Die Arbeitslosigkeit im Weserbergland ist im Januar witterungsbedingt angestiegen, liegt aber weiterhin deutlich unter dem Vorjahreswert: Mit 12.211 Arbeitslosen waren 961 Menschen mehr arbeitslos gemeldet als im Dezember (+8,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr waren es jedoch 850 M├Ąnner und Frauen weniger. Die Arbeitslosenquote lag im Januar mit 6,3 Prozent 0,5 Prozentpunkte unter dem Vorjahresmonat.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit geht nach Angeben der Agentur f├╝r Arbeit ├╝berwiegend auf Zug├Ąnge in der Arbeitslosenversicherung zur├╝ck. Die Zahl stieg um 707 auf 4.405 Personen an (+19,1 Prozent). Bei den Jobcentern waren es gegen├╝ber Dezember 254 Arbeitslose mehr (+3,4%). Die Zahl liegt im Januar bei 7.806 Menschen.

Gerhard Durchstecher, Vorsitzender der Gesch├Ąftsf├╝hrung der Agentur f├╝r Arbeit Hameln, sieht zum Jahresbeginn einen typischen Verlauf am Arbeitsmarkt: ÔÇ×Am Ende des Jahres 2018 sind befristete Arbeitsvertr├Ąge ausgelaufen und die witterungsabh├Ąngigen Unternehmen im Weserbergland haben weniger Arbeitskr├Ąfte eingestellt. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist daher gew├Âhnlich und umfasst alle Personengruppen. In der Vergangenheit zeigte sich aber, dass ein gro├čer Teil im Fr├╝hjahr wieder in Arbeit gehen wird.ÔÇť

Auff├Ąllig sei ebenfalls die Anzahl an Teilnehmenden in Ma├čnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik. ÔÇ×Im Vergleich zum Vorjahr nehmen 188 Personen mehr in einer beruflichen Weiterbildung teil. Qualifikation ist der beste Schutz gegen die ArbeitslosigkeitÔÇť, kommentiert Durchstecher.

Ausl├Ąnder/Flucht

Im Bezirk der Arbeitsagentur Hameln waren im Januar 2.944 Ausl├Ąnder arbeitslos gemeldet (-329 zum Vorjahr). Zu der Gruppe der Ausl├Ąnder geh├Âren sowohl Personen, die schon l├Ąnger im Weserbergland leben, als auch neu hinzugekommene, gefl├╝chtete Menschen. Die Anzahl derer, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und sich bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen im Agenturbezirk Hameln arbeitslos gemeldet haben, belief sich im Januar auf 1.210 Personen (+60 zum Vormonat).

Arbeitskr├Ąftenachfrage

Der Bestand an offenen Stellen verringerte sich im Januar leicht, bleibt aber weiterhin hoch: 2.988 Stellen waren zu besetzen, 22 weniger als im Vormonat und 92 Stellen weniger als im Jahr zuvor. Seit Jahresbeginn gingen 671 neue Stellen ein, 96 weniger als im Dezember und auch 29 weniger als im Vorjahr.

Unterbesch├Ąftigung

Erg├Ąnzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl ver├Âffentlicht die Agentur f├╝r Arbeit Angaben zur Unterbesch├Ąftigung. Hiermit werden neben den Arbeitslosen auch Personen dargestellt, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an Ma├čnahmen teilnehmen oder erkrankt sind. Die Unterbesch├Ąftigung (ohne Kurzarbeit) betrug nach vorl├Ąufigen Angaben im Januar 16.508 Personen, das waren 659 weniger als im vergangenen Jahr (-3,8%). Die Unterbesch├Ąftigungsquote betrug 8,3 Prozent; im Januar des vergangenen Jahres hatte sie bei 8,8 Prozent gelegen.

Entwicklung in den Landkreisen

In den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg zeigte sich im Januar ein sehr ├Ąhnliches Bild: Zum Vormonat ist die Arbeitslosigkeit gestiegen (HM-PY +8,3%) / SHG +8,4% / HOL +9,2%), im Vergleich zu 2018 allerdings gesunken (HM-PY -9,4%) / SHG -4,7% / HOL -3,9%).

Im saisonsensibleren Rechtskreis SGB III meldeten die Arbeitsagenturen witterungsbedingt deutlich mehr arbeitslose Menschen (HM-PY +18,3% / SHG +18,6% / HOL +22%) als im Dezember. Im Bereich der Grundsicherung ist bei den Jobcentern in allen Landkreisen nur ein leichter Anstieg zum Vormonat zu verzeichnen (HM-PY +3% / SHG +3,7% / HOL +3,3%).

(red)