Feuchttücher und Küchenrollenpapier problematisch

Norman Kunze, Leiter der Kläranlage in Emmerthal, erhielt in den vergangenen Tagen mehrere Anrufe zu der Frage, welche Alternativen es zu Toilettenpapier gebe. Wegen der derzeitigen Hamsterkäufe von Toilettenpapier machen sich diejenigen, die nicht hamstern scheinbar verstärkt Gedanken darüber, welche Alternativen sie für den Fall der Fälle hätten, so Kunze.

Für Kläranlagen gelte folgender Grundsatz: Je reißfester ein Papier ist, umso schwieriger ist die Entsorgung und umso größer ist die Gefahr von Schäden oder Verstopfungen an Pumpen und Leitungen. Besonders Feuchttücher stellen Abwasserbetriebe immer wieder vor große Probleme und sollten daher keinesfalls als Alternative verwendet werden. Ähnliches gilt für Küchenrollen.

Kunze und Bürgermeister Andreas Grossmann appellieren daher an die Bürger als Alternative zum Toilettenpapier im Fall der Fälle Papiertaschentücher oder ähnlich leicht strukturiertes Papier zu verwenden. So könne jeder dazu beitragen, dass auch in diesen Zeiten die Abwasserbeseitigung wie üblich sichergestellt werde.

Achtung: Verstopfungsgefahr!

Das Umweltbundesamt erklärt dazu: In Küchenrollen und Taschentüchern werden sogenannte Nassfestmittel auf Basis von biologisch schwer abbaubaren Polyamid-Epichlorhydrinharzen eingesetzt. Diese Stoffe sorgen dafür, dass Küchenrollen und Taschentücher im Gegensatz zu Toilettenpapier bei der Abwasserbehandlung nicht einfach zerfallen. Diese Produkte überstehen sogar einen Waschgang in der Waschmaschine problemlos, informiert das Umweltbundesamt. (red)