Bei der Abholung der Gelben Säcke im Landkreis-Hameln-Pyrmont legte das Unternehmen Remondis Kiel, das seit dem 1. Januar zuständig ist, keinen guten Start hin. Der Müll blieb liegen und verteilte sich aufgrund der Wetterlage auf den Straßen. Auch nach Wochen funktionierte die Abholung nicht reibungslos, sodass die Kreisabfallwirtschaft Hameln-Pyrmont (KAW) Sondertouren fuhr, um die liegen gebliebenen Säcke einzusammeln.

Das fragt man sich natürlich, was das Problem ist, wer die Kosten für die Sondertouren der KAW übernimmt und wie es weitergehen soll. Deshalb fand am Freitag, 25. Januar, ein Gespräch zwischen Landrat Tjark Bartels und Vertretern der Firma Remondis sowie des Dualen Systems und Sabine Thimm, KAW-Betriebsleiterin, statt.

Wie der Landkreis mitteilt, bedauert die Firma Remondis die Geschehnisse sehr und räumt Fehler ein. Die Probleme seien vor allem auf eine nicht funktionierende Software zurückzuführen, die die nötigen Daten in den Fahrzeugen nicht verfügbar gemacht habe. Auch die Ortsunkenntnis des Personals sowie der Ausfall eines Fahrzeugs seien Gründe für die Probleme gewesen.

Aus Sicht von Sabine Thimm komme zudem erschwerend hinzu, dass von der Entsorgungsfirma niemand vor Ort sei. Gerade aufgrund eines noch neuen Entsorgungsgebietes sei es für die Fahrer wichtig, einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der die Touren leitet und lenkt, so Thimm. Das Personal habe praktisch allein dagestanden, weil es keine direkte Verbindung zum operativen Geschäft gegeben habe, wie es beispielsweise bei der KAW der Fall ist.

Allerdings hat sich inzwischen etwas bei Remondis getan: Durch die Anbindung an die Remondis-Niederlassung in Hildesheim soll sich die Situation nun verbessern und auch die EDV funktioniere seit Dienstag, 22. Januar, störungsfrei. Es gibt also Hoffnung, dass sich die Lage entspannt und möglichst bald normalisiert.

Thimm machte dennoch deutlich, dass die Extratouren nicht zum Nulltarif gefahren wurden. Eine Zusammenstellung der entstandenen Kosten sei derzeit in Arbeit.

Landrat Tjark Bartels stellte während des Gesprächs erneut das Duale System in Frage, das seinerzeit mit dem Ziel gestartet ist, den Verpackungsmüll zu reduzieren. Davon sei man jedoch weit entfernt. Bartels will die „desaströsen Zustände“ der letzten Wochen zum Anlass nehmen, um sich auch beim Umweltministerium und beim Niedersächsischen Landkreistag Gehör zu verschaffen.

Im Anschluss an den Termin dankte er dem Team der KAW für die gefahrenen Sondertouren und lobte zudem den professionellen Umgang mit den zahlreichen Beschwerden, die die KAW und auch das Kreishaus wochenlang erreicht haben. Im Gepäck hatte er einen Gutschein über ein Dankeschön-Frühstück für das ganze KAW-Team, der schon im nächsten Monat eingelöst wird.

(red)