Der Landkreis Hameln-Pyrmont beauftragte als zustĂ€ndige Untere Bodenschutzbehörde ein IngenieurbĂŒro mit der Orientierenden Untersuchung einer Altablagerung in Hastenbeck Im Bereich Pommernweg/Hopfenbreite. Ziel war die ÜberprĂŒfung, ob von der Altablagerung  eine GefĂ€hrdung fĂŒr Menschen oder die Umwelt ausgehen kann.

Bei einer ersten Untersuchungskampagne im Jahr 2018 wurden bereichsweise auffĂ€llig hohe Kohlenstoffdioxid- (CO2-) und Methan- (CH4-) Gehalte in der Bodenluft gemessen. Daher wurden zwei weitere Untersuchungskampagnen zur Ermittlung der Konzentrationen auf den bebauten GrundstĂŒcken durchgefĂŒhrt. Hierbei war zu ermitteln, ob erhöhte Konzentrationen in der NĂ€he der WohngebĂ€ude vorliegen und ob diese potenziell in die KellerrĂ€ume der WohnhĂ€user eintreten können.

In Deponien fĂŒr HausmĂŒll können sich ĂŒber relativ lange ZeitrĂ€ume die Gase CO2 und Methan bilden. CO2 ist ein Gas, das auch in vielen natĂŒrlichen Böden in höherer Konzentration vorliegt, als in der AtmosphĂ€re. Wenn sich organische Materialien, wie zum Beispiel KĂŒchen- und GartenabfĂ€lle, im Untergrund zersetzen, sind die Konzentrationen jedoch gegenĂŒber natĂŒrlichen Böden erhöht. CO2 hat aufgrund seines im Vergleich zur Umgebungsluft relativ hohen Gewichts keine Neigung nach oben aus dem Boden zu entgasen. Es kann jedoch potenziell in KellerrĂ€ume oder SchĂ€chte eintreten, wenn diese Undichtigkeiten aufweisen. Außerhalb geschlossener RĂ€ume vermischt sich das CO2 mit der Umgebungsluft  und kann keine gesundheitsgefĂ€hrdenden Konzentrationen erreichen.

Die Untersuchungen zeigen, dass deutlich erhöhte Konzentrationen an CO2 in der Bodenluft (bis ca. 20 Vol.-%) nur innerhalb des Ablagerungskörpers vorliegen. Randlich der Altablagerung liegen die Gehalte im fĂŒr natĂŒrliche Böden ĂŒblichen Bereich von rd. 2–5 Vol.-%.  Der Methangehalt lag nur in wenigen Bodenluftproben oberhalb der Bestimmungsgrenze des Labors von 0,1 Vol.-%. Nur einmalig wurde ein Gehalt von 4 Vol.-% nachgewiesen.

Die Gaszusammensetzung mit hohen CO2-Gehalten und demgegenĂŒber nur geringen Methan-Konzentrationen weist darauf hin, dass die organischen Materialien sich in einem fortgeschrittenen Zustand der Zersetzung befinden, bei dem nur ein geringer Gasdruck in der Ablagerung vorherrscht und die Gase nicht seitlich entweichen. Aufgrund der teilweise hohen MĂ€chtigkeiten der abgelagerten Materialien ist jedoch damit zu rechnen, dass auch in den kommenden Jahrzehnten weiterhin CO2 in der Altablagerung produziert wird.

Der durch die CO2– und Methanentwicklung betroffene Bereich konnte nach den ersten beiden Untersuchungskampagnen deutlich eingegrenzt werden. In der dritten Kampagne Mitte Juni dieses Jahres wurden lokal Bodenluftmessstellen fĂŒr mehrmalige Messungen installiert.

Durch regelmĂ€ĂŸige Probenahmen an den Messstellen wird die CO2-Konzentration in der Bodenluft mehrfach ĂŒberprĂŒft. Hiermit wird ermittelt, wie stark die Konzentrationen im Jahresverlauf schwanken. Zeitgleich fanden Messungen in den KellerrĂ€umen nahegelegener WohngebĂ€ude statt, um sicherzugehen, dass kein CO2 aus der Bodenzone in die Keller eintritt. In Bereichen, in denen keine (teilweise) unterirdischen Bauwerke, wie Keller oder SchĂ€chte, vorliegen, stellt CO2 keine Gefahr fĂŒr die Gesundheit dar.

Unter Einbeziehung eines GebĂ€udesachverstĂ€ndigen wurden ausgewĂ€hlte, reprĂ€sentative Kellerbereiche im Bereich der Altablagerung begutachtet und bewertet.„Bei den bislang durchgefĂŒhrten Messungen wurden auch im unmittelbaren Bereich der Altablagerung keine erhöhten CO2-Konzentrationen in den KellerrĂ€umen festgestellt“, erklĂ€rt Torsten Röpke, Leiter der Unteren Bodenschutzbehörde.

Weitere Messungen der Boden- und Innenraumluft sind fĂŒr August und Oktober vorgesehen. (red)