Wandel nach AKW-Aus: Gemeinde Emmerthal startet Umfrage zur Wirtschaft

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AKW Grohnde
Das Atomkraftwerk in Grohnde. Foto: Brümmer

Nach jetzigen Planungen soll das Kernkraftwerk Grohnde seinen Netzbetrieb zum 31. Dezember 2021 einstellen. Um den damit einhergehenden Strukturwandel besser steuern zu können, soll nun eine Untersuchung durchgeführt werden. Dies teilt Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann in einer Pressemitteilung mit.

„Über Jahrzehnte stellte das Kraftwerk für den Wirtschaftsstandort Emmerthal ungeachtet seiner gesellschaftspolitischen Streitbarkeit einen bedeutenden Eckpfeiler dar. Zweifellos wird die Stilllegung mindestens mittelfristig einen deutlichen Strukturwandel nicht nur für den Wirtschaftsstandort Emmerthal sondern für die gesamte Region bedeuten“, erklärt Grossmann. Um diesen gemeindeseitig aktiv begleiten und mitgestalten zu können, soll nun gemeinsam mit der Georg Consulting aus Hamburg eine Gewerbeflächenpotenzialanalyse erarbeitet werden.

Inhalt der Potenzialstudie soll es sein, gewerbliche Bedarfe für die Gemeinde zu ermitteln. Dies soll unter Einbeziehung von vorhandenen Gewerbeflächen in der Region, beispielsweise Hottenbergsfeld in Hameln, dem Gewerbegebiet in Bad Münder an der B217 und in Coppenbrügge, erfolgen, die noch erhebliches Flächenpotenzial im Landkreis darstellen würden. Außerdem sollen die verkehrstechnischen Bedingungen und Voraussetzungen mit einbezogen und der potenzielle finanzielle Bedarf zur Entwicklung der Gewerbefläche ermittelt werden. Im Rahmen der Innenentwicklung soll auch ein Augenmerk auf aktuell nicht genutzte Flächen gerichtet werden.

  • WDH Geschäftsdrucksachen
  • Steinert Holz

„Es ist uns dabei sehr wichtig, die Interessen des heimischen Gewerbes in die Analyse einzubeziehen. Wir haben daher entschieden, die Gewerbeflächenpotenzialanalyse durch eine Befragung der heimischen Gewerbetreibenden zu unterfüttern“, erklärt der Bürgermeister. Hierzu werde sich Georg Consulting Anfang des kommenden Jahres mit mehr als 100 ausgewählten in Emmerthal ansässigen Betrieben in Verbindung setzen. „Geplant ist eine Online-Befragung, um die zeitliche Belastung für die Teilnehmer möglichst gering zu halten, ohne jedoch unseren Nutzen daraus zu beeinträchtigen. Hierbei möchten wir zum Beispiel auch erfahren, wie künftige Flächenbedarfe aus Sicht der Gewerbetreibenden eingeschätzt werden.“

Nach der Auswertung der Befragung plant die Gemeinde, ausgewählte Gewerbetreibende sowie Interessenvertretungen einzuladen, die Ergebnisse vertieft zu diskutieren. Darüber hinaus sollen die Ergebnisse der Analyse aber auch öffentlich präsentiert werden. Nach Möglichkeit sollen erste Teile davon bereits bei der Emmerthaler Wirtschaftsmesse 2019 am letzten Märzwochenende vorgestellt werden.

Das Projekt wird neben eigenen Mitteln wesentlich durch Leader-Mittel sowie eine Beteiligung des Landkreises Hameln-Pyrmont finanziert.

(red)