In der vergangenen Woche tauschten sich Einrichtungsleitungen und PflegefachkrĂ€fte mit heimischen Bundes- und Kreistagsabgeordneten ĂŒber die aktuelle Situation in der Pflege im Landkreis Hameln-Pyrmont aus. Bezahlung, Ausbildung, WertschĂ€tzung und die Pflegekammer waren zentrale Themen beim Gesundheitsdialog “Pflege und Politik – Erwartungen und Möglichkeiten” der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont.

Die pflegebezogenen Arbeitsgruppen der Gesundheitsregion Hameln-Pyrmont, die seit dem ersten Pflegetisch im Februar 2018 regelmĂ€ĂŸig tagen, hatten wiederholt Forderungen an die Politik formuliert. Aus diesem Grund wurden verschiedene Politiker eingeladen, sich mit Einrichtungsleitungen, Pflegedienstleitungen und PflegefachkrĂ€ften ĂŒber deren WĂŒnsche und Sorgen vor Ort auszutauschen. Die Bundestagsabgeordneten Johannes Schraps (SPD) und Jutta Krellmann (DIE LINKE) sowie Rosemarie Kreiensen (SPD) und Hans-Ulrich Siegmund (CDU), beide Abgeordnete des Kreistages, sind dieser Einladung gefolgt.

Zu viele zusĂ€tzliche Aufgaben, unzuverlĂ€ssige DienstplĂ€ne, die vergleichsweise niedrige Bezahlung in Niedersachsen – all dies seien Probleme, die auf den Schultern der PflegefachkrĂ€fte lasten und die Motivation senken. Echte WertschĂ€tzung wĂŒrden die in der Pflege TĂ€tigen noch immer vermissen. Johannes Schraps meint, dass gesamtgesellschaftlich eine negative Einstellung in Bezug auf die Pflege bestehe, die geĂ€ndert werden mĂŒsse.

Die pflegebezogenen Arbeitsgruppen der Gesundheitsregionen arbeiten interdisziplinĂ€r daran, die Situation in der Pflege vor Ort zu verbessern. So sollen SchĂŒler fĂŒr dieses Berufsfeld begeistert, WertschĂ€tzungsmaßnahmen entwickelt und altersgerechte Quartiersentwicklung gefördert werden. Aber nicht alles kann vor Ort geleistet werden. FĂŒr die VerĂ€nderung zentraler Punkte bedarf es Entscheidungen auf politischer Ebene. Die AnsĂ€tze im Bundesgesundheitsministerium, wie beispielsweise die Bereitstellung von 13.000 neuen Stellen in der Altenpflege, werden zwar von den Anwesenden als ein guter Ansatz gesehen, zeugen laut der Runde aber mehr von einer Schnellschusstaktik, als von ĂŒberlegtem, problemlösendem Handeln.

Die Bundestagsabgeordneten Schraps und Krellmann wollen die besprochenen Themen nach Berlin weitertragen. Ende dieses Jahres soll dann ein weiterer Gesundheitsdialog stattfinden, bei dem konkreter auf einzelne Themen und ihre Umsetzung eingegangen werden soll. Zudem stehen die bis dahin entstandenen VerÀnderungen vor Ort im Fokus.

(red)