Augen auf, Licht an! – Sicher ankommen in der dunklen Jahreszeit

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Bei Regen ist eine vorausschauende Fahrweise wichtig. Foto: Knop

Es ist schon deprimierend, wenn man morgens seinen Weg zur Arbeit oder zur Schule antritt und es noch gar nicht richtig hell ist. Häufig lassen dicke Wolken den ganzen Tag über kaum Licht hindurch und wenn man abends wieder nach Hause kommt, ist es draußen bereits dunkel. Deshalb ist es besonders wichtig achtsam zu sein. Bei der Polizei wurde das Thema „Sicherheit in der dunklen Jahreszeit“ bereits in den vergangenen Wochen bei den Verkehrssicherheitstagen in Holzminden und Bodenwerder thematisiert.

Sicher zur Schule und zurück

Für Eltern steht vor allem die Sicherheit ihrer Kinder im Vordergrund, deshalb entscheiden sie sich auch häufig dazu, besonders im Herbst und Winter, ihre Kinder zur Schule zu bringen. Wenn sie das nicht zu Fuß, sondern mit dem Auto tun, kann dies schnell zum Problem werden. Elterntaxis blockieren immer wieder die Straßen und Parkplätze vor den Schulen, sodass es zum Chaos kommt. Deshalb zeigt die Polizei beispielsweise an Hamelner Schulen regelmäßig Präsenz und leistet Aufklärungsarbeit. Mancherorts wurden auch schon sogenannte Elternhaltestellen eingerichtet, an denen die Kinder sicher abgeliefert werden können. Grundsätzlich sollten Eltern ihren Kindern frühzeitig beibringen ihren Weg allein oder mit Freunden, zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu bestreiten. Im Herbst und Winter ist es wichtig, dabei Wert auf helle Kleidung und Reflektoren zu legen. Dazu rät auch die Polizei, denn so können Fußgänger rechtzeitig von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden. Damit beispielsweise auch der Hund im Dunkel gesehen wird, bieten verschiedene Hersteller spezielle Kleidung mit Reflektoren oder eben simple Leucht-Halsbänder an.

Besonders wichtig ist nach Angaben der Polizei auch die funktionierende Beleuchtung an Fahrrädern, sofern man damit unterwegs ist. Hierzu sind ebenfalls Kontrollen an Schulen geplant.

Mehr Verkehrsunfälle?

Häufig wird vermutet, dass im Herbst und Winter die Zahl der Verkehrsunfälle zunimmt, aber ist das tatsächlich so? „Die Unfallstatistik zeigt seit 2005 keine Auffälligkeiten für die Wintermonate“, lautet die Antwort von Polizeioberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera, Pressesprecherin der Polizei. „Die Wintermonate liegen prozentual zwar einen Prozent über dem Frühjahr, aber das tun der Mai und der Juni auch“, erklärt die Oberkommissarin. An manchen Tagen komme es zwar zu vielen Unfällen, aber dabei entstünden oft nur Lackschäden. Dies sei beispielsweise bei Blitzeis der Fall. Diese „Häufung“ relativiere sich aber mit der Dauer des Winters, weil die Leute scheinbar vorsichtiger fahren.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch der Reifenwechsel. Die Faust-Regel lautet allgemein „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern, bzw. Ostern bis Oktober, eine allgemeine Winterreifenpflicht gibt es in der Straßenverkehrsordnung (StVO) allerdings nicht. Es gilt lediglich eine situative Winterreifenpflicht, das heißt dass bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur Autos mit Winterreifen unterwegs sein dürfen.

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Darauf weist auch der Landkreis auf seiner Facebook-Seite hin: „Verstößt man gegen die situative Winterreifenpflicht […] muss man mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Werden durch das Fehlverhalten andere Verkehrsteilnehmer behindert oder sogar gefährdet erhöht sich die Strafe entsprechend.“ Auch ist der Kfz-Versicherungsschutz bei nicht ordnungsgemäßer Bereifung gefährdet.

Aber nicht nur auf die Art der Reifen und ihre Funktionsfähigkeit muss geachtet werden. Wer ganz sicher sein will, sollte zum Ende des Sommers einen Rundum-Check an seinem Auto durchführen lassen, bei dem beispielsweise auch die Funktion von Licht und Bremsen geprüft wird.

Erhöhte Wildunfall-Gefahr in der Dämmerung

Und wie sieht es speziell mit Wildunfällen aus? Der Deutsche Jagdverband (DJV) warnte im Oktober vor einer steigenden Gefahr von Wildunfällen mit der Umstellung auf die Winterzeit. „Reh, Hirsch und Wildschwein sind während der Dämmerung am häufigsten unterwegs – und damit während des Berufsverkehrs. Der DJV mahnt zur erhöhten Vorsicht“, heißt es auf der Website des Verbands. Aber kommt es deshalb häufiger zu Unfällen?

Polizeihauptkommissar Matthias Feldmann, Sachbearbeiter Verkehr bei der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden erklärt, dass die Zahl der Wildunfälle im Bereich der Inspektion im Herbst minimal höher sei. Allerdings gebe es auch Wildunfälle, die der Polizei gar nicht gemeldet werden. Dabei sollte man genau das tun. Der DJV rät auf seiner Website außerdem dazu, nach einem Unfall die Warnblinkanlage einschalten, die Unfallstelle abzusichern und das Tier von der Fahrbahn zu schaffen, um Folgeunfälle zu verhindern. Allerdings sollte man das Tier wegen eventueller Tollwutgefahr niemals mit den bloßen Händen anfassen.

Damit es gar nicht erst zur Kollision mit einem Wildtier kommt, ist eine besondere Vorsicht vor allem an Feldern und Wäldern Pflicht. Wenn beispielsweise mit einem Warnschild auf den Wildwechsel hingewiesen wird, sollte man das Tempo drosseln und konzentriert fahren. (red)