Zahlreiche „Sommerbaustellen“ – Gerade Pendler brauchen starke Nerven

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Auf einigen Straßen im Landkreis kommt man wegen der Baustellen als Autofahrer nicht weiter. Foto: Brümmer

Sommer, Sonne, Baustelle. Kaum werden die Schüler in die Ferien entlassen, sprießen die Baustellen aus dem Boden. Schlaglöcher werden zugeschüttet, Leitungen erneuert, Bushaltestellen saniert oder Felswände gesichert. Das alles passiert meist im Sommer und gefühlt auch immer gleichzeitig. Dies ist leider nicht nur auf den deutschen Autobahnen so, sondern auch im Weserbergland wird gerade investiert und saniert. Das ist natürlich auch sehr positiv, denn wer fährt nicht gerne auf gut ausgebauten Straßen, jedoch werden gerade die Nerven von Pendlern etwas strapaziert.

Sommerzeit = Baustellenzeit?

Doch warum wird denn immer in den Sommerferien gebaut oder täuscht die Wahrnehmung? Zum einen ist die Sommerzeit die beste Bauzeit, damit das Wetter die Arbeiten nicht behindert. Obwohl es bei sehr großer Hitze schon vorgekommen sei, dass Asphaltierungsarbeiten verschoben werden mussten.

Uta Weiner-Kohl von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln berichtet, dass immer mehr Arbeiten aus Sicherheitsgründen unter Vollsperrung durchgeführt werden müssen und daher in den Sommer geschoben werden. „Die Straßenbreiten reichen oft nicht aus, um Verkehr zum Beispiel bei halbseitiger Sperrung laufen zu lassen. Diese Vollsperrungen werden möglichst in die Schulferien gelegt, um die Behinderungen des Schulverkehrs und des allgemeinen Verkehrs möglichst gering zu halten“, so Weiner-Kohl.

Auch auf den deutschen Autobahnen gibt es derzeit zahlreiche Baustellen. Wer einen Urlaub an der See geplant hatte, kam nicht ans Ziel ohne mindestens eine Baustelle passieren zu müssen. Der ADAC spricht von einem Sanierungsstau in den letzten Jahren und nun gibt es gerade an den Autobahnen viel zu tun. Die Ausschreibungen passieren daher bereits zum Ende oder Anfang des Jahres, denn in den Sommermonaten ist die Auftragslage der Firmen außerordentlich gut. Daher könne es für die Behörden zu Schwierigkeiten kommen, neue Aufträge zu besetzen.

Hier wird im Weserbergland abgerissen und gebaut

Steinmühle
Die B83 bei Steinmühle ist voll gesperrt. Foto: Moniac

Die wohl größte und Nerven aufreibendste Baustelle des Weserberglands ist die Vollsperrung der B83 bei Steinmühle. Zahlreiche Anwohner, Pendler und ansässige Unternehmen sind von den Arbeiten und der Sperrung eingeschränkt. Doch diesen Sommer passiert an dieser Langzeit-Baustelle relativ wenig. „Die Arbeiten für die sogenannten Sofortmaßnahmen gehen ihrem Ende zu. Ende August werden sie abgeschlossen sein. Zurzeit gibt es noch zwei Sicherungen mit Hilfe von Netzen, die auszuführen sind. Für die weiteren notwendigen Maßnahmen muss das gegenwärtig laufende Planfeststellungsverfahren zur rechtlichen Absicherung der Maßnahmen abgewartet werden“, berichtet Weiner-Kohl von der Behörde. Bis das Planverfahren abgeschlossen ist, wird es keine weiteren Arbeiten geben und das könne einige Wochen dauern. Noch immer werde der Plan verfolgt die Straße auch zum Winter nicht zu öffnen, sondern durchzubauen.

