Zu schnell, zu laut: Landkreis appelliert an Biker und kündigt Kontrollen an

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Am Straßenrand aufgestellte Banner sollen an die Vernunft der Motorradfahrer appellieren. Fotos: Landkreis Hameln-Pyrmont

Die ersten warmen Tage des Jahres haben bereits zahlreiche Biker auf die Straßen des Weserberglandes gelockt, doch nicht alle teilen die Begeisterung für dieses Freizeitvergnügen. Gerade an einigen besonders frequentierten Motorradstrecken im Landkreis steigt mit zunehmender Zahl der Bikes auch die Belastung der Anwohner durch zum Teil deutlich zu laute und schnelle Motorräder. Aber auch Biker, die keine Rücksicht auf die Bewohner nehmen und teilweise in den Ortschaften mit hohen Drehzahlen unterwegs sind, zehren dort an den Nerven.

Nach Angaben vom Landkreis Hameln-Pyrmont sind es jedoch nur wenige, die durch ihre Umbauten oder ihr Verhalten zu Unmut und Ärger insbesondere bei den Anwohnern beliebter Motorradstrecken führen. Und genau diese auffällige Minderheit versuche man anzusprechen und zu erreichen. Wie bereits in den vergangenen zwei Jahren wurden in Bessinghausen, Eimbeckhausen, Nienstedt und Posteholz Banner aufgestellt, die an Vernunft und Rücksichtnahme appellieren.

Neben diesen Bannern sind im Laufe des Jahres weitere Aktionen vorgesehen. Zu den Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Polizei, bei denen es neben der Geschwindigkeit auch um die Technik und mögliche Manipulationen geht, will auch der Landkreis eigene Geschwindigkeitsüberwachungen durchführen. Die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit führe zu einer spürbaren Entlastung der Anwohner. Aber ebenso zum Schutz der Biker selbst sollen diese Kontrollen durchgeführt werden, da auch durch deutlich überhöhtes Tempo immer wieder schwerste Motorradunfälle zu verzeichnen sind. In den vergangenen Wochen schafften es bereits mehrere Motorradfahrer in die vom Landkreis veröffentlichte Rubrik „Raser der Woche“. So wurden allein im März 2019 drei Biker mit diesem unrühmlichen Titel „ausgezeichnet“. Dabei wurden Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h über der erlaubten Höchstgeschwindigkeit festgestellt.

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Interaktive Displays zeigen den Fahrern, ob sie zu schnell oder zu laut unterwegs sind.

„Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass Motorradfahrer nicht beweissicher geblitzt werden können. Bei der im Landkreis Hameln-Pyrmont eingesetzten Messtechnik werden jedoch gleichzeitig jeweils ein Front- und ein Heckfoto erstellt, sodass sowohl Fahrer als auch Kennzeichen des Zweirades aufgenommen werden“, erklärt Andreas Stemme. Er kündigt zudem eine weitere Aktion an: „Um alle Verkehrsteilnehmer – und damit natürlich an den bereits erwähnten Strecken insbesondere auch die Motorradfahrer – für eine defensive Fahrweise zu sensibilisieren, wird an diesen Stellen auch eine stationäre Messanlage mit einem interaktiven Display aufgestellt“. Neben der Geschwindigkeit wird dabei auch der Geräuschpegel des vorbeifahrenden Fahrzeugs erfasst. „Sind die Werte unterhalb eines vorab eingestellten Referenzwertes, erhalten die Fahrer ein ‚Danke‘ als Rückmeldung. Werden diese Werte überschritten, so erscheint auf dem Display ein ‚Langsamer‘ oder ‚Leiser‘. Wird daraufhin die Geschwindigkeit verringert und fällt unter den Referenzwert, so ändert sich die Anzeige noch vor Erreichen des Displays auf ‚Danke‘“, so Stemme.

Grundsätzlich sollten für alle Verkehrsteilnehmer die Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und eine gegenseitige Rücksichtnahme sowohl im Straßenverkehr als auch gegenüber den Anwohnern entlang der Strecken selbstverständlich sein.

(red)