Die Zahl der registrierten Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr um 74 Unfälle, auf insgesamt 5737, gesunken. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2018 der Polizeiinspektion (PI) Hameln-Pyrmont/Holzminden hervor.

Trotz des R√ľckgangs hat die Anzahl der Verkehrsunf√§lle mit schwerwiegenden Personensch√§den (VUSP) zugenommen (2017: 178, 2018: 200). Bei den 200 VUSP wurden insgesamt 234 Personen schwerverletzt oder get√∂tet (222 schwerverletzt, zw√∂lf get√∂tet). Das ist ein Anstieg um 11,4 Prozent. Unter den zw√∂lf get√∂teten Personen befand sich kein Kind, jedoch eine Person der sogenannten Risikogruppe der “jungen Fahrer”.

Inspektionsleiter Ralf Leopold sagt dazu: “Verkehrsunf√§lle verursachen nicht nur einen wirtschaftlichen Schaden, sondern sie haben oft auch schwere Verletzungen oder den Tod eines Familienmitglieds zur Folge. Dabei sind diese Unf√§lle fast immer durch angepasste Geschwindigkeit und die erforderliche Aufmerksamkeit des Fahrzeugf√ľhrers bzw. der Fahrzeugf√ľhrerin vermeidbar.” Die Polizei werde daher weiterhin ein besonderes Augenmerk auf Verkehrs√ľberwachung legen, um Unf√§lle mit schweren Folgen zu verhindern.

Auch im Jahr 2018 z√§hlte √ľberh√∂hte und nicht angepasste Geschwindigkeit wieder zu einer der Hauptunfallursachen. Erstmals war jedoch ein deutlicher R√ľckgang von 323 Verkehrsunf√§llen in 2017 auf 269 in 2018 festzustellen.

Diese Entwicklung f√ľhrt Polizeihauptkommissar Matthias Feldmann, Sachbearbeiter Verkehr bei der PI Hameln-Pyrmont/Holzminden, auf intensivierte Geschwindigkeits√ľberwachung zur√ľck. “Die polizeilichen Ahndungsma√ünahmen konnten in der Summe im Vergleich zum Vorjahr von 5059 auf 6261 Feststellungen erh√∂ht werden. Das ist ein Plus von 23,8 Prozent. Das zeigt, dass Ma√ünahmen wie polizeiliche Pr√§senz, der Einsatz von Lasermessverfahren, sowie von ESO-Technik zur Geschwindigkeits√ľberwachung erfolgreich sind.”

Ein weiterer unverzichtbarer Teil der Gesamtstrategie der Polizeiinspektion sei die Verkehrssicherheitsarbeit. Hier stehen vor allem die Risikogruppen im Fokus. “Leider gab es im Jahr 2018 einige schwere Motorradunf√§lle – teils mit t√∂dlichem Ausgang. Dem begegnen wir mit verst√§rkten Kontrollen. Insbesondere die Geschwindigkeit aber auch das Fahrzeugtuning stehen dabei im Vordergrund”, f√ľhrt die Leiterin Einsatz der PI Hameln-Pyrmont/Holzminden, Polizeioberr√§tin Maren J√§schke, aus. “Pr√§ventiv setzen wir weiterhin auf die sogenannte Crash-Kurse, um bereits junge Kraftfahrzeugf√ľhrer f√ľr die Gefahren des Stra√üenverkehrs zu sensibilisieren und ein St√ľck weit zu schockieren”, so J√§schke weiter.

Au√üer den genannten Crash-Kursen bietet die Polizei auch Trainings f√ľr Senioren in Bezug auf mobile Gehhilfen an. Mit Sch√ľlern wird au√üerdem richtiges Verhalten im Stra√üenverkehr in der Verkehrsschule und in Fahrradpr√ľfungen ge√ľbt.

J√§schke nennt ein weiteres Problemfeld: “Im Jahr 2018 kam es zwar zu einer Abnahme der festgestellten Fahrten unter der Beeinflussung von Drogen/Medikamenten. Das Dunkelfeld in diesem Bereich wird allerdings deutlich gr√∂√üer sein. Darum werden wir auch im Jahr 2019 anlassunabh√§ngige Schwerpunktkontrollen im Bereich Drogen und Alkohol verst√§rkt durchf√ľhren.” Hierzu wurde eigens ein Konzept entworfen, welche die zielgerichtete Aus- und Fortbildung von Polizeibeamten in diesem Ph√§nomenbereich beinhaltet. Au√üerdem wurden koordinierte Kontrollen in der gesamten Inspektion durchgef√ľhrt.

Folgende Kernaussagen ergeben sich aus der Verkehrsunfallstatistik 2018:

  • R√ľckgang der Gesamtunfallzahlen
  • Anstieg bei den Verkehrsunf√§llen mit schwerwiegenden Personensch√§den
  • R√ľckgang der Verkehrstoten von 15 auf 12
  • R√ľckgang der Baumunf√§lle, deutlicher R√ľckgang der am Baum get√∂teten Personen von sieben auf eins
  • Pr√§ventionsma√ünahmen bei den “Jungen Fahrern” zeigen Wirkung
  • Ablenkung w√§hrend der Fahrt sind zusammen mit Alkoholverst√∂√üen und Geschwindigkeits√ľberschreitungen weiterhin die Hauptunfallursachen
  • Synergieeffekte durch Zusammenarbeit mit dem Landkreis Hameln-Pyrmont und Holzminden im Rahmen der Geschwindigkeits√ľberwachung werden genutzt
  • Kradfahrer m√ľssen weiterhin mit Kontrollma√ünahmen rechnen
  • Zahl der Verkehrsunfallfluchten gestiegen; diese Verhaltensweisen sind Straftaten und werden vehement verfolgt. √úber 44 Prozent der angezeigten Unfallfluchten wurden im Jahr 2018 aufgekl√§rt.

(red)