Bis vor kurzem gab es eine weitere Baustelle auf der B83. Die Straße zwischen Grohnde und Emmern wurde saniert, doch nun seien die Maßnahmen abgeschlossen und die Verkehrssicherung werde abgebaut. Etwas weiter die Weser hinunter wird aber noch gebaut. Die Arbeiten außerhalb von Hehlen in Richtung Ottenstein wurden am 7. August abgeschlossen. Anschließend wurde die Vollsperrung aufgehoben. „Allerdings sind dann in Hehlen die Arbeiten noch nicht abgeschlossen. Diese Arbeiten werden unter halbseitiger Sperrung noch bis circa Ende August andauern“, ergänzt Weiner-Kohl. Die Arbeiten an der Hamelner Klütstraße sowie auf der B1 zwischen Grießen und Reher konnten ebenfalls angeschlossen werden.

Auch die Arbeiten an der Ortsumgehung Coppenbrügge (B1) schreiten voran: „Im Abschnitt von Coppenbrügge, zwischen Coppenbrügge und Marienau, sind alle Bauwerke bis auf das notwendige Bauwerk über die Bundestraße 442 fertiggestellt. Zurzeit laufen die Erdarbeiten im Zuge der Strecke als auch bei kreuzenden Wegen, die schon sehr weit fortgeschritten sind. Als weitere Schritte sind die Fertigstellung der Überführung im Zuge der L442 und im vierten Quartal Asphaltierungsarbeiten von der B442 bis zum östlichen Bereich von Coppenbrügge geplant“, sagt die Expertin.

Eine weitere Baustelle, die die Nerven der Pendler strapaziert, ist die Sanierung bei Hemeringen. Zunächst war die K26 zwischen Hemeringen und Wahrendahl vollgesperrt und wurde saniert, nun ist die Vollsperrung gewandert und befindet sich zwischen Lachem und dem Kreisel Hemeringen. Auch hier wird die Straße saniert und die Umleitung verläuft weiterhin über die B83. „Die Arbeiten des zweiten Bauabschnittes sollen bis zum Ende der Sommerferien abgeschlossen sein“, heißt es aus der Behörde.

Auch in Hameln wird ordentlich gebaut. So geht es an Hamelns größter Baustelle an der Kuhlmannstraße Stück für Stück voran. Die Vollsperrung konnte aufgehoben werden und nun ist wieder eine Spur für die Autofahrer freigegeben. „Der erste Bauabschnitt vom Tönebönweg bis zur Brücke über die Fluthamel ist bereits fertiggestellt: Neuer Regenwasserkanal, neue Gossen und eine komplette Asphaltschicht sind in den letzten Monaten dort entstanden. Im Bereich des Tönebönplatzes gibt es nun einen zusätzlichen Fußweg mit einer Bushaltestelle. Zuletzt kamen neue Asphaltschichten auf den vorhandenen Schotter“, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Hamelner Rathaus. Eine weitere Baustelle gibt es bis Mitte Oktober in der Breslauer Straße. Hier arbeitet Enertec am Fernwärmenetz.

Die größten Baustellen im Weserbergland (Stand 8. August):

  • B1, Ortsumgehung Coppenbrügge – Marienau (Baubeginn: 7. Januar 2016): Erd- und Straßenbauarbeiten werden fortgesetzt. Die Landesstraße 422 ist vollgesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
  • B83, Steinmühle (Baubeginn: 18. Mai 2018 / Bauende: 2020): Arbeiten zur Hangsicherung werden fortgesetzt. Umleitungen sind eingerichtet.
  • L433, Hameln – Hemeringen (Baubeginn: 8. Juli 2019 / Bauende: Ende August 2019): Die Arbeiten unter Vollsperrung werden fortgesetzt.
  • L451, OD Ahnsen (Baubeginn: 13. August 2018 / Bauende: Ende 2019): Der Ausbau der Ortsdurchfahrt unter Vollsperrung wird fortgesetzt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.
  • L586, Hehlen (Baubeginn: 14. Juni 2019 / Bauende: August 2019): Die Fahrbahnsanierung wird unter halbseitiger Sperrung in Hehlen fortgesetzt.
  • K17, Voremberg – Völkerhausen (Baubeginn: 11. Juni 2019 / Bauende: Ende August 2019): Die Arbeiten unter Vollsperrung werden fortgesetzt. Umleitungen sind örtlich ausgeschildert.

(lbr)