Seit Januar ist Annette Lüneburg als neue Geschäftsführerin bei der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH (PLSW) tätig. Noch bis Ende April wird sie gemeinsam mit dem Geschäftsführer Bernd Hermeling die Belange der PLSW führen. Nach dem 30. April, wenn Hermeling sich in den Ruhestand verabschieden wird, liegt die Geschäftsleitung alleinverantwortlich bei Lüneburg.

Zur Person:

Nach ihrem Abitur hat Annette Lüneburg zunächst die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin absolviert und es folgten einige Jahre, in denen sie in Einrichtungen der Diakonie in Wohnheimen arbeitete. In der Fachschule für Heilerziehungspflege Neuerkerode hat sie viele Jahre unterrichtet und war Mitglied der Prüfungskommission. Da ihr immer auch Dinge begegneten, die noch besser oder auch ganz anders gemacht werden könnten, bekam sie Lust darauf, „im Cockpit zu sitzen und an den Knöpfen zu drehen“. 2002 entschied sie sich, ein berufsbegleitendes Studium in Wirtschaftswissenschaften zu beginnen. Nach erfolgreichem Studien-Abschluss als Diplom-Kauffrau zog sie mit ihrer Familie nach Hamburg und arbeitete dort zunächst in der Assistenz-Teamleitung, dann als Bereichsleitung bei einem Träger der Diakonie und wurde leitende Angestellte eines Trägers der Lebenshilfe, bevor sie 2016 die Geschäftsführung der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz übernahm.

Ein tragischer Unfall ihrer Tochter vor einigen Jahren veränderte alles im Leben der Familie. Große Unterstützung erhielten sie damals von der Frühförderung der Lebenshilfe. Annette Lüneburg war schwer beeindruckt vom „Rundumblick“ bei der Arbeit der Lebenshilfe und das war ein entscheidender Grund für sie, sich als Arbeitgeber ein Unternehmen der Lebenshilfe zu suchen.

Weiterentwicklung der PLSW

Nahezu alle Geschäftsbereiche der PLSW sind Lüneburg aus ihren unterschiedlichen Tätigkeiten bekannt. Die Menschen und das Unternehmen PLSW lernt sie nun kennen und auf den Fluren sei sie fleißig dabei, Namen zu üben, sagt sie schmunzelnd.

„Die strategische Weiterentwicklung der PLSW ist der Auftrag der Gesellschafter an mich“, so die neue Geschäftsführerin. Und genau das wolle sie gemeinsam mit den Leitungsebenen planen. Bereits in ihrem Studium hat sie die Strategie-Entwicklung in Nonprofit-Organisationen vertieft und im späteren Berufsleben auch erfolgreich umgesetzt. Doch nicht nur die Strategie und die wirtschaftliche Entwicklung sind für sie von großer Bedeutung – es gehören immer auch die Menschen, also die Klienten und Mitarbeiter dazu, die solche Unternehmen tragen. Ein starres Korsett müsse niemand befürchten. „Das Leben ist doch das, was passiert, während man plant“, sagt sie, weswegen ihre Vorstellung der mittelfristigen Strategie „Autobahn-Leitplanken“ sind: Eine Leitlinie, innerhalb derer alle im Unternehmen wissen, was das Ziel ist.

Das Bundesteilhabegesetz ist ein gutes Stichwort für Annette Lüneburg. An ihm zeige sich hervorragend der Paradigmenwechsel, der stattgefunden habe, seit sie die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in den 90er Jahren gemacht habe – mit allen Chancen, die sich dadurch für Inklusion ergeben. (red)