Bei Abrissarbeiten der Parzelle des HauptverdĂ€chtigen auf dem Campingplatz Eichwald wurden weitere DatentrĂ€ger gefunden. Bereits am Donnerstag, 11. April und Freitag, 12. April wurde zwei CDs und zwei Disketten gefunden. Im Zusammenhang mit den Abrissarbeiten war die Polizei durch den Abrissunternehmer am 15. April ĂŒber den weiteren Fund von mehreren Videokassetten und CDs informiert worden. Die DatentrĂ€ger waren obenauf in einem Container aufgefunden worden, in dem Abrissschutt von der Parzelle des Hauptbeschuldigten zur Entsorgung abgeladen worden war.

Aufgrund von BeschĂ€digungen lĂ€sst sich aktuell lediglich eine CD teilweise auslesen. Nach bisherigem Kenntnisstand handelt es sich bei den Inhalten auf der CD nicht um relevante Daten, die auf weitere Opfer oder andauernden Missbrauch schließen lassen. Im Übrigen sei nach EinschĂ€tzung von Staatsanwaltschaft die Relevanz von DatentrĂ€gern fĂŒr die BeweisfĂŒhrung hinsichtlich der Missbrauchstaten geringer anzusehen, als in der öffentlichen Berichterstattung vermittelt werde. Eine grobe Sichtung einiger Videokassetten erbrachte bislang keine strafrechtlich relevanten Inhalte, sondern Unterhaltungssendungen. 

Die Herkunft der DatentrÀger konnte bislang nicht geklÀrt werden. Es wird auch die Möglichkeit in ErwÀgung gezogen, dass die DatentrÀger durch Unbekannte nachtrÀglich auf dem Schutt im Container abgelegt wurden. Die Auswertungen und Ermittlungen dauern an.

Die Polizei schloss aufgrund der umfangreichen Tatortarbeit der Ermittlungskommission “Eichwald”, der Angaben des Abrissunternehmers und der AblĂ€ufe bei den Abrissarbeiten aus, dass die DatentrĂ€ger aus der abgerissenen Behausung des Hauptbeschuldigten stammten und fĂŒhrte daher sofort Ermittlungen auf dem Campingplatz vor Ort zur Herkunft der DatentrĂ€ger durch.

Zudem stieß die Polizei auf den GerĂ€teverschlag, der auf Veranlassung des Campingplatzbetreibers ebenfalls vom Abrissunternehmer abgerissen werden sollte. Dabei gab der Campingplatzbetreiber heute gegenĂŒber der Polizei an, dass dieser Verschlag dem Hauptbeschuldigten zuzuordnen sei. Der Ermittlungskommission “Eichwald” war diese Information bislang nicht bekannt. Der Betreiber behauptet, die Polizei darĂŒber bereits vor lĂ€ngerer Zeit informiert zu haben.

Der unverschlossene Verschlag wurde daraufhin von Polizeibeamten bewacht und mit Zustimmung des Rechtsanwalts des Beschuldigten unmittelbar durchsucht. Es wurden Werkzeuge und Metallschrott aufgefunden. GegenstĂ€nde, die als Beweismittel in Frage kommen könnten, wurden nicht festgestellt. Dem Ă€ußeren Anschein nach wurde der Schuppen schon sehr lange nicht mehr betreten.

Eine Zerstörung der Behausung sei von dem richterlichen Durchsuchungsbeschluss nicht gedeckt und somit fĂŒr Polizei und Staatsanwaltschaft aus rechtlichen GrĂŒnden nicht zulĂ€ssig gewesen.

FĂŒr Staatsanwaltschaft und Polizei bestand zum entscheidungserheblichen Zeitpunkt keine Veranlassung, Beamte tagelang fĂŒr eine Beobachtung der Abrissarbeiten abzustellen oder selbst auf Kosten der Steuerzahler einen Abriss vorzunehmen. Nachdem der Abrissunternehmer einen Fund bei der Polizei gemeldet hatte, stand die Polizei mit diesem wĂ€hrend der weiteren Abrissarbeiten in engem Kontakt. Es waren dazu zeitweise auch Ermittler auf dem Campingplatz vor Ort.

Aus den vorgenannten GrĂŒnden erfolgt durch die Polizei auch keine erneute Durchsuchung des Abrissschutts der Behausungen der Beschuldigten.

(red)