Polle. Die größte Adventskerze Norddeutschlands leuchtet seit nunmehr 21 Jahren vom 1. Adventswochenende bis zum Dreikönigstag auf der Burg Polle.

Sturm, Regen oder Schnee konnte die Aktiven der Laienspielgruppe Polle und der Ortsfeuerwehr Polle nicht daran hindern, die Kerze – der mit einer roten LKW-Plane umhüllte und mit LED-Strahlern beleuchtete Burgturm – pünktlich zur Eröffnung des Adventsmarkts zum Leuchten zu bringen. Doch in diesem Jahr war alles anders. Der Heimat- und Kulturverein musste den Adventsmarkt aufgrund der Corona-Pandemie absagen, die Feuerwehr durfte nur noch zu Notfällen ausrücken und die Verordnung vom 2.11. 2020 besagte, dass maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen dürfen.

Also keine Chance, die von der Brauerei Allersheim gespendete Plane auf den Turm zu transportieren. Hierfür sind zwölf bis fünfzehn kräftige Männer erforderlich. Aber Polle ohne Adventskerze? „Geht nicht – gibt’s nicht!“ sagten sich die Verantwortlichen der Laienspielgruppe und testeten die im letzten Jahr mit Fördermitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur und einer Spende der Sparkassenstiftung Hameln-Weserbergland mitfinanzierten neuen LED-Bühnenscheinwerfer.

Das Amtshaus ist ebenfalls beleuchtet.
Foto: Laienspielgruppe Polle

Das Ergebnis war verblüffend. Die Lichtstärke der Scheinwerfer reichte aus, den Burgturm in einem satten Rot erstrahlen zu lassen. Also wurde der Docht mit seinen 180 Glühbirnen aufgebaut, die Scheinwerfer eingerichtet und Kabel verlegt. Und das alles im Rahmen der Vorgaben der Verordnung mit nur drei Personen aus zwei Haushalten! Zusätzlich hat die Laienspielgruppe auch erstmals die Fenster des Amtshauses weihnachtlich beleuchtet.

So strahlt die größte Adventskerze Norddeutschlands vom 1. Advent bis zum Dreikönigtag auch in Zeiten von Corona weit in das Wesertal. Nicht wie gewohnt mit der roten Plane, sondern etwas anders. Aber sie leuchtet!