Im Juli stieg die Arbeitslosenzahl im Weserbergland gegenĂŒber dem Vormonat saisonbedingt um 208 auf 11.328 (+1,9 Prozent). Viele junge Menschen meldeten sich nach abgeschlossener Ausbildung oder Schulende arbeitslos. Die Anzahl der arbeitslos gemeldeten unter 25-JĂ€hrigen wuchs um 283 auf 1.479 (+23,7 Prozent). Das Auslaufen befristeter VertrĂ€ge zur Jahresmitte trug nach Angaben der Agentur fĂŒr Arbeit ebenfalls zum Anstieg der Arbeitslosigkeit bei.

Im Vorjahr waren im Juli 822 Menschen mehr arbeitslos gemeldet (-6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,8 Prozent, damit 0,1 Prozentpunkte ĂŒber dem Vormonatswert, jedoch 0,5 weniger als noch vor einem Jahr. Bei der Agentur fĂŒr Arbeit waren in der Arbeitslosenversicherung 3.968 Personen arbeitslos gemeldet, 396 mehr als im Juni (+11,1 Prozent) und auch 14 mehr als im Vorjahr (+0,4 Prozent). Bei den Jobcentern sank die Anzahl um 188 auf 7.360 (-2,5 Prozent). Vor einem Jahr lag die Arbeitslosenzahl noch um 836 höher (-10,2 Prozent).

„Wie in jedem Jahr haben sich junge Menschen nach der Ausbildung arbeitslos gemeldet. Das ist erfahrungsgemĂ€ĂŸ kein Grund zur Sorge. Die meisten von ihnen werden in den kommenden Wochen ihre Arbeitslosigkeit wieder beenden. Sie werden kurzfristig in Arbeit gehen oder im Herbst ein Studium aufnehmen”, erklĂ€rt Gerhard Durchstecher, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung der Agentur fĂŒr Arbeit Hameln. Ausbildung sei langfristig der beste Schutz gegen Arbeitslosigkeit. „FĂŒr Jugendliche, die fĂŒr dieses Jahr noch einen Ausbildungsplatz suchen, gibt es weiterhin zahlreiche freie Ausbildungsstellen. Noch bis November werden bekanntermaßen AusbildungsverhĂ€ltnisse abgeschlossen“, so Durchstecher.

Mit 856 Personen nahmen im Vergleich zum Juli des vergangenen Jahres deutlich mehr Menschen an einer beruflichen Weiterbildung teil (+231/+36,4 Prozent). Durchstecher erlĂ€utert: „Die teilnehmenden Menschen werden gezielt auf diese Qualifizierungsmaßnahmen vorbereitet und bei Bedarf auch wĂ€hrend der Maßnahme gezielt unterstĂŒtzt. Nur so kann es uns gemeinsam gelingen, den FachkrĂ€ftebedarf von morgen zu decken.“

Ausbildungsstellenmarkt

Im aktuellen Berufsberatungsjahr, das vom 1. Oktober 2018 bis zum 30. September 2019 lÀuft, wurden bis Juli insgesamt 2.505 AusbildungsplÀtze gemeldet, 109 weniger als im vergangenen Jahr (-4,2 Prozent).
Auf der anderen Seite haben sich 2.805 Jugendliche auf der Suche nach einer Ausbildung
bei der Berufsberatung gemeldet, 147 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (-5,0 Prozent). Davon suchten im Juli noch 842 Jugendliche einen Ausbildungsplatz. Dem gegenĂŒber waren 817 Ausbildungsstellen noch nicht besetzt.

AuslÀnder/Flucht

Im Bezirk der Arbeitsagentur Hameln waren im Juli 2.688 AuslĂ€nder arbeitslos gemeldet, also 335 weniger als im Vorjahr. Zu der Gruppe der AuslĂ€nder gehören sowohl Personen, die schon lĂ€nger im Weserbergland leben, als auch neu hinzugekommene, geflĂŒchtete Menschen. Die Anzahl derer, die aus ihrem Heimatland geflohen sind und sich bei den Jobcentern und Arbeitsagenturen im Agenturbezirk Hameln arbeitslos gemeldet haben, belief sich im Juli auf 1.087 Personen (-46 zum Vormonat).

ArbeitskrÀftenachfrage

Im Juli wurden 805 neue Arbeitsstellen gemeldet, 183 weniger als im Vormonat (-18,5 Prozent) und 245 weniger als vor einem Jahr (-23,3 Prozent). Der Bestand bleibt mit 3.034 Stellen weiterhin auf hohem Niveau (+5/+0,2 Prozent zum Juni). Im Vergleich zum Vorjahr ist dieser um 327 gesun-ken (-9,7 Prozent). Seit Jahresbeginn sind bereits 6.112 neue Stellen eingegangen.

UnterbeschÀftigung

ErgĂ€nzend zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur fĂŒr Arbeit Angaben zur UnterbeschĂ€ftigung. Hiermit werden neben den Arbeitslosen auch Personen dargestellt, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie an Maßnahmen teilnehmen oder erkrankt sind. Die UnterbeschĂ€ftigung (ohne Kurzarbeit) betrug nach vorlĂ€ufigen Angaben im Juli 16.175 Personen, das wa-ren 163 mehr als im Vormonat, aber 157 weniger als im vergangenen Jahr (-1,0 Prozent). Die Un-terbeschĂ€ftigungsquote betrug 8,1 Prozent. Im Juni hatte sie bei 8,0 und vor einem Jahr bei 8,2 Prozent gelegen.

Entwicklung in den Landkreisen

In den Landkreisen Holzminden (+110/+5,0 Prozent) und Schaumburg (+113/+2,7 Prozent) ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat saisonbedingt angestiegen. Im Landkreis Hameln-Pyrmont ist mit 4.668 Personen ein leichtes Minus zu verzeichnen (-15/-0,3 Prozent). Zum Vorjahr können alle Landkreise die Arbeitslosenzahl senken: (HM-PY -1,0 Prozent / HOL -0,2 Prozent / SHG -15,1 Prozent).

In der Arbeitslosenversicherung meldeten alle Landkreise zum Vormonat einen Anstieg an arbeitslos gemeldeten Menschen (HM-PY +7,6 Prozent / HOL +16,4 Prozent / SHG +12,1 Prozent). Auch in der Grundsicherung zeigt sich ein einheitliches Bild, jedoch mit weniger Arbeitslosen als im Juni: HM-PY -3,9 Prozent / HOL -0,3 Prozent / SHG -2,0 Prozent). (red)