Jugendliche diskutieren mit Landtagsabgeordneten über ihre Zukunft in der Region

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Landtag Ministerpräsident
Die Jugendlichen und Ministerpräsident Stephan Weil. Foto: Landkreis Hameln-Prmont

Jugendliche und junge Erwachsene die sich im Landkreis Hameln-Pyrmont ehrenamtlich engagieren, haben sich gemeinsam mit Kreisjugendpfleger Claus-Dieter Kauert auf den Weg nach Hannover gemacht, um den Landtag zu besuchen. Anlass für diesen Besuch war letztlich der 15. Kinder und Jugendbericht der Bundesregierung, der sich 2017 erstmals intensiv mit der Jugend auseinandergesetzt hat: also beispielsweise wie wichtig diese Zeit ist, in der sich so vieles in Sachen Schule, Freundschaften und Liebe entscheidet und Fragen auftauchen wie „werde ich in meinem Leben erfolgreich sein?“ oder „wie gründe ich eine Familie?“ „Viele Fähigkeiten, die zur Überwindung von Herausforderungen in diesem Alter benötigt werden, erlernen die Mädchen und Jungen nicht nur in der Schule und zu Hause“, erklärt Kauert. Vielmehr sind Angebote der Jugendarbeit in einer Jugendgruppe bzw. im Jugendtreff, wichtige Lernorte für junge Menschen in denen Verantwortung für sich und andere übernommen wird. In diesen Gruppen wird Rücksichtnahme entwickelt und in der Gemeinschaft mit anderen jungen Menschen wird besser erkannt, dass es nicht immer um die eigenen Wünsche geht und dass niemand ein Verlierer ist, nur weil er zurück steckt!

In Hannover diskutierte die Gruppe angeregt mit den Landtagsabgeordneten Anja Piel, Petra Joumaah und Dirk Adomat über die Situation im Ehrenamt und in der Jugendarbeit. So konnten die Probleme in der Jugendarbeit deutlich gemacht werden, die häufig finanzieller Natur sind und dadurch zunehmend den Handlungsspielraum erschweren.

Problematisiert wurden auch die knappen Angebote auf dem Land und die wenigen öffentlichen Verkehrsmittel, die es den jungen Menschen schwer machen, Interessen und Hobbies im Nachbarort nachzugehen. Dabei sind es gerade soziale Beziehungen, die Arbeit im Verein bzw. in einer Jugendgruppe, die eine hohe Bindungskraft entfalten können und nicht selten der Grund dafür sind, dass junge Menschen in der Region bleiben und nicht abwandern. Dies ist übrigens auch das Ergebnis einer Expertenkommission des Zukunftszentrum Holzminden-Höxter, die sich mit der Situation von jungen Menschen im ländlichen Raum beschäftigt hat. Aus Sicht von Kauert konnte in Hannover deutlich gemacht werden, wie wichtig dieses freiwillige Engagement der Jugendlichen für unsere gesamte Gesellschaft ist. Insgesamt besteht Einigkeit darüber, dass der ehrenamtliche Einsatz junger Menschen in unserer Gesellschaft enorm wichtig ist und dass es nötig ist, demokratische Handlungskompetenz bei jungen Menschen zu stärken und zu fördern, wenn man der gewärtigen politischen Entwicklung etwas entgegensetzen möchte. Handlungsbedarf wird zudem im Bereich der Medienkompetenz gesehen sowie bei Fortbildungen für Jugendleiter.

Kauert zieht eine sehr positive Bilanz aus dem Gespräch in Hannover und hofft nun, dass die Anliegen auch hier vor Ort gehört werden und Probleme sukzessiv abgebaut werden können, damit Jugendarbeit und Ehrenamt im Landkreis Hameln-Pyrmont weiter Auftrieb bekommen!
Die teilnehmenden ehrenamtlichen Jugendlichen sind übrigens für den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus Fischbeck (BdP), der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Tivis Märchenspiel, die Sportjugend (Segeln und Tischtennis), die Jugendfeuerwehr, die offene Kinder – und Jugendarbeit in kommunalen Einrichtungen / Treffpunkten, Spieldenk und die DLRG Jugend tätig.