Handwerker gesucht: Der Mangel an Fachkr├Ąften k├Ânnte f├╝r Baufirmen im Landkreis Hameln-Pyrmont in den n├Ąchsten Jahren zu einem ernsten Problem werden. Davor warnt die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und verweist auf eine Statistik der Bundesagentur f├╝r Arbeit.

Danach gibt es in den Bauberufen immer gr├Â├čere Schwierigkeiten, Personal f├╝r offene Stellen zu finden. Im vergangenen Jahr blieben kreisweit 26 Stellen in der Branche l├Ąnger als 90 Tage unbesetzt. In den beiden Jahren zuvor waren es 27 beziehungsweise 25 Stellen.

ÔÇ×Ob es um den Bau von Wohnungen und Stra├čen oder die Sanierung von Br├╝cken geht ÔÇô viele Firmen arbeiten wegen der anziehenden Nachfrage l├Ąngst am Limit. Und das sogar in Zeiten von Corona. Um die Auftr├Ąge zu bew├Ąltigen, m├╝ssen sie jetzt in die Fachleute von morgen investierenÔÇť, sagt Stephanie Wlodarski, Bezirksvorsitzende der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Die Branche m├╝sse jedoch deutlich attraktiver werden. Das fange bei einer besseren Bezahlung an, so Wlodarski. In der laufenden Tarifrunde f├╝r das Bauhauptgewerbe fordert die Gewerkschaft ein kr├Ąftiges Lohn-Plus. Au├čerdem soll die lange, bislang meist unbezahlte Fahrerei zur Baustelle entsch├Ądigt werden.

ÔÇ×Aktuell erleben wir einen regelrechten Facharbeiter-Schwund. Drei Jahre nach der Ausbildung haben im Schnitt zwei von drei Bauarbeitern ihre Branche verlassen. Der Trend muss unbedingt gestoppt werdenÔÇť, betont Wlodarski. Neben h├Âheren L├Âhnen und besseren Arbeitsbedingungen komme es dabei auch auf ein gesundes Betriebsklima an. Besch├Ąftigte vermissten h├Ąufig Respekt und Anerkennung f├╝r ihre Leistung. ÔÇ×Kein Wunder, dass sich mancher da nach einem anderen Beruf umschautÔÇť, so Wlodarski.
 
Wie sehr der Fachkr├Ąftebedarf in Zukunft anwachsen k├Ânnte, zeigt eine Studie der Sozialkassen des Baugewerbes (SOKA-BAU). Danach d├╝rften in den n├Ąchsten zehn Jahren bundesweit 150.000 Bau-Besch├Ąftigte in Rente gehen. Das ist jeder sechste Arbeitnehmer in der Branche.