Heute Morgen, 27. Mai, wurde das Kernkraftwerk Grohnde (KWG) wieder mit dem Stromnetz verbunden. Das Kraftwerk war seit dem 21. April fĂŒr den 36. Brennelementwechsel und zur jĂ€hrlichen Anlagenrevision abgeschaltet. Der Anlagenstillstand hatte sich um einige Tage verlĂ€ngert, da eine Messeinrichtung am Deckel des ReaktordruckbehĂ€lters ausgetauscht werden musste.

Die Ergebnisse der umfangreichen PrĂŒfprogramme und der zahlreichen Inspektionen aus der Revision belegen den sehr guten Zustand der Anlage. Die vollumfĂ€nglichen zerstörungsfreien PrĂŒfungen an zwei Dampferzeugern ergaben, dass alle Heizrohre – das sind jeweils ĂŒber 4.000 pro Dampferzeuger – in einem einwandfreien Zustand sind. Auch die Inspektionen der Brennelemente sowie der ĂŒbrigen Reaktoreinbauten waren ohne Befund. 52 neue Brennelemente wurden in den ReaktordruckbehĂ€lter eingesetzt. Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde und die von ihr beauf­tragten Gutachterorganisationen ĂŒberwachten alle sicherheitstechnisch relevanten Arbei­ten.

Anlagenleiter Michael Bongartz: „Wir haben eine der lĂ€ngsten Revisionen in der Geschichte des Kraftwerks wieder sicher umgesetzt. Es waren zusĂ€tzlich circa 1.000 externe FachkrĂ€fte im Einsatz, die gemeinsam mit der Kraftwerksmannschaft annĂ€hernd 4.000 ArbeitsauftrĂ€ge zuverlĂ€ssig erledigt haben. Das ist eine Spitzenleistung! Meiner Mannschaft und unseren Auftragnehmern gilt mein herzlicher Dank!“ Und weiter: „Die PrĂŒfergebnisse zeigten einen technisch sehr guten Zustand der Anlage. Wir haben trotzdem wieder einen zweistelligen Millionen-Betrag fĂŒr den weiteren sicheren und zuverlĂ€ssigen Betrieb des Kraftwerks investiert. Das KWG ist damit fit fĂŒr die verbleibenden gut zweieinhalb Jahre Stromerzeugung.

Im Verlauf des Anlagenstillstands hat das KWG der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde drei meldepflichtige Ereignisse angezeigt.

Im Rahmen einer Freischaltung eines Teilstranges des NebenkĂŒhlwassersystems kam es zum Eintritt von KĂŒhlwasser in einen Pumpenraum, wodurch die darin befindliche Pumpe ĂŒberflutet wurde. Sie war fĂŒr Revisionsarbeiten planmĂ€ĂŸig außer Betrieb. Die Pumpe wurde getauscht. Alle Komponenten im Pumpenraum wurden einer zusĂ€tzlichen FunktionsprĂŒfung unterzogen.

Im Rahmen des PrĂŒfprogramms im Frischdampfsystem wurden WanddickenschwĂ€chungen an Kleinrohrleitungen festgestellt. Die IntegritĂ€t der Leitungen war ausreichend, sie wurden vorsorglich getauscht.

Ferner kam es bei einer wiederkehrenden PrĂŒfung zu einem unplanmĂ€ĂŸigen Start eines Notspeisenotstromdiesels aufgrund einer abweichenden PrĂŒfeinstellung. Nach Korrektur der Einstellung wurde die PrĂŒfung erfolgreich wiederholt.

Alle Vorkommnisse liegen unterhalb der siebenstufigen internationalen Skala zur sicherheitstechnischen Bewertung von Vorkommnissen in Kernkraftwerken („Stufe 0“). Der Aufsichtsbehörde wurden sie nach der Kategorie „N“ fristgerecht angezeigt.

(red)