Für Kitas, Krippen und Horten gilt bis zu den Sommerferien weiterhin die Notbetreuung, was bedeutet, dass diese noch mindestens bis zu den Sommerferien für den Großteil der Kinder geschlossen bleiben. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landes Niedersachsen vom 16. April hervor.

“Ein eingeschränkter Betrieb für Kinder aller berufstätigen Eltern sollte zumindest umgehend sichergestellt werden, um die Eltern etwas zu entlasten und den Kindern wieder die Möglichkeit zu geben, Kontakt zu anderen Kindern zu bekommen und so in ihrer Persönlichkeitsentwicklung Fortschritte zu machen”, fordert Tobias Glück aus Seelze, Initiator der Petition „Kindergärten und Krippen schnellstmöglich wieder öffnen“. 

Seit dem 17. April sammelt Glück mit dieser Petition unter www.openpetition.de/petition/unterzeichner/kindergaerten-und-krippen-schnellstmoeglich-wieder-oeffnen Unterschriften, um diesbezüglich mit dem niedersächsischen Kultusminister Grant Hendrik Tonne in einen Dialog zu treten.

Mehr als 4.500 von 5.000 zur Einreichung benötigten Unterschriften sind bis zum 21. April bereits geleistet worden. Die Möglichkeit zu unterschreiben besteht insgesamt drei Wochen lang.

Große Betroffenheit

Allein die hohe Zahl der Unterschriften innerhalb weniger Tage zeigt die große Betroffenheit, die die Entscheidung der niedersächsichen Regierung auslöst.

“Viele Eltern stehen nun vor der Frage, wie sie das schaffen sollen und wie ihre Kinder diese lange Zeit ohne die gewohnte Struktur und Nähe zu anderen Kindern überstehen werden”, weiß Katharina Sander, eine berufstätige Mutter aus Coppenbrügge, die die NW-Redaktion auf die Petition hinweist. Es ist davon auszugehen, dass die Notbetreuung nur für einen kleinen Teil der Kinder ausreichen wird. Wie sollen nun weitere 13 Wochen ohne geregelte Kinderbetreuung überbrückt werden? Und wie viele Arbeitgeber spielen da mit?

Bei den Kindern, die Ende August eingeschult werden sollen, fehlt die Vorbereitung auf die Schule und es gibt keine Möglichkeit des Abschieds als Gruppe aus dem Kindergarten.
Zudem fehlen den Kindern dann vier Monate lang der geregelte Tagesablauf in der Kindertagesstätte, die dortige Bildung sowie die sozialen Kontakte und es findet eine komplette „Entwöhnung“ statt. Insbesondere die kleineren Kinder werden diese lange Zeit nicht so einfach wegstecken. Die neuangemeldeten Kinder ab August stehen zudem schon in den Startlöchern – auch deren Eltern können in Bezug auf die Eingewöhnung, die dieses Jahr sicherlich erschwert sein wird, nicht planen.

Eltern scheinen ganz unten in der „Entscheidungskette“ zu stehen, wenn es um Überlegungen oder Lockerungen rund um Corona geht. Sie fühlen sich allein gelassen – zumal sie die Großeltern oftmals nicht in die Kinderbetreuung einbeziehen können und sollen, da sie der „Risikogruppe“ angehören. (red)