Der Anlagenstillstand mit Brennelementwechsel des Kernkraftwerks Grohnde (KWG) ist beendet: Die Anlage wurde im Laufe des Samstags hochgefahren und am frĂŒhen Sonntagmorgen wieder mit dem Stromnetz verbunden.

Die Revision stand ganz im Zeichen der Corona-Schutzmaßnahmen. Damit diese vollumfĂ€nglich eingehalten werden konnten, wurde die Revision umgeplant und dauerte daher gut drei Wochen lĂ€nger. In den letzten drei Wochen waren statt der sonst zu Spitzenzeiten ĂŒblichen rund 1.000 zusĂ€tzlichen Service-Mitarbeiter durchschnittlich nur rund 250 auf der Anlage. Die Organisation der Arbeiten erfolgte in Abstimmung mit der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde, dem Landkreis sowie dem zustĂ€ndigen Gesundheitsamt.

 

Alle vorgesehenen und fĂŒr die Sicherheit erforderlichen Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen sowie wiederkehrenden PrĂŒfungen der Anlage wurden durchgefĂŒhrt, inklusive des Einsatzes von 32 neuen Brennelementen. Die PrĂŒfungen und Instandhaltungsmaßnahmen bestĂ€tigten den guten technischen Gesamtzustand der Anlage. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauftragten Gutachterorganisationen ĂŒberwachten alle sicherheitstechnisch relevanten Arbeiten.

 

Anlagenleiter Michael Bongartz: „Wir sind erleichtert ĂŒber den sowohl aus technischer als auch aus gesundheitlicher Sicht guten Verlauf des Anlagenstillstands. WĂ€hrend dieses gesamten Zeitraums wurde durchgehend auf COVID-19 getestet. Es trat kein einziger COVID-19-Fall in unserer Anlage auf. Dies ist sicherlich auch auf unsere frĂŒhzeitigen und umfassenden Schutzmaßnahmen am Standort zurĂŒckzufĂŒhren. Mein Dank gilt meiner Mannschaft, die mit viel persönlichem Engagement dazu beigetragen hat, dass die Revision sicher fĂŒr alle durchgefĂŒhrt werden konnte. SelbstverstĂ€ndlich gilt mein Dank auch unseren Dienstleistern, die viel VerstĂ€ndnis fĂŒr diese UmstĂ€nde zeigten und somit einen reibungslosen Ablauf ermöglichten.“

 

Der fĂŒr Technik und Betrieb zustĂ€ndige GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dr. Erwin Fischer ergĂ€nzt: „Das Team vom KWG hat hier eine Meisterleistung vollbracht: Innerhalb kĂŒrzester Zeit wurden die ĂŒber 3.000 einzelnen ArbeitsauftrĂ€ge neu geplant, ArbeitsablĂ€ufe optimiert, erforderliche Belehrungen und Strahlenschutzuntersuchungen der externen FachkrĂ€fte vorgezogen. So mussten z.B. die Maßnahmen fĂŒr den Zutritt zur Anlage organisiert werden, Regelungen zur Umsetzung der Abstands- und Hygieneanforderungen bei der DurchfĂŒhrung der InstandhaltungstĂ€tigkeiten erarbeitet und deren Einhaltung auch tagtĂ€glich ĂŒberwacht werden. Auch fĂŒr eine problemlose Verpflegung der externen FachkrĂ€fte direkt auf dem AnlagengelĂ€nde wurde gesorgt. Diese Revision hat der Mannschaft in Sachen Planung und DurchfĂŒhrung alles abverlangt. Wir sind froh, dass das KWG als Teil der kritischen Infrastruktur in Niedersachsen wieder seinen Beitrag zur zuverlĂ€ssigen, sicheren und klimaschonenden Stromversorgung leisten kann.“

 

Zu Beginn der Revision wurde der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde ein meldepflichtiges Ereignis angezeigt.

Kurz vor dem Abfahren der Anlage zur Revision kam es zu einer Fehlfunktion des Leistungsschalters einer HauptkĂŒhlmittelpumpe. Die Pumpe wurde daraufhin fĂŒr circa eine Stunde zur Störungsbehebung außer Betrieb genommen. Dies hatte keine Auswirkung auf den sicheren Anlagenbetrieb. Der Schalter wurde getauscht und die Pumpe wieder in Betrieb genommen.

Das Vorkommnis liegt unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken („Stufe 0“). Der Aufsichtsbehörde wurde es nach Kategorie „N“ („Normal“) fristgerecht angezeigt.