Sie wird immer grĂ¶ĂŸer, die Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Bad Pyrmont. Auch politische Prominenz nimmt daran regen Anteil, beispielsweise der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schraps, der extra auf die Berliner Veranstaltung zum Volkstrauertag verzichtet hat, um nach Bad Pyrmont zu kommen, der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Vietz und SPD-Landtagsabgeordneter Ulrich Watermann. Alle Fraktionen und Parteien des Stadtrates waren gut vertreten.

Vor der Veranstaltung legten BĂŒrgermeister Klaus Blome und der Vorsitzende vom Volksbund Deutsche KriegsgrĂ€berfĂŒrsorge Helmut Eichmann KrĂ€nze bei SoldatengrĂ€bern auf den Friedhöfen in Holzhausen und Oesdorf sowie auf dem jĂŒdischen Friedhof nieder. Auch gedachten sie mit Blumen der SpĂ€theimkehrer am Kaiserplatz.

Es war diesmal ein sehr vielfĂ€ltiges Programm. Die Hauptredner am Ehrenmal in der Schloßstraße waren Klaus Blome, Helmut Eichmann und Pastorin Bettina Burkhardt, die betonten, im Gedenken an die vielen Kriegstoten, wie wichtig der Frieden fĂŒr uns ist. Daneben gab es KurzbeitrĂ€ge von Alla Barska von der Liberalen JĂŒdischen Gemeinde, Vladimir Anzukov, Leiter der russlanddeutschen Gesellschaft „Einheit“ im Moskauer Gebiet, sowie die stellvertretende Vorsitzende der Deutsch-französischen Gesellschaft Hameln Monique Schulz und als Vertreter der British Army Sergeant Alistair Laidlow mit Übersetzung durch Veronica Maguire. Auch eine Grußadresse von dem prominenten EU-Politiker Elmar Brok wurde verlesen.

Bei der musikalischen Begleitung gab es eine Sensation. Helmut Eichmann, der diese Veranstaltung seit 1992 ehrenamtlich ausrichtet, konnte in Bad Pyrmont zum ersten Mal kein Orchester finden. „Deshalb habe ich in meiner Not in Barntrup angerufen und der Leiter des Musikzuges Barntrup Nicola D`Andrea hat mir sofort Hilfe zu gesagt“, berichtet Eichmann. Außerdem sang der Frauenchor „Singfonie“ unter Leitung von Karin BrĂŒggemann. Gut prĂ€sent waren die Kameraden der HolzhĂ€user Feuerwehr mit Brandmeister Mario Lis und der HolzhĂ€user SchĂŒtzenverein mit PrĂ€sident Sebastian Eicke sowie die Pyrmonter SchĂŒtzengesellschaft mit PrĂ€sident Klaus Jakob.

Ein ganz besonderer Höhepunkt war das gemeinsame HĂ€ndereichen fĂŒr Frieden und Freundschaft zwischen Juden und Christen sowie zwischen den deutschen, französischen, englischen und russischen Vertretern. Nachdem Eichmann die Melodie der französischen, britischen und russischen Nationalhymnen kurz angesummt hatte, wurde die Versammlung mit dem gemeinsamen Singen der deutschen Nationalhymne beendet, das der Musikzug Barntrup begleitete.

Eichmann zur Veranstaltung: „Unsere GĂ€ste von anderen Nationen erleben in ihren LĂ€ndern Veranstaltungen von ganz anderem Ausmaß. Obwohl wir inzwischen die grĂ¶ĂŸte Veranstaltung im Weserbergland sind, können wir da natĂŒrlich nicht mithalten, aber Bad Pyrmont befindet sich auf einem guten Weg.“ (red)