Warnstreiks sorgen für Einschränkungen – ver.di freut sich über große Beteiligung

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Warnstreik - Verdi - öffentlicher Dienst
Einige Beschäftigte des öffentlichen Dienstes hatten sich schon am 9. März auf dem Rathausplatz zusammengefunden, um zu streiken. Foto: Brümmer

Wegen des Warnstreiks im öffentlichen Dienst kam es gestern in weiten Teilen Niedersachsens und Bremens zu gravierenden Einschränkungen. Betroffen waren nahezu alle Bereiche und Einrichtungen des öffentlichen Dienstes. Im Landkreis Hameln-Pyrmont legten unter anderem Beschäftigte der Stadt Hameln, verschiedener Kommunen, der Sparkasse, des Sana Klinikums, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, der Kreisabfallwirtschaft und der Stadtwerke ihre Arbeit nieder und fuhren nach Hannover. Auch Kindertageseinrichtungen blieben geschlossen und die KreisAbfallWirtschaft (KAW) konnte nicht alle Müllabfuhrtermine einhalten.

Etwa 13.500 Beschäftigte haben gestern in Niedersachsen und Bremen ein deutliches Signal vor der entscheidenden Verhandlung in der Tarifrunde des öffentlichen Dienstes gesendet, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. In Bremen nahmen 3.500 an einer Kundgebung mit ver.di-Vize Frank Werneke teil, in Hannover waren mehr als 10.000 Beschäftigte dabei, als Gewerkschaftschef Frank Bsirske die Arbeitgeber aufrief: „Gebt die Blockade auf, legt ein Angebot vor.“ Er machte deutlich, dass ver.di vorbereitet sei, falls es keine Bewegung am Verhandlungstisch gebe.

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Ver.di-Landesleiter Detlef Ahting freut sich über hoch motivierte Beschäftigte, kennt aber auch den Grund dafür: „Die Arbeitgeber wiederholen gerade ein Ritual, das wir aus allen Tarifrunden seit 2006 kennen: Sie sagen, es sei kein Geld da. Bei besten Einnahmen und Haushaltsüberschüssen soll für die berechtigten Forderungen der Kolleginnen und Kollegen kein Geld da sein?“

Es gehe ver.di darum, dass der öffentliche Dienst auch morgen konkurrenzfähig und attraktiv bleibt. „Das müsste eigentlich auch im Sinne der Arbeitgeber sein“, so Ahting. Auch ver.di-Chef Bsirske hatte in seiner Rede in Hannover gefordert, dass alle Lohngruppen Lohnzuwächse bräuchten, insbesondere die unteren Einkommensgruppen benötigten einen deutlichen Sprung nach oben.

Insgesamt haben sich damit in dieser Woche alleine in Niedersachsen und Bremen fast 15.000 Menschen beteiligt. „Dieses Signal war bis Potsdam zu hören. Wenn es bei den Verhandlungen dort kein Angebot gibt, dann kommen wir wieder“, machte Ahting deutlich.

(red)