In der RĂŒhler Schweiz lockt die KirschblĂŒte, auf den Wiesen blĂŒhen zahlreiche SchlĂŒsselblumen und im Wald wird es langsam grĂŒn – der FrĂŒhling ist endlich da!

Jetzt leisten Insekten wertvolle Dienste. Durch das BestĂ€uben der BlĂŒten tragen sie zur Farbenvielfalt in den GĂ€rten und der Landschaft sowie zum Heranwachsen der ErntefrĂŒchte bei. Zu diesen Insekten gehören neben Honigbienen insbesondere Wildbienen und Hummeln, aber auch Wespen und Hornissen. Die oft zu Unrecht gehassten Wespen sind sehr nĂŒtzlich, deshalb sollte man deren gelegentliche BelĂ€stigungen im SpĂ€tsommer bzw. Herbst grundsĂ€tzlich tolerieren.

Wespen sind nĂŒtzliche Tiere. Neben der BestĂ€ubung von BlĂŒten verfĂŒttern sie genau wie Hornissenvölker wĂ€hrend ihres einjĂ€hrigen Lebens erhebliche Mengen an unerwĂŒnschten und lĂ€stigen Insekten wie z.B. Fliegen und BlattlĂ€use. Sie bilden damit einen wichtigen Bestandteil im ökologischen System.

Der Nestbau hat begonnen
GegenwĂ€rtig beginnen Wespen und andere Staaten bildende Insekten mit den Nestbauten. Daher sind nun hĂ€ufig Wespenköniginnen zu beobachten, die nach einem geeigneten Standort fĂŒr ihr Nest suchen. GrundsĂ€tzlich sollte man Wespennester als natĂŒrliche LebensstĂ€tte akzeptieren. Ein friedliches Miteinander mit Wespen oder Hornissen ist in der Regel möglich, sofern der Mensch in der NĂ€he eines Nestes ruhig bleibt und einen ausreichenden Abstand einhĂ€lt. Wespen greifen nur an, wenn sie sich gestört oder bedroht fĂŒhlen. Daher werden sie oftmals auch erst im Herbst wahrgenommen, wenn der AktivitĂ€tshöhepunkt bereits erreicht ist. Dann haben die Tiere nur noch wenige Wochen zu leben. Überwintern werden lediglich die jungen Königinnen, die sich im nĂ€chsten FrĂŒhjahr ein neues Nest bauen. Das alte Nest wird nicht wieder genutzt.

NatĂŒrlich kann es auch vorkommen, dass sich Wespen Neststandorte aussuchen, die sich fĂŒr Menschen oder die Tiere selbst spĂ€ter als störend erweisen, zum Beispiel in RollladenkĂ€sten. In diesem Fall sollte man versuchen, die Wespenköniginnen bereits jetzt, vor dem Beginn des Nestbaues, von dort zu vertreiben, etwa durch verstĂ€rktes Nutzen der RolllĂ€den. Zudem sollten Einflugmöglichkeiten beispielsweise mit Klebeband oder kleinmaschigen Gittern verschlossen werden. Dabei sollte allerdings darauf geachtet werden, dass sich die Wespenkönigin außerhalb des verschlossenen Loches befindet, noch keine Brut vorhanden ist oder Arbeiterinnen fliegen. Hilfreich zur Abwehr können auch Basilikum- oder Tomatenpflanzen sein. Denn deren Geruch mögen Wespen gar nicht.

Bitte kein Gift nehmen
Sollte bereits geschĂ€ftiges Treiben am Nest sein, können oftmals Maßnahmen ergriffen werden, die ein friedliches Miteinander ermöglichen, wie etwa die Anbringung von Fliegengittern oder das Umlenken der Flugbahn. Manchmal kann auch eine Umsiedlung sinnvoll sein.

Nicht jedoch zulĂ€ssig ist der Einsatz von Insektengiften. Der bringt in der Regel nicht den gewĂŒnschten Effekt und gefĂ€hrdet außerdem die eigene Gesundheit.

Übrigens, der Stich einer Wespe oder Hornisse ist nicht so schlimm wie der Stich einer Honigbiene – das Gift einer Biene ist sogar toxischer. „Drei Hornissenstiche töten einen Menschen, sieben ein Pferd“ ist eine Legende, die aber immer noch in den Köpfen einer Vielzahl von Menschen herumspukt. Lediglich fĂŒr Allergiker oder im Mundraum können Wespen- und Hornissenstiche jedoch eine ernsthafte Gefahr darstellen.

Falls weitere Fragen zu Wespen, Hummeln oder Bienen bestehen, werden die gern von der Unteren Naturschutzbehörde beantwortet. Dort können auch die Kontaktdaten von ehrenamtlichen Wespenberatern genannt werden.

Ansprechpartnerin beim Landkreis Holzminden ist Stefanie Beyer, Tel.: 0 55 31 / 707 740, E-Mail: [email protected]