Der Landkreis Hameln-Pyrmont bereitet sich auf das neuartige Coronavirus vor. Dazu fand heute im Kreishaus ein Treffen unter Leitung des Ersten Kreisrates Carsten Vetter statt. Mit am Tisch saßen die zuständige Dezernentin Heidi Pomowski, die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Silke Farin sowie Harald Menzel, Leiter des Amtes für Feuerwehr, KatS und Rettungsdienst.

Farin machte zunächst deutlich, dass es vor allem auf die Unterscheidung der drei folgenden Fallkonstellationen ankommt:

1. Ein Patient kommt aus einem Risikogebiet und weist keine Symptome (wie zum Beispiel Husten, Schnupfen oder Fieber) auf. Dann sollte für 14 Tage eine häusliche Isolation erfolgen, in der die weitere gesundheitliche Entwicklung durch den Patienten beobachtet wird. Zudem hat er sich beim Gesundheitsamt zu melden.

2. Der Patient kommt aus einem Risikogebiet und hat Symptome. Dann besteht ein begründeter Verdacht für das Vorliegen einer Infektion. Abhängig von der Schwere der Symptome sollte dieser sich telefonisch an den Hausarzt oder die Rettungsleitstelle wenden. Von dort wird die weitere Vorgehensweise in Absprache mit dem Gesundheitsamt koordiniert.

3. Ein begründeter Verdacht besteht auch, wenn ein Patient in den vergangenen 14 Tagen Kontakt mit einer an Corona erkrankten Person hatte und entsprechende Symptome aufweist.

Im Gesundheitsamt des Landkreises hat sich eine ständige Arbeitsgruppe gebildet, die täglich zweimal die aktuelle Situation zum Coronavirus analysiert, die neuesten Informationen über den Verlauf austauscht und die notwendigen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung in enger Abstimmung mit den Richtlinien des Robert Koch Institutes (RKI), dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt sowie anderen Beteiligten, wie Kliniken, niedergelassenen Ärzten und Rettungsdiensten veranlasst.

Personen, bei denen ein begründeter Verdacht vorliegt, möglichst schnell erkannt, diagnostiziert und bei begründetem Verdacht isoliert werden. „Letztlich“, so Farin, „werden wir im Einzelfall entscheiden müssen, wie wir mit einem akuten Fall, also einer an dem Coronavirus erkrankten Person sowie deren Umfeld und gegebenenfalls anzuordnenden Quarantänemaßnahmen umzugehen haben.“ Dabei würden diese Entscheidungen in jedem Fall im intensiven Austausch mit den beteiligten Stellen getroffen werden.

„Zum jetzigen Zeitpunkt besteht keine Veranlassung von dem vom RKI vorgegebenen Verfahren abzuweichen”, sagt Farin. Die aktuelle Situation werde vom Gesundheitsamt und der Verwaltungsleitung aufmerksam beobachtet, um zeitnah die erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten. (red)