Kirsten Wente, Gleichstellungsbeauftragte beim Landkreis Hameln-Pyrmont erinnert daran, dass der „Internationale Frauentag“ nicht nur ein Tag ist, an dem Frauen ihre Forderung nach Gleichberechtigung artikulieren, er ist zugleich ein Tag, an dem Frauen mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken können.

Die Geschichte des Internationalen Frauentages ist auch ein StĂĽck Geschichte der Frauenbewegung, denn dieser Tag steht fĂĽr den Kampf der Frauen fĂĽr ihre Gleichberechtigung.

Der 1. Internationale Frauentag fand am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und in den USA statt. Mehr als eine Million Frauen gingen damals auf die Straße und forderten ihr aktives und passives Wahlrecht, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung. 1921 wurde der Frauentag auf den 8.3. gelegt, in Erinnerung an die Textilarbeiterinnen in New York von 1857, die gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen protestierten.

In Deutschland wurde der Internationale Frauentag wesentlich getragen von der Sozialistischen Frauenbewegung, die sich vor allem für gerechte Arbeitslöhne und bessere Arbeitsbedingungen stark machte. Weitere Themen waren:
– die äuĂźerst schlechte wirtschaftliche Situation von Frauen,
– die soziale Ungerechtigkeit,
– die EntmĂĽndigung von Frauen und
– ihre rechtliche Diskriminierung.

Zu den zentralen Zielen der ersten Jahre gehörte außerdem die Forderung nach einem Wahlrecht für Frauen, das schließlich 1918 eingeführt wurde. Bei der Wahl zur Weimarer Nationalversammlung im Jahre 1919 konnten die Frauen in Deutschland das neue errungene Wahlrecht erstmals ausüben.

In diesem Jahr findet der Internationale Frauentag unter erschwerten Bedingungen statt, denn die Corona-Krise hat uns alle fest im Griff, insbesondere trifft es die Frauen besonders hart: sie arbeiten in systemrelevanten und zugleich unterbezahlten Berufen und sind oftmals mit EinkommenseinbuĂźen konfrontiert durch Freistellung, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit. Sie tragen den ĂĽberwiegenden Teil der Familien- und Hausarbeit, ĂĽbernehmen das Homeschooling fĂĽr die Kinder und reduzieren oft ihre Arbeitszeit.
Frauen sind auf dem Weg, die Verliererinnen dieser Corona Pandemie zu werden, die die Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern verschärft!

Kirsten Wente führt dazu aus: „Wir haben zwar viel in der Gleichstellungsarbeit erreicht, aber auch noch viele gleichstellungsrelevante Themen vor uns. Jetzt ist es an der Zeit, die Interessen der Frauen verstärkt in den Fokus zu nehmen und sie durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen.

– Frauen mĂĽssen verstärkt in die Kommunalpolitik, denn sie sind zurzeit nur mit 29,4 % im Kreistag Hameln-Pyrmont vertreten.
– Anhebung des durchschnittlichen Stundenlohns von Frauen, der zurzeit 19 % unter dem der Männer liegt. Stichwort: Equal Pay Day am 10.3.2021!
– Verstärkter Schutz fĂĽr Frauen, denn noch jede dritte Frau ist von Gewalt betroffen.
– Aufstiegschancen fĂĽr Frauen in der Wirtschaft mĂĽssen erhöht werden.
– Der Altersarmut entgegensteuern, denn 16% der Frauen waren 2016 von ihr bedroht, Tendenz steigend mit 36% im Jahr 2036″, so Wente abschlieĂźend.