„Der Arbeitsmarkt im Weserbergland zeigte sich im Jahr 2018 robust und fortwĂ€hrend stabil. In unserer Region ist die BeschĂ€ftigung kontinuierlich angestiegen. Mit knapp 120.000 sozialversicherungspflichtig BeschĂ€ftigten im Jahresdurchschnitt konnten wir, im Vergleich zu den durchschnittlichen Jahreswerten der vergangenen Jahre, einen Höchststand erreichen. Die Zahl der Arbeitslosen konnte auch in 2018 erfreulich reduziert werden“, kommentiert Gerhard Durchstecher, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Agentur fĂŒr Arbeit Hameln, die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Weserbergland.

Arbeitslosigkeit und UnterbeschÀftigung

Im Jahresdurchschnitt 2018 waren im Bezirk der Arbeitsagentur Hameln 12.034 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr waren das 369 Menschen weniger (-3,0 Prozent).

Personen, die an einer Maßnahme der Arbeitsförderung teilnehmen oder einen Sonderstatus aufweisen, beispielsweise Personen in kurzfristiger ArbeitsunfĂ€higkeit, werden bei den registrierten Arbeitslosen nicht mitgezĂ€hlt, aber mit der UnterbeschĂ€ftigung dargestellt. Auch die geflĂŒchteten Menschen, die beispielsweise an Sprachkursen teilgenommen haben, sind hierbei erfasst. Die UnterbeschĂ€ftigung ohne Kurzarbeit belief sich 2018 durchschnittlich auf 16.364 Personen. Das waren 437 weniger als im Vorjahr. Die UnterbeschĂ€ftigtenquote liegt bei 8,3 Prozent; 0,3 Prozent weniger als noch in 2017.

Entwicklung in den Rechtskreisen der Arbeitsagentur und des Jobcenters

Von den durchschnittlich 12.034 arbeitslos gemeldeten MĂ€nnern und Frauen wurden im Schnitt 3.808 im Rechtskreis SGB III – in der Arbeitslosenversicherung – von einer GeschĂ€ftsstelle der Arbeitsagentur Hameln betreut (2017: 4.052). 2018 waren bei den Jobcentern im Rechtskreis SGB II oder der Grundsicherung fĂŒr Arbeitsuchende, durchschnittlich 8.226 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 125 weniger als im Vorjahr. Die Entwicklung bei den ĂŒberwiegend von den Jobcentern betreuten Langzeitarbeitslosen ist ebenfalls positiv – ihre Zahl sank auf 4.362, das waren 208 weniger als im Jahresschnitt 2017.

Sozialversicherungspflichtige BeschÀftigung

62,4 Prozent der Bevölkerung im Bezirk der Arbeitsagentur Hameln sind im erwerbsfĂ€higen Alter zwischen 15 bis unter 65 Jahren. Im Juni 2018 waren davon 119.687 Personen als Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigt. GegenĂŒber dem Vorjahresquartal ist dies eine Zunahme um 2,2 Prozent.

ArbeitskrÀftenachfrage

Im Jahr 2018 wurden insgesamt 10.805 Stellen gemeldet. Im Vorjahr waren dies 11.239 Stellen gewesen (-434 / -3,9%). Der Bestand an Arbeitsstellen im Jahresdurchschnitt hat sich um 6,9 Prozent von 3.059 im Vorjahr auf 3.271 in 2018 erhöht. Im Weserbergland zeigt sich eine weiter wachsende Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften. Im Agenturbezirk werden sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen – ohne HelfertĂ€tigkeiten – im Jahresschnitt ĂŒber alle Branchen hinweg innerhalb von 111 Tagen besetzt, wĂ€hrend der Niedersachsenschnitt bei 118 Tagen liegt. Im Jahr 2018 haben Arbeitgeber insbesondere im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel oder im verarbeitenden Gewerbe nach Bewerbern gesucht.

Ausblick 2019

Basierend auf der aktuellen Regionalprognose des Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), sei damit zu rechnen, dass die Arbeitslosigkeit weiter abnehmen werde. „Nach jetzigem Stand gehen wir davon aus, dass im Jahresdurchschnitt 122.300 Menschen einer sozialversicherungspflichtigen BeschĂ€ftigung nachgehen werden. Auch bei der Zahl der Arbeitslosen zeigt sich der gute Arbeitsmarkt: Die Prognose sieht im Mittel 7,4 Prozent weniger Arbeitslose als in 2018 vor. Damit wĂ€ren im Weserbergland im Jahresdurchschnitt noch rund 11.200 Menschen ohne Arbeit“, bilanziert Durchstecher.
„Eine unserer Hauptaugenmerke liegt auch auf der Reduzierung der Langzeitarbeitslosigkeit. Die Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes sind gĂŒnstig, um diesen Menschen einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu eröffnen. Ein entscheidender Ansatz zur Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit ist, sie gar nicht erst entstehen zu lassen“, meint Durchstecher. Das neue Instrument des § 16i SGB II biete zusĂ€tzliche Möglichkeiten, um fĂŒr Langzeitarbeitslose neue Teilhabe- und BeschĂ€ftigungschancen durch sozialversicherungspflichtige BeschĂ€ftigung auf dem allgemeinen und sozialen Arbeitsmarkt zu schaffen.

(red)