3, 2, 1 – BUMM! Kaum ist die letzte Sekunde des Jahres vergangen, geht es auch schon los. Raketen fliegen in die Luft und tauchen den Himmel mit lauten Knallen in bunte Farben. Mit einem Feuerwerk wird traditionell ins neue Jahr gestartet. Das ist zwar schön anzusehen, bringt aber auch negative Aspekte mit sich. Es kommt zu Verletzungen, BeschĂ€digungen an Fahrzeugen und HĂ€usern, die Umwelt wird belastet, Tiere werden aufgeschreckt und der entstandene MĂŒll ist hĂ€ufig noch Wochen nach dem Spektakel auf Gehwegen und in Gossen zu finden.

In vielen StĂ€dten wurde das „Problem mit den Böllern“ bereits erkannt. So gibt es in einigen Gemeinden bereits Feuerwerksverbote. Auch im Weserbergland sind diese ein immer hĂ€ufiger diskutiertes Thema. In Hameln gibt es zwar (noch) kein allgemeines Verbot, aber in einer Pressemitteilung appellierte die Stadt im Dezember an die BĂŒrger, den Einsatz von Feuerwerk zu ĂŒberdenken, um Tiere und Umwelt zu schĂŒtzen.

In der Altstadt muss ohnehin auf Böller und Raketen verzichtet werden. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist in der NÀhe von brandgefÀhrdeten GebÀuden, unter anderem von FachwerkhÀusern, gesetzlich verboten. In Hameln ist davon die gesamte Altstadt betroffen.

Tonnenweise Feinstaub

Die Feinstaubbelastung durch Feuerwerkskörper ist enorm und hat negative Auswirkungen auf das Klima. Laut Umweltbundesamt werden jĂ€hrlich rund 4.200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt, der grĂ¶ĂŸte Teil davon in der Silvesternacht. Diese Menge entspreche etwa 25 Prozent der jĂ€hrlich durch Holzfeuerungen und circa zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. Beim Menschen kann Feinstaub unter anderem zu BeeintrĂ€chtigungen der Atemwege und Herz-Kreislauf-Problemen fĂŒhren.

Und was ist mit den Tieren?

Viel mehr als der Mensch leidet hĂ€ufig aber das Tier. Sowohl Heim- als auch Wildtiere erleben die Silvesternacht hĂ€ufig als eine Nacht der Angst. Das zeigt auch eine Online-Umfrage, die die Welttierschutzgesellschaft (WTG) im Oktober durchfĂŒhrte. Insgesamt nahmen 600 Tierhalter teil. 87,6 Prozent der Befragten gaben an, das sie mit Beginn des LĂ€rms rund um Silvester VerhaltensverĂ€nderungen bei ihren Tieren feststellen wĂŒrden. An erster Stelle steht mit 83,6 Prozent die Angst, aber auch HyperaktivitĂ€t (19 Prozent) und Appetitlosigkeit (12,4 Prozent) konnten die Teilnehmer bereits beobachten.

Auch beim Tierschutzhof HachmĂŒhlen weiß man mit welchen Problemen Tierhalter zu kĂ€mpfen haben. „Bereits am Abend vor der Silvesternacht erreichen uns hĂ€ufig die ersten Hilferufe zu entlaufenen Hunden, am Neujahrstag hĂ€ufen sich die Meldungen. Ebenso ĂŒber schwer verletzte oder tote Wildtiere“, berichtet Sonja Stefan, Erste Vorsitzende des Vereins und fĂŒgt hinzu: „Seit wir Tiere haben, verbringen wir Silvester mit ihnen, um sie zu beruhigen. Gegen 0 Uhr teilt sich die Familie wie jedes Jahr auf: Ein Teil bleibt bei den Hunden, die anderen versuchen im Stall die Pferde zu beruhigen. Auch die Kaninchen stĂŒrzen in ihrer Panik mal in die ZĂ€une und verletzen sich dabei.“

