AKW Grohnde: Verantwortung für das Standortzwischenlager für Brennelemente übertragen

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AKW Grohnde
Das Atomkraftwerk in Grohnde. Foto: Brümmer

Auf der Grundlage des Entsorgungsübergangsgesetzes wurden die Verantwortlichkeiten in Bezug auf Stilllegung von Kernkraftwerken und Entsorgung radioaktiver Abfälle in Deutschland neu geregelt: Für die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle sind die Betreiber der Kernkraftwerke zuständig, für die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt die Verantwortung beim Bund.
Mit Wirkung zum 1. Januar 2019 wurden bundesweit elf Zwischenlager an die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ / www.bgz.de) übertragen. Damit ging die Verantwortung für die Zwischenlagerung und die Entsorgung der darin befindlichen hochradioaktiven Abfälle von den Kernkraftwerksbetreibern auf den Bund über. Für die Standorte der PreussenElektra (PEL) gingen die Zwischenlager an den Standorten Brokdorf, Unterweser, Grohnde, Grafenrheinfeld und Isar mit derzeit rund 195 darin befindlichen Transport- und Lager-Behältern in das Eigentum des Bundes über.

Für die Übertragung wurden im letzten Jahr die organisatorischen, technischen und administrativen Voraussetzungen geschaffen. Am Standort Grohnde wechselten sieben PEL-Mitarbeiter zum 1. Januar 2019 zur BGZ, so dass die Kontinuität im sicheren Betrieb des Zwischenlagers gewährleistet ist. Darüber hinaus werden einige Aufgaben, wie zum Beispiel die Durchführung von bereits begonnenen Projekten sowie die Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen, durch die PEL als Dienstleistung für die BGZ erbracht.

  • WDH Geschäftsdrucksachen
  • Steinert Holz

Neuer Leiter des Standortzwischenlagers ist Carsten Harzer. Harzer war viele Jahre im KWG tätig, zuletzt als Leiter der leit- u. elektrotechnischen Qualitätssicherung.
Im Standortzwischenlager Grohnde befinden sich derzeit 34 beladene CASTOR®-Transport und Lagerbehälter.

Auch die Übertragung von schwach- und mittelradioaktiven Abfällen hat bereits begonnen
Zum 1. Januar 2020 werden auch die Läger für schwach- und mittelradioaktive Abfälle an die BGZ übertragen. Einen wesentlichen Meilenstein hat die PEL bereits im September geschafft. Am 20.September 2018 erließ die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) für die PEL den bundesweit ersten Zwischenbescheid für Abfallgebinde aus dem Kernkraftwerk Würgassen. Der Zwischenbescheid belegt, dass die Abfälle vollständig fachgerecht verpackt sind. Das ist ein wichtiger Schritt für die Bestätigung der Endlagerfähigkeit und die Grundlage dafür, dass die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle an die BGZ abgegeben werden können.

Zum Hintergrund:
Der Übergang der Verantwortung für die Entsorgung und Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen beruht auf dem Gesetz zur Neuordnung der Verantwortung in der kerntechnischen Entsorgung. Damit wurden Ende 2016 die Verantwortlichkeiten für die Stilllegung und den Rückbau der Kernkraftwerke sowie für die Entsorgung der radioaktiven Abfälle neu geregelt: Die Betreiber der Kernkraftwerke sind nach diesem Gesetz für deren Stilllegung und Rückbau sowie die fachgerechte Verpackung der radioaktiven Abfälle zuständig. Die Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung liegt in der Verantwortung des Bundes.

Die Finanzierung wird durch die bundeseigene Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“ gewährleistet. Sie ist Anfang Juli 2017 durch eine Einzahlung der Betreiber von Kernkraftwerken in Höhe von 24,1 Milliarden Euro mit Mitteln für diese Aufgabe einschließlich der Zwischenlagerung und des Transports der Abfälle zu einem Endlager ausgestattet worden.

(red)