Energiewende und geplante Projekte im Fokus

Ohr. Der nieders├Ąchsische Umweltminister Olaf Lies war letzte Woche im Institut f├╝r Solarenergieforschung (ISFH) in Ohr zu Gast. Damit war er der Einladung des SPD-Landratskandidaten Dirk Adomat gefolgt und wollte sich unter anderem genauer zur Rolle des ISFH im Zusammenhang mit der Energiewende sowie ├╝ber aktuelle und geplante Projekte informieren.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Bestrebungen des Bundes, Forschungsgelder zu k├╝rzen, stand allerdings auch dieses Thema auf der Agenda. Das ISFH entwickelt mit derzeit 155 Mitarbeitern innovative Technologien f├╝r die Solarenergienutzung. Aktuell betr├Ągt das Umsatzvolumen 10 Millionen Euro pro Jahr. 3,6 Millionen Euro davon stellt das Land Niedersachsen bereit. Auf die von den K├╝rzungen auf Bundesebene betroffene Projektf├Ârderung f├╝r Verbundforschung mit Firmen entfallen 5 Millionen Euro. Der Anteil dieser wettbewerblich eingeworbenen Projektmittel ist nicht unerheblich. Da dahinter nicht nur Projekte und Planungen mit Kooperationspartnern, sondern auch Arbeitspl├Ątze und damit Menschen stehen, war man nach Angaben des ISFH an der Sichtweise des Landesministeriums sehr interessiert.

Integration der Solarenergie

Vor 20 Jahren war Minister Lies zum ersten Mal zu Besuch am ISFH. Damals ging es noch um ÔÇ×InselfragenÔÇť hinsichtlich der Solarenergie, diesmal dagegen um ÔÇ×IntegrationÔÇť. Lies betonte, dass Klimaschutz und Energiewende eine Chance darstellten, die oft nicht erkannt w├╝rde. Er sei sich sicher, dass der Umstieg von fossiler auf solare Energie und h├Âhere Investitionen in Forschung und Innovation Arbeitspl├Ątze sichern. Allerdings fehle auf Bundesebene ein klarer Kurs in der Energiewende.

Lies hob besonders die Innovationen f├╝r private und gewerbliche Anwender hervor, die regelm├Ą├čig am ISFH entstehen. Dar├╝ber hinaus sei Photovoltaik der ÔÇ×g├╝nstigste Weg der EnergieerzeugungÔÇť. ÔÇ×Die Solarenergie und die damit verbundene Forschung ist ein wesentlicher Baustein zum Gelingen der Energiewende ÔÇô wir brauchen nicht weniger, sondern mehr wissenschaftliche Unterst├╝tzung f├╝r ihre UmsetzungÔÇť, erl├Ąutert Institutsleiter Prof. Rolf Brendel. Der Minister k├╝ndigte an, die besondere internationale Rolle des ISFH in Berlin zu verdeutlichen.

Projekte am ISFH

Viele der Forschungsprojekte verfolgen das Ziel, der Wirtschaft und den Verbrauchern Wege zu ├Âffnen, um Energie zu sparen, sinnvoll einzusetzen und vor allem die Umwelt nachhaltig und langfristig zu schonen.

Im Rahmen seines Rundganges, nahm der Minister einen neuen Pr├╝fstand f├╝r Frischwasserstationen in Betrieb. Hierbei geht es um die Erw├Ąrmung des Trinkwarmwassers just-in-time mit Durchfluss-Trinkwassererw├Ąrmern unter Einsatz von W├Ąrmepumpen und Solarthermie. ÔÇ×Mit diesem Pr├╝fstand k├Ânnen L├Âsungen f├╝r eine breite Palette von Anwendungen entwickelt und optimiert werden ÔÇô Geschosswohnungsbau und gewerbliche Anwendungen wie Sporthallen, Hotels und Campingpl├Ątze etc. CO2-Einsparungen von etwa 15 Millionen Tonnen im Jahr sind damit in Deutschland m├ÂglichÔÇť, erkl├Ąrt Peter P├Ąrisch vom ISFH. Der Pr├╝fstand wird in Zukunft genutzt, um in enger Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen die n├Ąchste Generation von Trinkwarmwassererw├Ąrmern zu entwickeln. Dies sei ein gutes Beispiel f├╝r den Praxisbezug vieler Projekte, so P├Ąrisch.
Nach dem Rundgang fand eine Diskussionsrunde zwischen Minister Lies, den beiden Landtagsabgeordneten Dirk Adomat und Ulrich Watermann sowie dem Institutsleiter Prof. Rolf Brendel und leitenden Angestellten des ISFH statt. (red)