Sonja Stefan empfiehlt besondere Leckereien zur “heißen Phase” anzubieten, zum Beispiel einen leckeren Knochen fĂŒr Hunde. FĂŒr viele Tiere seien auch BachblĂŒten eine hilfreiche UnterstĂŒtzung. Die BachblĂŒten-Therapie ist eine sanfte Therapiemethode, die unter anderem zur Krisen- und StressbewĂ€ltigung eingesetzt wird. FĂŒr Tiere in der Wohnung könne man zudem durch runtergezogene Rollos bei Musik oder angeschaltetem Fernseher fĂŒr Linderung sorgen. Gewohnte GerĂ€usche wĂŒrden helfen, den LĂ€rm auszublenden. „Tierbesitzern können wir nur ans Herz legen, die Nacht fĂŒr Ihre Tiere da zu sein“, sagt die TierschĂŒtzerin. Weitere Informationen und Tipps gibt es auch beim WTG unter welttierschutz.org/silvester.

Party ohne Böller?

NatĂŒrlich kann man nicht erwarten, dass Feuerwerke nun plötzlich ĂŒberall abgeschafft werden und die Menschen aufhören Feuerwerkskörper zu kaufen, aber man kann eine Reduzierung anstreben. So planen einige Bau- und SupermĂ€rkte, spĂ€testens im kommenden Jahr kein Feuerwerk mehr zu anzubieten. Alternativen können öffentliche Veranstaltungen, Silvesterpartys oder Lasershows sein. Man kann aber man auch mit der Familie oder Freunden, mit Spielen, guter Musik, leckerem Essen und GetrĂ€nken ganz gut ohne Feuerwerk ins neue Jahr starten.

Die große Bitte vom Tierschutzhof HachmĂŒhlen lautet: „Wenn man nicht ganz verzichten möchte, sollte man sich fĂŒr ein kleineres Bodenfeuerwerk entscheiden und es selbstverstĂ€ndlich danach auch entsorgen. Vielleicht gibt es auch den ein oder anderen, der dieses Jahr auf Feuerwerk verzichten wĂŒrde, zum Schutz von Natur und Tier.“ (mik)

Silvester-Veranstaltungen am 31. Dezember

Silvesterparty im Naturfreundehaus Lauenstein: 19 Uhr, Naturfreundehaus Lauenstein, Vogelsang, Salzhemmendorf – Lauenstein

Silvesterfeier “Abgrillen 2019”: 19 Uhr, Naturfreundehaus “DeisterhĂŒtte”, Springe
(Mitglieder der Naturfreunde Springe: 25€, Nicht-Nitglieder: 30€, Anmeldung: 05044-881762)

Silvesterparty mit DJ: 22 Uhr, Kornhus, Marktstraße, Bad MĂŒnder
Sylvester-Party, SC Völksen von 1919 e.V.: 20 Uhr, Am Sportplatz 13, Springe – Völksen
( Eintritt / Buffet / Sektempfang 35 Euro, Anmeldung: 0151-31813539)

Die grĂ¶ĂŸte Silvester Gala 2019/2020: 20 – 5 Uhr, RattenfĂ€nger-Halle, Hameln
( 80€ inkl. Buffet, SoftgetrĂ€nke und Bier zusĂ€tzlich. Dessert, Kaffee und Tee, Kartenvorverkauf: Dewezet-Ticketshop)

Silvesterparty: 21 Uhr, Sumpfblume, Hameln
(49 Euro – Happy Ticket, inkl. GetrĂ€nkeflat, BegrĂŒĂŸungsbowle, Mitternachtssekt, kleine Snacks und Knabbereien; 29 Euro – Drivers Ticket, inkl. GetrĂ€nkeflat ohne Alkoholausschank; Weitere Infos, Tickets und GetrĂ€nkeliste: www.sumpfblume.de
(red)