Wo wären wir ohne Autos? – Und wie kämen wir dort hin? Der Trend geht zum FĂĽhrerschein. Gerade in der ländlichen Region ist man ohne Auto schon fast aufgeschmissen. Das Kraftfahrt-Bundesamt veröffentlichte Daten und Zahlen zu den durchgefĂĽhrten FahrerlaubnisprĂĽfungen des Jahres 2017. Diese bestätigen den Trend der vergangenen Jahre: Immer mehr FahrschĂĽler fallen durch die PrĂĽfungen.

„Praktische PrĂĽfungen wurden insgesamt in fast drei Viertel aller Fälle bestanden. Die PrĂĽflinge der Personenkraftwagen (Pkw)-Klassen erreichten diesen Wert nicht, denn 32 Prozent der Fahrproben wurden nicht bestanden. Bei den Kraftradklassen misslangen lediglich rund neun Prozent der Fahrproben. DemgegenĂĽber blieben 2017 knapp 37 Prozent der theoretischen PrĂĽfungen ohne Erfolg. Dies ist bei Betrachtung der Zeitreihe der höchste Wert der letzten zehn Jahre. Während der Anteil der nicht bestandenen theoretischen PrĂĽfungen in den letzten Jahren kontinuierlich anstieg, lag die Misserfolgsquote bei den praktischen PrĂĽfungen stets bei etwa 26 Prozent. Im Jahr 2017 wurde erstmals ein Anstieg der nicht bestandenen praktischen PrĂĽfungen auf 28 Prozent verzeichnet.“ – heiĂźt in der Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes.

In Niedersachsen wurden im Jahr 2017 insgesamt 186.246 PrĂĽfungen durchgefĂĽhrt. 33,9 Prozent der theoretischen PrĂĽfungen wurden nicht bestanden. Bei der praktischen PrĂĽfung liegt der Wert bei 27,2 Prozent. Damit liegt Niedersachsen im Mittelfeld.

Doch woran liegt es, dass der Trend zum Durchfallen weiter wächst? Viele schieben es den Fahrlehrern in die Schuhe, doch diese sehen andere Gründe im Mittelpunkt. Wir haben mit Andreas Ohrdorf von der Fahrschule Academy gesprochen. Zum einen sei der Verkehr über die Jahre deutlich komplexer geworden. Zudem könne ein wichtiger Aspekt sein, dass das digitale Interesse ausgeprägter sei, als das Interesse für das Verkehrsgeschehen. Damit meint Ohrdorf natürlich nicht, dass die Fahrschüler mit ihrem Handy beschäftigt sind während sie selbst am Steuer sitzen, sondern als Beifahrer. Wer immer auf den Verkehr achtet lernt automatisch.

Zudem spricht er auch von einem allgemein höherem Druck. „Turbo-Abi, Freizeitstress, Wechsel in den Job – junge Leute sind “konkurrierenden Anforderungen” ausgesetzt“, erklärt der Fahrlehrer.

Auch nicht-deutschsprachige Bewerber hätten mit der erhöhten Durchfallquote zu tun, da sie neben Sprachproblemen auch oft mit einer anderen Verkehrskultur zu kämpfen haben.

Auch in der Fahrschule hält die Digitalisierung Einzug. Es werden kaum noch Prüfbögen benutzt, denn das meiste läuft online ab. Zudem wird nicht nur der Verkehr immer komplexer, sondern auch die Technik im und am Auto entwickelt sich stets weiter.

(red)