Zweites Forum Leine-Weser – Ärztemangel ist Thema

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Zweites Forum Leine-Weser
Dr. Martina Wenker (Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen), Mark Barjenbruch (Vorstandsvorsitzender der KVN) , Gert-Peter Rohner (Hausarzt) und Detlef Meyer (Samtgemeindebürgermeister der Grafschaft Hoya) beim zweiten Forum Leine-Weser. Foto: privat / ArL Leine-Weser

Die hausärztliche Versorgung zählt schon heute zu den zentralen Herausforderungen für Kommunen. Nach Angaben des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Leine-Weser sei dies vor allem im ländlichen Raum der Fall. Niedergelassenen Ärzten falle es immer schwerer, Nachbesetzungen für die eigene Praxis zu finden und Neueröffnungen ‚klassischer‘ Einzelpraxen bleiben eher die Ausnahme.

Um Städte und Gemeinden bei ihren Bemühungen, die Ärzteversorgung sicherzustellen, zu unterstützen und neue Wege zur Bewältigung der Schwierigkeiten aufzuzeigen, veröffentlichte das ArL Leine-Weser die Broschüre „Hausarzt (m/w) gesucht!“ mit Tipps zum Herangehen, Fördermöglichkeiten und Hintergrundinformationen zur Situation.

Am Montag brachte die Behörde aus diesem Anlass Akteure aus Niedersachsen an einen Tisch und lud zur Podiumsdiskussion mit Mark Barjenbruch, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN), und Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, nach Nienburg ein. Mit Gert-Peter Rohner war außerdem ein praktizierender Hausarzt vor Ort, Samtgemeindebürgermeister Detlef Meyer der Grafschaft Hoya saß stellvertretend für die Gemeinden auf dem Podium.

„Wir möchten die an der Gesundheitsversorgung beteiligten Akteure dabei unterstützen, sich zu vernetzen und Lösungen zu finden, um die ärztliche Versorgung sicherzustellen“, erläuterte Heike Fliess, Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Leine-Weser. Ein großes Anliegen sei Ihr dabei, die Bedürfnisse der Ärzte ebenso im Blick zu behalten, wie die der Bürger und Patienten vor Ort.

Hintergrund:

In vielen Regionen im Bereich Leine-Weser sind bereits mehr als ein Drittel der Hausärzte 60 plus oder in Zahlen ausgedrückt: 445 von 1356 praktizierenden Hausärzten in der Region sind 60 Jahre oder älter. Junge Allgemeinmediziner rücken oft nicht nach, besonders im ländlichen Raum. Die Gründe dafür sind vielfältig: weniger Absolventen des allgemeinärztlichen Medizinstudiums, aus Sicht der jungen Ärzte nicht bevorzugte Rahmenbedingungen für eine Praxisübernahme, räumliche Präferenzen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Daher versuchen Kommunen seit Jahren, Ärzte mit verschiedenen Anreizen anzulocken und zu binden.

(red)