Seit Jahren sinkt die Zahl der WohnungseinbruchsdiebstĂ€hle in Deutschland. 2018 lag sie bei insgesamt 97.504 erfassten FĂ€llen, die AufklĂ€rungsquote betrug dabei knapp ĂŒber 18 Prozent. In dem Gebiet der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden wurden insgesamt 204 FĂ€lle erfasst, ganze 93 weniger als 2017, 148 Taten entfallen davon auf den Landkreis Hameln-Pyrmont, 56 ereigneten sich im Landkreis Holzminden. Die AufklĂ€rungsquote lag bei 29,41 Prozent. Polizeioberkommissar Oliver Bente von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden bestĂ€tigt diese erfreuliche Entwicklung: „Diese positive Tendenz macht deutlich, dass die prĂ€ventiven und repressiven Anstrengungen der Polizei nach wie vor positive Effekte erzielen.“ Er ist als Beauftragter fĂŒr KriminalprĂ€vention im Landkreis Hameln-Pyrmont unterwegs und berĂ€t BĂŒrger zum Thema Einbruchschutz. Er weiß wie die TĂ€ter vorgehen und wie man sie abschrecken, fernhalten oder einen Einbruch vereiteln kann.

Tipps zum Einbruchsschutz

„Die Mehrzahl aller EinbrĂŒche wird nicht von ‚Profis‘ verĂŒbt, sondern von GelegenheitstĂ€tern, die zum Beispiel versuchen, mit einfachen Hebelwerkzeugen Fenster und TĂŒren aufzubrechen“, weiß Bente. Leicht erreichbare und schlecht gesicherte EingangstĂŒren, Fenster und KellerlichtschĂ€chte seien fĂŒr sie gĂŒnstige Gelegenheiten und können oft in Sekundenschnelle ĂŒberwunden werden. Aber auch offene und gekippte Fenster, die EingangstĂŒr, die nur ins Schloss gezogen ist oder der sorglose Umgang mit SchlĂŒsseln spielen den Dieben in die Karten.

Oliver Bente, Beauftragter fĂŒr KriminalprĂ€vention im Landkreis Hameln-Pyrmont, erklĂ€rt wie einfach es sein kann ein Fenster aufzubrechen. Foto: Archiv / BrĂŒmmer

Deshalb rĂ€t die Polizei dazu, TĂŒren immer abzuschließen. Auch Fenster, Balkon- und TerrassentĂŒren sollten geschlossen sein. Den SchlĂŒssel niemals draußen verstecken und wenn er einmal verloren geht, den Schließzylinder auswechseln. Auch sollte man keine Hinweise auf seine Abwesenheit geben.

Es wird außerdem dazu geraten, „auf Fremde im Haus oder auf dem NachbargrundstĂŒck“ zu achten. In diesem Zusammenhang kann der Aufkleber „Vorsicht! Wachsamer Nachbar“ nĂŒtzlich sein, den man beispielsweise auf den Briefkasten anbringen kann. Dies wirkt auf einen Einbrecher abschreckend und bewegt ihn vielleicht dazu, sich ein anderes Objekt zu suchen oder es gar nicht erst in diesem Viertel zu probieren.

Licht hilft

Da Einbrecher das Entdeckungsrisiko meiden, halten sie gezielt Ausschau nach HĂ€usern oder Wohnungen, deren Bewohner nicht zu Hause sind. Durch die Beleuchtung der RĂ€umlichkeiten mittels Zeitschaltuhren oder TV-Simulatoren kann man in der dunklen Jahreszeit Anwesenheit simulieren. Außen bringen zusĂ€tzliche Lampen oder Strahler Licht ins Dunkel. Außenlampen, die durch Bewegungsmelder geschaltet sind, sollten in mindestens drei Meter Höhe angebracht sein. „Besser ist es Außenleuchten mit einem DĂ€mmerungssensor zu verwenden. Vorhanden Außenleuchten können problemlos mit diesen LED-Leuchtmitteln, welche ĂŒber eine handelsĂŒbliche E27 Fassung verfĂŒgen, nachgerĂŒstet werden.“, erklĂ€rt Bente.

Auch Smart-Home-Systeme können den mechanischen Einbruchschutz ergÀnzen. Sie allein stellen jedoch kein durchgÀngiges und damit zuverlÀssiges Einbruchmelde- bzw. Gefahrenwarnsystem
dar.

Was sollte unbedingt sein?

„Zur Erhöhung des Einbruchschutzes ist eine nachtrĂ€gliche Sicherung der Fenster und TĂŒren angebracht“, rĂ€t der PrĂ€ventionsbeauftragte. Durch die Erhöhung des mechanischen Widerstandes der Außenhaut sei ein Aufhebeln der Fassadenelemente nahezu unmöglich. „Genannt seien hier Pilzkopfverriegelungen, welche sich mit den entsprechenden SicherheitsschließstĂŒcken verhaken.“

Beispielsweise bei Neubauten oder Renovierung werden gemĂ€ĂŸ DIN VDS 1627 geprĂŒfte und einbruchhemmende Elemente die mindestens den RC-2-Sicherheitsstandard aufweisen empfohlen. Unter www.k-einbruch.de und www.lka.polizei-nds.de/praevention/eigentum gibt es nĂ€here Informationen zu diesem Thema.

PrÀventionsangebote der Polizei

Die Polizei fĂŒhrt jedes Jahr zahlreiche PrĂ€ventionsmaßnahmen durch. Erst vor kurzem fand unter anderem an der B1 in Groß Berkel eine Fahrzeugkontrolle statt. Der Grund: Immer hĂ€ufiger sind reisende TĂ€tergruppen fĂŒr EinbrĂŒche verantwortlich. Dabei gehen die TĂ€ter strukturiert und arbeitsteilig vor. Sie nutzen Autobahnen und Bundesstraßen zur schnellen An- und Abreise. Ziele der groß angelegten Aktion am 12. November waren die Festnahme von TĂ€tern auf frischer Tat und das Auffinden von Beweismitteln. In erster Linie sei aber die Erkenntnisgewinnung ĂŒber Fahrzeuge, Bandenstrukturen, Netzwerke, Verbringungsrouten und TĂ€terverhalten bedeutsam.

Zum bundesweiten Tag des Einbruchschutzes am 27. Oktober wurden verschiedene PrĂ€ventionsangebote zur Sicherung von Haus und Wohnung durch die PrĂ€ventionsteams der Polizei durchgefĂŒhrt. Das Interesse und die Teilnahme an diesen Veranstaltungen sei hoch, so Bente. Zwischen 400 und 500 Interessierte sollen beispielsweise einen Infostand der Polizei zum Thema „Einbruchschutz“ am 26. Oktober in der Hamelner Innenstadt besucht haben.

Kostenlose Beratung zu Hause

Was viele gar nicht wissen, ist, dass die Polizei auch kostenlose Sicherheitsberatungen in Haushalten durchfĂŒhrt. So kann der Einbruchschutz gezielt durch verschiedenste nachtrĂ€gliche Sicherungsmaßnahmen erhöht werden.

Im Bereich Hameln-Pyrmont fĂŒhrt Polizeioberkommissar Oliver Bente diese Beratungen nach vorheriger Terminabsprache unter 05151/933-108 bei interessierten BĂŒrgern durch. FĂŒr Holzminden ist der Sachbearbeiter fĂŒr PrĂ€vention, Kriminalhauptkommissar Alfred Sauer zustĂ€ndig. Er ist unter der Telefonnummer 05531/958-107 erreichbar. (mik)