es so einfach w├Ąre, h├Ątte ja auch ein Nachbar das alles entdecken k├ÂnnenÔÇť, argumentiert der Landrat.

Was mit dem Mitarbeiter passiert konnte Bartels zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen, die Akten liegen noch bei der Staatsanwaltschaft und der Landkreis warte noch immer auf eine Kopie.