Die im letzten Jahr begonnenen Abbrucharbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne in Hameln sollten eigentlich im Sommer dieses Jahres beendet sein. Wie es aus dem Kreishaus heißt, zeichnet sich inzwischen aber eine Verzögerung der Arbeiten um wenige Monate ab. Die Schadstoffsanierungen, die dem Abbruch vorangehen müssen, fallen deutlich umfangreicher aus.

Die großen Unterkunftsgebäude, die den Hauptteil des abzubrechenden Bauvolumens ausmachen, und einzelne Gebäude werden von Norden nach Süden gehend abgebrochen. Die kleineren Gebäude, die sich hauptsächlich an den Außenseiten des Grundstückes befinden, sind bereits zum Großteil entfernt worden. Die entstandenen Baugruben werden mit dem zerkleinerten Abraum der ehemaligen Gebäude verfüllt, sodass die Massen an gelagerten Abbruchfraktionen weniger werden. In den kommenden Wochen werden die letzten drei verbliebenden ehemaligen Unterkunftsgebäude abgebrochen. Diese befinden sich in der Mitte und auf dem südlichen Teil des Geländes. Dadurch wird sich wiederum auch die Staubausbreitung von Nord nach Süd verlagern.

Trockenheit und Staubentwicklung

Um die Entwicklung von Staub so gering wie möglich zu halten, wird beim Abbruch sehr großer Wert auf die Staubbindung gelegt. Dies sei bereits bei der Ausschreibung der Abbruchmaßnahme elementarer Bestandteil gewesen, wie Projektleiter Kai Pankoke erklärt.

Zu den präventiven Maßnahmen zur Staubbindung gehört beispielsweise, dass der Abbruchbagger an der Spitze des Werkzeuges eine Wasserverteilungsvorrichtung hat. Durch diese wird das gerade abzubrechende Bauteil sofort benetzt. Zudem ist ein Mitarbeiter direkt neben dem Abbruchbagger mit einem Schlauch damit beschäftigt, den bodennahen aufgewirbelten Staub zu binden. Beim Verladen des Abbruchmaterials wird in ähnlicher Weise verfahren. „Doch auch durch diese Maßnahmen kann nicht vollständig ausgeschlossen werden, dass kleinste Abbruchmaterialien durch den Wind verteilt werden“, so Pankoke.

Die abzubrechende Bausubstanz ist bereits sehr trocken. Beim Zerbersten der Mauerwerke und Betonteile durch den Bagger entstehen kleine und kleinste Teile bis hin zu Partikeln an Bauschutt.

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Foto: Landkreis Hameln-Pyrmont

Aufgrund der momentan sehr trockenen und windigen Wetterlage sowie dem Pollenflug an Gräsern und Blüten kommt es zu einer zusätzlichen Vermehrung der Staubanteile. „Technisch wird alles unternommen, um die Staubentwicklung und –verfrachtung in die nähere Umgebung zu minimieren. Wir fegen und bewässern regelmäßig die Fahrwege und auch der Brecher, der den angefallenen Bauschutt zerkleinert, ist mit einer entsprechenden Bewässerungsanlage ausgerüstet“ betont der Projektleiter.

Bei einer Abbruchmaßnahme in diesem Umfang, inmitten einer umgebenden urbanen Bebauung könne eine Staubbelastung, trotz noch so intensiver Bemühungen, nicht gänzlich vermieden werden.

Beeinträchtigungen – kein Schadenersatz

Auch wenn sich die Abbrucharbeiten um wenige Monate verzögern, ist ein Ende dieser Beeinträchtigungen in Sicht. „Bis dahin bitten wir die Bürger, insbesondere die Anwohner um Verständnis für diese letztlich unvermeidbare Baumaßnahme“, so Pankoke. Zu den hinnehmbaren Unannehmlichkeiten aufgrund dieser Abbrucharbeiten gehören beispielsweise in Baustellennähe parkende Fahrzeuge, die schneller verschmutzen und auch Fenster, Balkone und Gehwege, die häufiger gereinigt werden müssen.

Abbruch- und Bauarbeiten gehören zum regelmäßigen Gebrauch eines Grundstückes. Die daraus resultierenden Beeinträchtigungen wie eine höhere Lärm- und/oder Staubentwicklung seien daher hinzunehmen. Ein Anspruch auf Schadenersatz erwächst hieraus nicht.

Neues ESS-Gebäude auf dem Linsingen-Gelände

Auf dem Gelände der ehemaligen Linsingen-Kaserne wird das neue Schulgebäude der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS) gebaut. Derzeit sind die Schüler der ESS in drei verschiedenen Standorten in Hameln untergebracht: am Münsterkirchhof, am Langen Wall und an der Thibautstraße. Diese drei Standorte werden nach Abschluss der Bauarbeiten im Neubau an der Süntelstraße zentralisiert. Die Nutzung des neuen Gebäudes ist für August 2024 geplant.

Alle Informationen zu diesem Großprojekt sind unter www.hameln-pyrmont.de zu finden. (red)