Projekt ‚ÄěPraxis in Sicht‚Äú

Die Land√§rzte in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg sind sehr zufrieden mit ihrer abwechslungsreichen Arbeit im l√§ndlichen Raum. Zu diesem Ergebnis kamen Studierende, die im Auftrag der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont eine Standort- und Zufriedenheitsanalyse von Land√§rzten in den beiden Landkreisen durchf√ľhrten.

Im September startete die Studierendengruppe mit ihrem Forschungsvorhaben und pr√§sentierte nun die Ergebnisse. Das Projekt hatte gro√ües √ľberregionales Interesse geweckt. So kamen Vertreter der Kassen√§rztlichen Vereinigung Niedersachsen, der Medizinischen Hochschule Hannover, der Staatskanzlei Hessen und regionale Vertreter aus Politik, Verwaltung und der √Ąrzteschaft zur Abschlusspr√§sentation Ende M√§rz in das Kreishaus nach Hameln.

Die Studenten der Hochschule Weserbergland entwickelten im Rahmen eines Projektstudiums zun√§chst einen Fragenkatalog, mit dem sich die Zufriedenheit und die W√ľnsche und Bed√ľrfnisse der niedergelassenen Haus√§rzte im l√§ndlichen Raum erfassen lie√üen. In pers√∂nlichen Interviews wurden √Ąrzte direkt befragt. In einem n√§chsten Schritt wurden die Ergebnisse mit den Vorstellungen und W√ľnschen junger Mediziner verglichen, um daraus Handlungsbedarfe abzuleiten. Ziel dieser Projektarbeit war es, Empfehlungen zur Attraktivit√§tssteigerung der Landkreise Hameln-Pyrmont und Schaumburg f√ľr √Ąrzte zu
entwickeln.

Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die befragten √Ąrzte ihren Beruf als √§u√üerst vielseitig ansehen und den Kontakt mit den Patienten √ľber viele Jahre hinweg sehr sch√§tzen. Die freiberufliche Arbeit mit einem gro√üen Aufgabenspektrum sei erf√ľllend, aber der administrative Aufwand steige stetig und belaste die Mediziner. Jeder Befragte w√ľrde sich dennoch wieder f√ľr diesen Beruf entscheiden und mehr als zwei Drittel m√∂chte sogar noch nach dem Renteneintritt zeitweise weiter arbeiten. Allerdings ergab die Befragung auch, dass Defizite im Freizeitangebot und der Situation bez√ľglich Schul- und Betreuungsangebote der Landkreise gesehen werden. Studierende w√ľnschen sich dagegen eine flexible Arbeitszeitgestaltung, ein geringes wirtschaftliche Risiko durch eine Arbeit in Anstellung sowie eine interessante und vielf√§ltige T√§tigkeit, die aber nicht mit der Allgemeinmedizin auf dem Land in Verbindung gebracht wird.

Es entstanden mehrere L√∂sungsvorschl√§ge, um den Bed√ľrfnissen und W√ľnschen niedergelassener und zuk√ľnftiger √Ąrzte in den Landkreisen gerecht zu werden. Darunter beispielsweise studentengerechtes Standortmarketing √ľber soziale Medien und an den Universit√§ten. Die entwickelten Ma√ünahmen werden innerhalb des Projektnetzwerkes ‚ÄěPraxis in Sicht‚Äú ausf√ľhrlich analysiert und die M√∂glichkeiten einer Umsetzung diskutiert und gepr√ľft.

Das vom Land und den Krankenkassen gef√∂rderte Projekt ‚ÄěPraxis in Sicht‚Äú verfolgt das Ziel, die √§rztliche Versorgung in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg dauerhaft sicherzustellen. Aktuell weist der Landkreis Hameln-Pyrmont noch eine gute √§rztliche Versorgung auf. Das wird sich aber aufgrund der Altersstruktur der √Ąrzte in den n√§chsten Jahren deutlich ver√§ndern. Den Beruf des Hausarztes auf dem Land gilt es f√ľr Studierende wieder attraktiv zu gestalten und Wege zur Verbesserung und Aufrechterhaltung der aktuellen Versorgungsstruktur zu finden.

Weitere Informationen zum Projekt ‚ÄěPraxis in Sicht‚Äú und zur Gesundheitsregion sind unter
www.gesundheitsregion-hameln-pyrmont.de zu finden.

(red)